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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
griffen bis griffknorpel (Bd. 9, Sp. 311 bis 312)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) griffen, vb.: ein pferd griffen ihm einen besonderen beschlag gegen das ausgleiten auf dem eis geben Jacobsson techn. wb. 5, 736b; Staub-Tobler 2, 719; hufeisen schärfen, mit spitzen nägeln versehen Martin-Lienhart 1, 271a; Follmann 216a; ein altes hufeisen neu gegrift Staub-Tobler a. a. o. (quelle von 1797); nach griff II E 2; anders: eine gegriffete kuh deren fettigkeit sich greifen läszt Staub-Tobler 2, 720; nach griff I 2.
 
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griffende, n.: auch ist das untere oder griffende (der lanze) vielfach mit einem sechskantigen knopfe versehen Ratzel völkerk. 2, 241; anders: die platten werden mit dem schnitzer geschnitten, dessen griffsende auf die schulter gestützt wird Töpfer lehrb. d. orgelbaukunst 675. —
 
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griffest, adj.: zuckte mit der hand nach der tasche, wo ihm ein grifffestes messer stak Zahn Albin Indergand 174. —
 
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griffgerecht, adv.: sie .. zogen .. bei dem rauschen im waldesdickicht ... ihre spazierstäbe griffgerecht zu sich hin Raabe Horacker (1876) 37. —
 
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griffgewohnt, adj.: was einsmahls eine mansuet oder grifgewohnte jungfer von den küssen ... gesagt groszer klunkermutz (1671) 32.
 
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griffgraff, m., im volksrätsel das schwein Frischbier 1, 253.
 
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griffhand, f.: κόραξ, χεὶρ σιδηρῆ, manus ferrea griffhand Frischlin nomencl. (1586) 272a. —
 
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griffheft, n.: während Siegfried die .. schwertklinge in dem griffhefte befestigt R. Wagner 6, 120. —
 
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griffhenkel, m. allg. haush. lex. 1, 621.
 
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griffig, adj.
1) activ: rapax Diefenbach 484a; rapidus 484b; schon ahd. crifiga rapacem (laudis dextram) Graff 4, 319, sofern nicht crîfiga zu lesen ist, vgl. greifig sp. 48; di zu euch koment in scheffim gewanden, wan inwendig sint si griphig wolf cod. tepl. Matth. 7, 15; (die seele ist) gotz griffig und enpfenglich Tauler nach Schmidt elsäss. 155a; gelt, reiter, so baursleut haben griffige finger Schönherr glaube u. heimat (1911) 38; auf diese weise hergestellte schleifsteine sind auszerordentlich griffig Karmarsch-Heeren 4, 678; übertragen: die neumährische verantwortungen haben oft eine satyrische, vortheilhafte, griffige, höhnische schreibart Bengel abrisz d. sog. brüdergemeinde (1751) 394; er hat griffige reden brauchen wollen, ich hab ihm aber heimgeigt Auerbach neues leben (1871) 1, 91; die grazien dürfen aber wiederum nicht echauffirt und abgearbeitet, mit scharfen accenten oder mit 'griffigen redensarten' in scene gesetzt sein B. Goltz characteristik 44; dabei hefteten sich seine griffigen augen nicht ohne wohlgefallen auf die broche der dame Waldau aus d. junkerwelt (1851) 1, 299.
2) passiv: was sich greifen läszt:

du griffic, sihtic immer gebendez iht (gott)
Frauenlob kreuzleich 1, 8;

der samen, darausz das holz wachset, der (ist) sichtbar und griffig Paracelsus opera 1, 280 C Huser; 'gut und weich anzugreifen' Unger-Khull 307; (kletter-)stangen mit ovalem durchschnitt sind, namentlich für kinder, nicht griffig genug Kregenow-Samel gerätkunde 55; angesichts einiger hübsch illustrierter bücher, deren verleger es auch an gutem papier und schönen griffigen einbänden nicht fehlen lieszen monatsschr. bücherwurm, märz 1911, s. 4;

[Bd. 9, Sp. 312]


a sengsen schen fein,
aft a dirndl schen griffi —
wen soll das nöt freun!
Stelzhamer 1, 294 Rosegger;

etwas anders: von einem weibsbild, das sich gern betasten läszt Staub-Tobler 2, 720 (vgl. griff I 3); fest, von webstoffen ib. (vgl. griff I 1); ein leichtes tuch losen, aber durch walken ziemlich griffig gewordenen gewebes Leipz. ztg. v. 4/5 1849, s. 2248; fühlbar fett, von mastvieh (vgl. griff I 2) Staub-Tobler 2, 720; mit festem fleisch versehen: das kalb ist nit griffig Martin-Lienhart 1, 271a; kelbergriffig von einer trächtigen kuh, bei der man das kalb schon fühlt, ib.; im forstwesen: 'gr. hat bei baumstämmen die bedeutung, dasz sie mit den armen umfaszt werden können' Behlen forst- u. jagdk. 3, 498; ein dreigrieffichter ahornbaum Lohenstein Armin. 1, 1131; eitel zwei- und dreigriefige eichbäume 1, 1354; eine viergrieffige rieseneiche 2, 780; auch vom spannenmasz: eichene zimlich dicke zwey oder drey spannengriffige runde und ungeschälte pfäle Hohberg georg. cur. 2, 473a; vgl. greifig; dazu griffigkeit, f.: (ein webproduct), welches .. milde und griffigkeit besitzen musz Karmarsch-Heeren 5, 342; mit verändertem suffix: griffisch gern zugreifend, hungrig Liesenberg Stieger ma. 85.
 
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griffknorpel, m.: ferner besasz sie einen handstock, der am griffknorpel ein riemlein hatte Rosegger 8, 32.

 

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