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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
grieszhahn bis grieszig (Bd. 9, Sp. 281 bis 282)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) grieszhahn, m., in Steiermark bezeichnung eines wasserläufers, actitis hypoleucus Unger-Khull 307a; Suolahti 289; anderwärts meint grieszhennel den regenpfeifer, charadrius Naumann naturgesch. d. vögel 7, 191; vgl. grieszgans, -huhn. —
 
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grieszhändler, m., grenailleur, grenetier Schwan nouv. dict. 1, 789a; vgl. DWB gräuszler, DWB grieszler. —
 
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grieszhärig, adj.: grieshärig, stammhärig wird von der wolle gesagt, wenn solche auf dem boden oder felle hart und z. th. filzig ist und sich bei dem verarbeiten nicht recht leget Jacobsson technol. wb. 2, 152a; Campe, Heinsius.
 
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grieszhaut, f., gänsehaut Müller - Fraureuth 1, 441; vgl. grieseln. —
 
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grieszholm, m., bestimmter balken bei schleusen und wasserwehren: bei hölzernen schleusen ist auf die köpfe der griessäulen .. ein griesholm .. aufgezapft Lueger 7, 246; vgl. grieszbaum, -säule.
 
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grieszholz, n. 1) amerikanisches holz, nach Adelung vom behenbaum, guilandina moringa, nach Holl von hyperanthera moringa, wb. 268a oder von cissampelos 136a; der abgusz davon wurde in älterer zeit viel gebraucht als mittel gegen den nieren- und blasenstein; daher, entsprechend der deutschen bezeichnung, lignum nephriticum, ad renum, urinae incommoda G. Franck

[Bd. 9, Sp. 282]


flora francica 100; bois néphrétique Schwan nouv. dict. 1, 789a; vgl. Chomel öcon. lex. 4, 1348; Jacobsson technol. wb. 2, 152a; im 18. jh. zu optischen experimenten (der demonstration fluorescierender farben) verwendet Chomel a. a. o.; Jacobsson 5, 736a; allg. dtsch. bibl. 100, 461; auch blaues sandelholz genannt Adelung. 2) name der rainweide, ligustrum vulgare Nemnich 209; Holl 150a; Pritzel - Jessen 214; schon bei Adelung; nach griesz sandboden. 3) 'grieshölzer werden die buschholzwaldungen an den ufern und auf den auen der Donau und Iller genannt' Behlen 3, 496; nach griesz uferland. 4) holz am wagengestell Schmeller 1, 1012. —
 
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grieszhorst, m., sandinsel in einem flusse Chomel öcon. lex. 4, 1349. —
 
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grieszhuhn, n., bezeichnung verschiedener wasservögel; meist als 'allgemeine benennung der sand- u. strandläufer' notiert Adelung, Heinsius, Unger - Khull 307a; bei Oken naturgesch. 7, 570 werden die griesz- oder sandhühner als besondere gattung glareola geführt, vgl. schon Nemnich wb. d. naturgesch. 209; Naumann 9, 437; stahren, gibitz, grieszhühner Hohberg georg. cur. 2, 709; danach Chomel öcon. lex. 4, 1349; andere scheiden grieszhuhn und sandläufer Döbel jägerpractica (1754) 1, 73; Heppe wohlred. jäger (1763) 153a; nach Suolahti 269 auch für den regenpfeifer, charadrius; pluvier Schwan nouv. dict. 1, 789b; vgl. grieszhahn. —
 
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grieszhülse, f., name der rainweide, ligustrum vulgare Nemnich 209; Holl 135b; Pritzel-Jessen 214; vgl. grieszholz 2.
 
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grieszich, n., collectivum zu griesz: 'grieszig oder grusz ist was von dem werk an zäsergen und wachskrumen herunter und auf den boden fällt, sordes, purgamenta' Overbeck gloss. melitt. (1765) 37; bei Schwan nouv. dict. 1, 789b, Adelung, Campe das griesig.
 
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grieszig, adj., sandig, körnig: grisig arenosus Diefenbach 47a; grieszig arenosus Sturmius L 2a; griesecht, griesechtig, griesig sandig, voll gries Henisch 1745; griesicht et griesig arenosus, sabulosus, glareosus, recrementitius Stieler 702; griesicht, grieselicht Kramer teutsch-ital. (1700) 1, 565a; grieszig Steinbach 1, 644; schweiz. auch mit erweitertem suffix: arenosus sandächtig, grieszächtig Frisius dict. 116a, ebenso für glareosus 605b, sabulosus 1171b; s. u. Calepinus. in den dialecten weniger häufig als grieszlich, mit dem es in der bedeutung theilweise zusammengeronnen ist: griessig sandig, körnig; griessiger (lockerer) boden; griessiges feld das mit sand und steinen vermischt ist Fischer schwäb. 3, 382; griesig kleinkörnig wie griesz (von buttermilch, geschmolzener butter und honig) Martin-Lienhart 1, 282; ähnlich griesicht Schmidt straszb. 44; grieszig mit sand überdeckt Sallmann dtsch. ma. in Esthland 50. literarisch allgemein, und zwar zumeist in anlehnung an griesz 1 b grobsand: ein gryszig erdtrich sabulosa terra Brack voc. rerum (1491) 37b; am dreitzehenden octobris ... zogen wir ferrner ein steinige griesige gegend J. Tucher bericht d. meerfahrt 49b; das land Cabul ... ein griesig und sandig lande Mathesius Sarepta (1571) 1b; im sandichten, griesz- und kiesichten boden ist hingegen das haacken nichts nütze allg. haush.-lex. (1749) 1, 45a; oder an griesz 1 c ufersand: sandechtig und grieszechtig erdtrich, als gewonlich ist an den gestaden der wasseren Calepinus XI ling. (1598) 618b; an denen griesichten ufern des wassers Döbel jägerpractica (1754) 4, anh. 84; griesicht, grieselicht bächlein Schottel hauptspr. (1663) 346; sodann: die mühlstein sollen hart, fest und nicht griesicht oder sandicht seyn Hohberg georg. cur. (1682) 2, 97; die griesigen (schuttbedeckten) platten des Wetterstein- und Karwendelgebirges Barth kalkalpen 123; die verbrennung .. griesiger kohle Lueger 4, 239; alt in der verbindung grieszig (grobes) mell machen tirol. weisth. 1, 26, 18; griesicht brot panis furfuraceus Stieler 702; griesichtes mehl Voigtel wb. 2, 132. sehr früh nach griesz 4 mit bezug auf den blasenstein: ist daz harn griezich unde daz diu flekelîn schînent dâ inne, sô lît der harnstein in den lanchen arzneibücher II 2b Pfeiffer; also auch das bier einen griesichen mörben stein macht und podagram Paracelsus opera 1, 479 A Huser; griessig der das grien hat

[Bd. 9, Sp. 283]


Dentzler 140a; Venusdiener die samptlich noch in ihren jungen tagen ... theils grimsichtig, theils griessig Guarinonius greuel d. verwüstung (1610) 1134; die dann griessig und steinig sind Paracelsus 1, 508 B.

 

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