Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
grieszeln bis grieszhahn (Bd. 9, Sp. 281)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) grieszeln, vb. 1) intrans. grieseln 'in gestalt des grieses, d. i. kleiner stücke zerfallen oder herunterfallen' Adelung, Campe, Heinsius; es grieszelt, grisselt vom fallen der kleinsten hagel- oder schneekörner Vilmar 137; bisweilen vom wasser 'rieseln':

rieselt, ihr wellen,
schleichet durch büsche,
grieselt mit kwellen
Zesen verm. Helikon (1656) 2, 126;

hinauf musz es (das wasser) rieseln,
herunter musz es grieseln
Tieck schr. 20, 214;

körnig werden (von gerinnender milch) Müller - Fraureuth 1, 441; österr. mehlblen und grieseln Joh. Heumann opusc. (1747) 696, wo grieszeln anscheinend eine ähnliche bedeutung hat wie bair. es mehlbelt; vgl. DWB mehleln th. 6, 1867. 2) trans. in kleine stücke zermalmen Adelung.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszelwerk, n.: grieselwerk bohnen, fasolen, erbsen, linsen, gerste, gries, heidekorn und hirse Nemnich wb. d. naturgesch. 209.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszen, vb. 1) griesen redigere in rudus Henisch 1745; comminuere in glareolam Stieler 702; den weissen griessen quelle des 15. jh. bei Schmidt elsäss. 155a; 'den gespitzten weizen zu griesz mahlen' Adelung; Heinsius schreibt griesen und grieszen wb. 532a b; schweiz. 's chrüsch griesen griesz aus der kleie gewinnen; bildl.: jemanden griesenn ihn machen, gewähren lassen, seinem thun keinen werth beilegen; auch schon in älterer zeit: bei einem drohenden schiffbruch rät der patron: darum bychtend und tüeg jeder, das er truw zu griesend was er sich vorzunehmen getraut Staub-Tobler 2, 802 (quelle von 1519). 2) schwäb. sand, kies an- oder wegschwemmen; das wasser griesset unterwühlt den boden Fischer schwäb. 3, 831. 3) hierher wohl, unpersönlich gebraucht, gryssen als das wetter gefreust bruniare Diefenbach nov. gloss. 60a; vgl. grieszeln 1.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszente, f. = krickente anas grecca Unger-Khull 307a. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszfeld, n.: der Wimbachgrat ..., durch dessen scharten die griesfelder des Wimbachthales heraufschimmern Barth kalkalpen 99. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszgalle, f., sandige oder steinige stelle eines ackers, einer wiese Schmeller 1, 1012; Fischer schwäb. 3, 831; Buck flurnamenb. 90. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszgang, m., ein mahlgang, s. Krünitz unter grieszkleie. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszgans, f.: dem. griesgansl regenpfeifer, charadrius Schöpf tirol. 213; vgl. Suolahti vogeln. 269. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszgerste, f., hordeum vulgare Holl 135b. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszhafter, m., ein salinenbeamter: wir haben .. des ohne unsers rath und salzmairs vorwissen zur fänknusz genommenen grieszhafters überschribnen .. entschuldigungsbericht zwar empfangen Lori bair. bergrecht 414 (quelle v. 1630); vgl. grieszknecht, -meister. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grieszhahn, m., in Steiermark bezeichnung eines wasserläufers, actitis hypoleucus Unger-Khull 307a; Suolahti 289; anderwärts meint grieszhennel den regenpfeifer, charadrius Naumann naturgesch. d. vögel 7, 191; vgl. grieszgans, -huhn. —

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: