Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
grieszhaut bis grieszklosz (Bd. 9, Sp. 281 bis 283)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) grieszhaut, f., gänsehaut Müller - Fraureuth 1, 441; vgl. grieseln. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszholm, m., bestimmter balken bei schleusen und wasserwehren: bei hölzernen schleusen ist auf die köpfe der griessäulen .. ein griesholm .. aufgezapft Lueger 7, 246; vgl. grieszbaum, -säule.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszholz, n. 1) amerikanisches holz, nach Adelung vom behenbaum, guilandina moringa, nach Holl von hyperanthera moringa, wb. 268a oder von cissampelos 136a; der abgusz davon wurde in älterer zeit viel gebraucht als mittel gegen den nieren- und blasenstein; daher, entsprechend der deutschen bezeichnung, lignum nephriticum, ad renum, urinae incommoda G. Franck

[Bd. 9, Sp. 282]


flora francica 100; bois néphrétique Schwan nouv. dict. 1, 789a; vgl. Chomel öcon. lex. 4, 1348; Jacobsson technol. wb. 2, 152a; im 18. jh. zu optischen experimenten (der demonstration fluorescierender farben) verwendet Chomel a. a. o.; Jacobsson 5, 736a; allg. dtsch. bibl. 100, 461; auch blaues sandelholz genannt Adelung. 2) name der rainweide, ligustrum vulgare Nemnich 209; Holl 150a; Pritzel - Jessen 214; schon bei Adelung; nach griesz sandboden. 3) 'grieshölzer werden die buschholzwaldungen an den ufern und auf den auen der Donau und Iller genannt' Behlen 3, 496; nach griesz uferland. 4) holz am wagengestell Schmeller 1, 1012. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszhorst, m., sandinsel in einem flusse Chomel öcon. lex. 4, 1349. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszhuhn, n., bezeichnung verschiedener wasservögel; meist als 'allgemeine benennung der sand- u. strandläufer' notiert Adelung, Heinsius, Unger - Khull 307a; bei Oken naturgesch. 7, 570 werden die griesz- oder sandhühner als besondere gattung glareola geführt, vgl. schon Nemnich wb. d. naturgesch. 209; Naumann 9, 437; stahren, gibitz, grieszhühner Hohberg georg. cur. 2, 709; danach Chomel öcon. lex. 4, 1349; andere scheiden grieszhuhn und sandläufer Döbel jägerpractica (1754) 1, 73; Heppe wohlred. jäger (1763) 153a; nach Suolahti 269 auch für den regenpfeifer, charadrius; pluvier Schwan nouv. dict. 1, 789b; vgl. grieszhahn. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszhülse, f., name der rainweide, ligustrum vulgare Nemnich 209; Holl 135b; Pritzel-Jessen 214; vgl. grieszholz 2.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszich, n., collectivum zu griesz: 'grieszig oder grusz ist was von dem werk an zäsergen und wachskrumen herunter und auf den boden fällt, sordes, purgamenta' Overbeck gloss. melitt. (1765) 37; bei Schwan nouv. dict. 1, 789b, Adelung, Campe das griesig.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszig, adj., sandig, körnig: grisig arenosus Diefenbach 47a; grieszig arenosus Sturmius L 2a; griesecht, griesechtig, griesig sandig, voll gries Henisch 1745; griesicht et griesig arenosus, sabulosus, glareosus, recrementitius Stieler 702; griesicht, grieselicht Kramer teutsch-ital. (1700) 1, 565a; grieszig Steinbach 1, 644; schweiz. auch mit erweitertem suffix: arenosus sandächtig, grieszächtig Frisius dict. 116a, ebenso für glareosus 605b, sabulosus 1171b; s. u. Calepinus. in den dialecten weniger häufig als grieszlich, mit dem es in der bedeutung theilweise zusammengeronnen ist: griessig sandig, körnig; griessiger (lockerer) boden; griessiges feld das mit sand und steinen vermischt ist Fischer schwäb. 3, 382; griesig kleinkörnig wie griesz (von buttermilch, geschmolzener butter und honig) Martin-Lienhart 1, 282; ähnlich griesicht Schmidt straszb. 44; grieszig mit sand überdeckt Sallmann dtsch. ma. in Esthland 50. literarisch allgemein, und zwar zumeist in anlehnung an griesz 1 b grobsand: ein gryszig erdtrich sabulosa terra Brack voc. rerum (1491) 37b; am dreitzehenden octobris ... zogen wir ferrner ein steinige griesige gegend J. Tucher bericht d. meerfahrt 49b; das land Cabul ... ein griesig und sandig lande Mathesius Sarepta (1571) 1b; im sandichten, griesz- und kiesichten boden ist hingegen das haacken nichts nütze allg. haush.-lex. (1749) 1, 45a; oder an griesz 1 c ufersand: sandechtig und grieszechtig erdtrich, als gewonlich ist an den gestaden der wasseren Calepinus XI ling. (1598) 618b; an denen griesichten ufern des wassers Döbel jägerpractica (1754) 4, anh. 84; griesicht, grieselicht bächlein Schottel hauptspr. (1663) 346; sodann: die mühlstein sollen hart, fest und nicht griesicht oder sandicht seyn Hohberg georg. cur. (1682) 2, 97; die griesigen (schuttbedeckten) platten des Wetterstein- und Karwendelgebirges Barth kalkalpen 123; die verbrennung .. griesiger kohle Lueger 4, 239; alt in der verbindung grieszig (grobes) mell machen tirol. weisth. 1, 26, 18; griesicht brot panis furfuraceus Stieler 702; griesichtes mehl Voigtel wb. 2, 132. sehr früh nach griesz 4 mit bezug auf den blasenstein: ist daz harn griezich unde daz diu flekelîn schînent dâ inne, sô lît der harnstein in den lanchen arzneibücher II 2b Pfeiffer; also auch das bier einen griesichen mörben stein macht und podagram Paracelsus opera 1, 479 A Huser; griessig der das grien hat

[Bd. 9, Sp. 283]


Dentzler 140a; Venusdiener die samptlich noch in ihren jungen tagen ... theils grimsichtig, theils griessig Guarinonius greuel d. verwüstung (1610) 1134; die dann griessig und steinig sind Paracelsus 1, 508 B.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszkleid, n.: dasz der satan zu Nicea in gestalt eines officiers mit einem langen stoszdegen und in einem weiszen grieszkleide zu ihm kommen Berger electa jurispr. supplem. 2, 374; bezeichnung eines gröberen stoffes? griesgaze von mehlgaze unterschieden bei Karmarsch-Heeren 38, 233. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszkleie, f., 'die beim schrotgange von gries abgesiebte u. die beim zweiten u. dritten griesgange aus dem beutel fallende kleie' Krünitz 40, 433; Adelung; altes compositum: siliqua griessklyen Diefenbach nov. gloss. 338b; nim ein handt voll gryeszklygen Gersdorff wundarznei (1517) 20; ihr (der hühner) speisz soll sein gesottene gersten, hirsen, grieszkleien Herr feldbau (1551) 169b. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszklosz, m.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: