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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
grieszbier bis grieszelwerk (Bd. 9, Sp. 280 bis 281)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) grieszbier, n., cerevisia tenuis ex furfuribus creta Henisch 1745; Stieler 702. —
 
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grieszbrei, m.: griesbrey minestra di farro, polenta Kramer teutsch-ital. (1700) 1, 565a; Adelung, Campe; = grieszmus Fischer schwäb. 3, 831; von 3 strichmetzen gersten soll er (der müller) geben grosz gerollte gersten drey achtel, grieszbrein drey viertel und ein achtel Hohberg georg. cur. (1682) 2, 99; es kam griesbrei in schmalz gekocht Rosegger schr. II 3, 244; vgl. grieskoch. —
 
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grieszbrett, n.: griezpret oder rung, troica; trabele, est lignum positum supra axem in curru vocab. theuton. (1482); vgl. Diefenbach unter drotheca 191c und trocea 598c; ein bretlein, so man an die runge der wagenräder macht, dasz der koth nicht auf die axe fallen und in die nabe kommen kann Frisch 1, 372c; derjenige theil des vorderwagens, der sich auf dem achsenstock und dem schemel befindet Fischer schwäb. 3, 831; Staub-Tobler 5, 901; Seiler basl. ma. 147; Martin-Lienhart 2, 202; brett am pflug, neben dem moltbrett Schmeller 1, 1012; in älterer sprache auch ein bestandtheil des mühlwerkes Staub-Tobler a. a. o.
 
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grieszbrot, n., grobes schwarzbrot Kramer bistritz. 37. —
 
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grieszbrücke, f., unterbau für geschütze (auf nachgiebigem boden): zu solchem feldtzeug gehören 8 zimmerleut, die sich brauchen lassen bey dem geschütz der arckeley, ... gestüb und ansetz risch zu machen, grieszbrücken und was man dann bedarf Fronsperger kriegsb. 2, 48a. —
 
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grieszbühel, m., sandbank, sandinsel: von angewachsenen griesbuhlen und werden Haltaus 753; grieszbuchel veraltete bezeichnung für sandinseln im Main Sartorius Würzburg 143. —
 
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grieszdocke, f., bei mühlen- und wasserwehren ein bestandtheil des grieszwercks allg. haush.-lex. (1749) 1, 621a; Chomel öcon. lex. 4, 1348; Adelung; vgl. grieszsäule.
 
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grieszelbeere, f., vaccinium vitis idaea, preiszelbeere Pritzel-Jessen 424.
 
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griesz(e)lich, adj., körnig: grieselicht, griesicht ghiaroso, granito, granuto, granoso Kramer teutsch-ital. (1700) 1, 565a; namentlich in obd. maa. allgemein: griesselecht körnig, sandig Fischer schwäb. 3, 831; griessilat körnig Lexer kärnt. 124; griaslert feinkörnig Hügel 71; griescheli steinig (von äckern) Schmeller 1, 1012; namentlich von gerinnender milch grieselet, grieszelig, gritzelig, grüszelet Stalder 1, 497; grieselicht Schmid schwäb. 243; grieselicht, grieszelicht Reinwald henneberg. 2, 55; auch von andern speisen, die körnchen spüren lassen: 's koch, mues, d selz wird scho grieszələt Schmeller 1, 1012; grieslicher huni honig Follmann 216a; vgl. Müller-Fraureuth 1, 441. literarisch seit dem 14. jh.: das holz hat mer rinden oder röck umb sich ..., und ist zwischen zwain röcken ain kriezlohteu materi, diu ist gnuog mürb oder mar K. v. Megenberg 324, 21; weiszer und grawer kisz ... macht die zin mürbe und grieszlicht Mathesius Sarepta (1571) 99b; ist der harn grieselt und scheinen flechtlein darinn, so liegt der stein in den lenden Hohberg georg. cur. aucta 3, 218b; da wo frischer schnee sich rasch in firn (körniger, griszelicher eisschnee) verwandelt Berlepsch Alpen 179; (die oberfläche von bracteaten, die) nicht glatt, ... sondern immer grieselich ist Luschin v. Ebengreuth münzkunde 77; gelegentlich mit erweitertem suffix: etlicher boden ist grieselichtig glareosum Horscht geheimnisse d. natur 1, O 7a. auffällig durch die kürze des vocals sind grislich kleinkörnig Kramer bistritz. 41;

[Bd. 9, Sp. 281]


grielech kiesig, griesig lux. ma. (1906) 154b; griseleh voll körner Bauer-Collitz 41a.
 
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grieszeln, vb. 1) intrans. grieseln 'in gestalt des grieses, d. i. kleiner stücke zerfallen oder herunterfallen' Adelung, Campe, Heinsius; es grieszelt, grisselt vom fallen der kleinsten hagel- oder schneekörner Vilmar 137; bisweilen vom wasser 'rieseln':

rieselt, ihr wellen,
schleichet durch büsche,
grieselt mit kwellen
Zesen verm. Helikon (1656) 2, 126;

hinauf musz es (das wasser) rieseln,
herunter musz es grieseln
Tieck schr. 20, 214;

körnig werden (von gerinnender milch) Müller - Fraureuth 1, 441; österr. mehlblen und grieseln Joh. Heumann opusc. (1747) 696, wo grieszeln anscheinend eine ähnliche bedeutung hat wie bair. es mehlbelt; vgl. DWB mehleln th. 6, 1867. 2) trans. in kleine stücke zermalmen Adelung.
 
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grieszelwerk, n.: grieselwerk bohnen, fasolen, erbsen, linsen, gerste, gries, heidekorn und hirse Nemnich wb. d. naturgesch. 209.

 

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