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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
grieszig bis grieszkrampf (Bd. 9, Sp. 282 bis 283)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) grieszig, adj., sandig, körnig: grisig arenosus Diefenbach 47a; grieszig arenosus Sturmius L 2a; griesecht, griesechtig, griesig sandig, voll gries Henisch 1745; griesicht et griesig arenosus, sabulosus, glareosus, recrementitius Stieler 702; griesicht, grieselicht Kramer teutsch-ital. (1700) 1, 565a; grieszig Steinbach 1, 644; schweiz. auch mit erweitertem suffix: arenosus sandächtig, grieszächtig Frisius dict. 116a, ebenso für glareosus 605b, sabulosus 1171b; s. u. Calepinus. in den dialecten weniger häufig als grieszlich, mit dem es in der bedeutung theilweise zusammengeronnen ist: griessig sandig, körnig; griessiger (lockerer) boden; griessiges feld das mit sand und steinen vermischt ist Fischer schwäb. 3, 382; griesig kleinkörnig wie griesz (von buttermilch, geschmolzener butter und honig) Martin-Lienhart 1, 282; ähnlich griesicht Schmidt straszb. 44; grieszig mit sand überdeckt Sallmann dtsch. ma. in Esthland 50. literarisch allgemein, und zwar zumeist in anlehnung an griesz 1 b grobsand: ein gryszig erdtrich sabulosa terra Brack voc. rerum (1491) 37b; am dreitzehenden octobris ... zogen wir ferrner ein steinige griesige gegend J. Tucher bericht d. meerfahrt 49b; das land Cabul ... ein griesig und sandig lande Mathesius Sarepta (1571) 1b; im sandichten, griesz- und kiesichten boden ist hingegen das haacken nichts nütze allg. haush.-lex. (1749) 1, 45a; oder an griesz 1 c ufersand: sandechtig und grieszechtig erdtrich, als gewonlich ist an den gestaden der wasseren Calepinus XI ling. (1598) 618b; an denen griesichten ufern des wassers Döbel jägerpractica (1754) 4, anh. 84; griesicht, grieselicht bächlein Schottel hauptspr. (1663) 346; sodann: die mühlstein sollen hart, fest und nicht griesicht oder sandicht seyn Hohberg georg. cur. (1682) 2, 97; die griesigen (schuttbedeckten) platten des Wetterstein- und Karwendelgebirges Barth kalkalpen 123; die verbrennung .. griesiger kohle Lueger 4, 239; alt in der verbindung grieszig (grobes) mell machen tirol. weisth. 1, 26, 18; griesicht brot panis furfuraceus Stieler 702; griesichtes mehl Voigtel wb. 2, 132. sehr früh nach griesz 4 mit bezug auf den blasenstein: ist daz harn griezich unde daz diu flekelîn schînent dâ inne, sô lît der harnstein in den lanchen arzneibücher II 2b Pfeiffer; also auch das bier einen griesichen mörben stein macht und podagram Paracelsus opera 1, 479 A Huser; griessig der das grien hat

[Bd. 9, Sp. 283]


Dentzler 140a; Venusdiener die samptlich noch in ihren jungen tagen ... theils grimsichtig, theils griessig Guarinonius greuel d. verwüstung (1610) 1134; die dann griessig und steinig sind Paracelsus 1, 508 B.
 
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grieszkleid, n.: dasz der satan zu Nicea in gestalt eines officiers mit einem langen stoszdegen und in einem weiszen grieszkleide zu ihm kommen Berger electa jurispr. supplem. 2, 374; bezeichnung eines gröberen stoffes? griesgaze von mehlgaze unterschieden bei Karmarsch-Heeren 38, 233. —
 
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grieszkleie, f., 'die beim schrotgange von gries abgesiebte u. die beim zweiten u. dritten griesgange aus dem beutel fallende kleie' Krünitz 40, 433; Adelung; altes compositum: siliqua griessklyen Diefenbach nov. gloss. 338b; nim ein handt voll gryeszklygen Gersdorff wundarznei (1517) 20; ihr (der hühner) speisz soll sein gesottene gersten, hirsen, grieszkleien Herr feldbau (1551) 169b. —
 
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grieszklosz, m.
 
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grieszknecht, m., salinenarbeiter im holzrechen Schmeller 1, 1012; vgl. grieszamt, -hafter. —
 
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grieszknödel, m., grieszklosz, bair. österr. Schmeller 1, 1012; Schöpf 213; Hügel wien. 71; dafür auf alem. boden grieszknopf, m. Fischer schwäb. 3, 832; kriisknepf plur. Meisinger 78; dem. griesknöpfle Martin-Lienhart 1, 282. —
 
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grieszkoch, m., eine grieszspeise Amaranthes frauenz.-lex. 128. 131; Adelung; Unger - Khull 307a. —
 
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grieszkohle, f., schotterige kohle Karmarsch-Heeren 3 5, 72; Lueger 4, 239. —
 
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grieszkolik, f., durch harn- oder nierengriesz hervorgerufene kolik Chomel öcon. lex. 4, 1348; Adelung.
 
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grieszkorn, n.: auch ist die schale (beim tritonshorn) mit ... groben griesskörnern besetzt Brehm thierl. 10, 395 Pechuel - Loesche.
 
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grieszkrampf, m., ein krampf, der vom blasengriesz herrührt Campe, Heinsius.

 

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