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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
griesz(e)lich bis grieszhafter (Bd. 9, Sp. 280 bis 281)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) griesz(e)lich, adj., körnig: grieselicht, griesicht ghiaroso, granito, granuto, granoso Kramer teutsch-ital. (1700) 1, 565a; namentlich in obd. maa. allgemein: griesselecht körnig, sandig Fischer schwäb. 3, 831; griessilat körnig Lexer kärnt. 124; griaslert feinkörnig Hügel 71; griescheli steinig (von äckern) Schmeller 1, 1012; namentlich von gerinnender milch grieselet, grieszelig, gritzelig, grüszelet Stalder 1, 497; grieselicht Schmid schwäb. 243; grieselicht, grieszelicht Reinwald henneberg. 2, 55; auch von andern speisen, die körnchen spüren lassen: 's koch, mues, d selz wird scho grieszələt Schmeller 1, 1012; grieslicher huni honig Follmann 216a; vgl. Müller-Fraureuth 1, 441. literarisch seit dem 14. jh.: das holz hat mer rinden oder röck umb sich ..., und ist zwischen zwain röcken ain kriezlohteu materi, diu ist gnuog mürb oder mar K. v. Megenberg 324, 21; weiszer und grawer kisz ... macht die zin mürbe und grieszlicht Mathesius Sarepta (1571) 99b; ist der harn grieselt und scheinen flechtlein darinn, so liegt der stein in den lenden Hohberg georg. cur. aucta 3, 218b; da wo frischer schnee sich rasch in firn (körniger, griszelicher eisschnee) verwandelt Berlepsch Alpen 179; (die oberfläche von bracteaten, die) nicht glatt, ... sondern immer grieselich ist Luschin v. Ebengreuth münzkunde 77; gelegentlich mit erweitertem suffix: etlicher boden ist grieselichtig glareosum Horscht geheimnisse d. natur 1, O 7a. auffällig durch die kürze des vocals sind grislich kleinkörnig Kramer bistritz. 41;

[Bd. 9, Sp. 281]


grielech kiesig, griesig lux. ma. (1906) 154b; griseleh voll körner Bauer-Collitz 41a.
 
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grieszeln, vb. 1) intrans. grieseln 'in gestalt des grieses, d. i. kleiner stücke zerfallen oder herunterfallen' Adelung, Campe, Heinsius; es grieszelt, grisselt vom fallen der kleinsten hagel- oder schneekörner Vilmar 137; bisweilen vom wasser 'rieseln':

rieselt, ihr wellen,
schleichet durch büsche,
grieselt mit kwellen
Zesen verm. Helikon (1656) 2, 126;

hinauf musz es (das wasser) rieseln,
herunter musz es grieseln
Tieck schr. 20, 214;

körnig werden (von gerinnender milch) Müller - Fraureuth 1, 441; österr. mehlblen und grieseln Joh. Heumann opusc. (1747) 696, wo grieszeln anscheinend eine ähnliche bedeutung hat wie bair. es mehlbelt; vgl. DWB mehleln th. 6, 1867. 2) trans. in kleine stücke zermalmen Adelung.
 
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grieszelwerk, n.: grieselwerk bohnen, fasolen, erbsen, linsen, gerste, gries, heidekorn und hirse Nemnich wb. d. naturgesch. 209.
 
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grieszen, vb. 1) griesen redigere in rudus Henisch 1745; comminuere in glareolam Stieler 702; den weissen griessen quelle des 15. jh. bei Schmidt elsäss. 155a; 'den gespitzten weizen zu griesz mahlen' Adelung; Heinsius schreibt griesen und grieszen wb. 532a b; schweiz. 's chrüsch griesen griesz aus der kleie gewinnen; bildl.: jemanden griesenn ihn machen, gewähren lassen, seinem thun keinen werth beilegen; auch schon in älterer zeit: bei einem drohenden schiffbruch rät der patron: darum bychtend und tüeg jeder, das er truw zu griesend was er sich vorzunehmen getraut Staub-Tobler 2, 802 (quelle von 1519). 2) schwäb. sand, kies an- oder wegschwemmen; das wasser griesset unterwühlt den boden Fischer schwäb. 3, 831. 3) hierher wohl, unpersönlich gebraucht, gryssen als das wetter gefreust bruniare Diefenbach nov. gloss. 60a; vgl. grieszeln 1.
 
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grieszente, f. = krickente anas grecca Unger-Khull 307a. —
 
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grieszfeld, n.: der Wimbachgrat ..., durch dessen scharten die griesfelder des Wimbachthales heraufschimmern Barth kalkalpen 99. —
 
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grieszgalle, f., sandige oder steinige stelle eines ackers, einer wiese Schmeller 1, 1012; Fischer schwäb. 3, 831; Buck flurnamenb. 90. —
 
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grieszgang, m., ein mahlgang, s. Krünitz unter grieszkleie. —
 
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grieszgans, f.: dem. griesgansl regenpfeifer, charadrius Schöpf tirol. 213; vgl. Suolahti vogeln. 269. —
 
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grieszgerste, f., hordeum vulgare Holl 135b. —
 
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grieszhafter, m., ein salinenbeamter: wir haben .. des ohne unsers rath und salzmairs vorwissen zur fänknusz genommenen grieszhafters überschribnen .. entschuldigungsbericht zwar empfangen Lori bair. bergrecht 414 (quelle v. 1630); vgl. grieszknecht, -meister. —

 

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