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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
guldenschreiber bis guldenzöllner (Bd. 9, Sp. 1068 bis 1070)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) guldenschreiber, m., vom 15. bis 17. jh. häufig als titel für schreiber, schreib- und rechenlehrer; ursprünglich illuminist, s. Nyström schultermin. 141; vgl. aurigraphus guldenschriber neben goltschriber (s. d.) Diefenbach gloss. 62b; guldenschryber aurigraphus est, qui scribit cum auro vocab. (1515 Hüpfuff) k 5b: Johannes Konig, guldenschriber, 11 sch., 6 hl. pagavit Frankfurter urkde von 1463 bei Lexer 1, 1115; des guldenschribers sun (15. jh.) chron. d. d. städte 10, 306 u. ö.; vier künstliche alphabet oder ABC, allen canzeleien und guldenschreibern nützlich und lustig zuo gebrauchen buchtitel (16. jh.) bei Staub-Tobler 9, 1539; er kondt die gelegte, die gebrochene, die currentschrifft ... wie ein dintenklitteriger guldenschreiber und schlangenzgmaler Fischart Garg. 277 ndr.; rechenmeister und guldinschreiber (1521) Fischer schwäb. 6, 2079; in pädag. lit. fälschlich auf einen gulden lohn gedeutet, vgl. S. Nyström schultermin. 142. hierzu
 
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-schule: rechen- und guldinschul (1519) Überling. ratsprotok. bei Fischer schwäb. 6, 2079.
 
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guldenstück, n., die guldenmünze im gegensatz zum rechnungsgulden oder zur kleingeldsumme vom werte eines gulden: die guldenstück (sollen gelten) eines vor 48 gr. (1621) acta publica 4, 129 Palm; jedes guldenstück war ihr (der mutter) beinahe ein heiliges symbolum des

[Bd. 9, Sp. 1069]


schicksals G. Keller ges. w. 1, 148; Jakob, der sich das guldenstück ansah Fontane ges. w. I 6, 347; ein goldenes döschen ..., nicht gröszer als ein guldenstück Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 4, 442. mehrfach mundartlich belegt: mit neie guldesticker kennt ich em ... net ufwarte Niebergall 245 Fuchs; halbgileschdeg Schöner Eschenrod 336; meist in deminutivform: ein guldestickelche A. Stoltze ges. w. 5, 357; a guldenstückel K. Stieler ged. 1, 61 Reclam; wenns kronetaler regnet und guldestuckle schneit Fischer schwäb. 3, 912; es guldistuk, es guldstükli Hunziker Aarg. 263; es schöns püscheli füfzähebätzegi tütschi gullestückeni Friedli bärnd. 3, 526.
 
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guldentaler, m. volkstümliche bezeichnung für die grosze, offiziell guldener (s. d.) benannte silbermünze vom ursprünglichen werte des rechnungsguldens, des sog. reichsguldens; daher auch reichsguldentaler: 9 guldentaler = 1 köln. mark (nach 1560) württemb. jahrb. (1902) 39; ein reichsthaler 21 batzen, reichsgüldenthaler 18 batzen (1609) Joh. Chr. Hirsch teutsch. reichs münzarchiv 8, 53 u. ö.; ob nicht zu ... erhaltung der thaler ... im lande ... fürnemlich güldenthaler oder dreisziggröscher ... abgeschafft ... werden möchte (1619) acta publica 2, 40 Palm; auch 4, 237; es hat einer frey die 60 auff dem güldenthaler ausgekratzt, dasz er siehet wie ein reichsthaler Corvinus fons latin. (1623) 21; dasz er demselben (geiger) eine gantze hand voll funckelneuer guldenthaler von einem schlag zuwarff Grimmelshausen 3, 406 Keller; auch 4, 581; weitere belege bei Fischer schwäb. 3, 912 und 5, 254; seit dem 18. jh. auszer gebrauch, vgl. Weilmeyr 1, 284. vgl. auch guldengroschen.
 
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guldenwährung, f., locale zahlungsweise für den gulden: die gemeine güldenwehrung (zu Frankfurt) ... ist 24 schilling oder 27 albus P. M. Wehner observationum sel. liber (1624) 252b. auf dem gulden aufgebautes geldwesen: wenn man seitdem (ende des 18. jh.) von einer talerwährung spricht, so ist der gegensatz dazu nicht goldmünzenwährung, sondern erstens: hauptwährung in einer andern groszen silbermünze, z. b. guldenwährung. der zweite gegensatz ist die scheidemünzenwährung v. Schrötter wb. d. münzkde 731a. —
 
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guldenweise, adv.: guldenweis à fiorini Kramer d.-ital. (1702) 2, 1304a;

fein einzeln hab ich sie gegeben guldenweise
Rückert werke (1867) 3, 232.


 
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guldenwerk, n.: (Nürnberger waren werden vertrieben) bey dutzend, einige nach dem hundert, noch andere nach dem guldenwerck, das ist, so und so viel stück oder dutzend werden vor einen reichsgulden oder thaler verkauft, bedungen und verhandelt allg. haushalt.-lex. (1749) 2, 449b; tisch und handglocken ... sogenannte guldenwerk Schedel waarenlex. (1834) 1, 462. —
 
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guldenwert, m., wert im betrag eines gulden; bes. von handelsobjecten: unde namen da den kaufluden me dan vir dusent guldenwert gewandes Tilem. E. v. Wolfhagen limburg. chron. 62 Wysz; jeder gulwert (von schweinen) gibt unserem gned. herren zum geburlichen dechan 1 albus (1579) weist. 3, 747; er wuszte von jedem stück den preis auswendig, und bei jedem guldenwerte einen kreuzer dazuschlagen, das war ... leicht auszurechnen Rosegger schriften II 10, 159; auch vom gelde: (B. B. hat verloren) eyn halff guldewert geldes chron. d. d. städte 16, 541. der wert des guldens: die wichtigste entscheidung lag in der festsetzung des guldenwertes in gold hwb. d. staatswissensch.2 (1898) 6, 32. —
 
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guldenzettel, m., ein gulden papiergeld W. Hoffmann wb. d. d. spr. 2, 718: (mit worten so sparsam, als ob) jedes einen guldenzettel koste M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 5, 146; wann er da einer person ... mit seine guldenzetteln d' augen verpicken will, so is das natürlich Anzengruber ges. w. (1890) 10, 149; vereinzelt als n.: da ist ein einspänniges guldenzettel. aber wenn die nothleidenden wieder zu geld kommen, so musz es mir ersetzt werden A. Bäuerle kom. theater (1820) 2, 33; auch 5, 81. —
 
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guldenzoll, m., zoll im betrage eines gulden oder vom guldenwert einer ware: ein rhein. goldgulden vom fuder wein Schmeller-Fr. 1, 900; J. Chr. Hirsch münzarch.

[Bd. 9, Sp. 1070]


(1756) 7 register; steuer von verkauftem vieh Fischer schwäb. 3, 912; weitere belege ebda. hierzu
 
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-zöllner, ebda.

 

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