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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
griesfuchs bis griesz (Bd. 9, Sp. 266 bis 273)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) griesfuchs, m. 1) der virginische fuchs, canis cinereo-argenteus, dessen rücken silbergrau gesprenkelt ist Nemnich wb. d. naturgesch. 209; Prechtl technol. encycl. 11, 20; engl. greyfox. 2) pferd von grieselicher färbung Unger-Khull 307a; zu greis grau, vgl. sp. 65 und oben 2grieselich.
 
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griesgram, m. , in alter sprache swm.; zur form und herkunft vgl. das reicher entwickelte vb. griesgramen.
1) das knirschen der zähne: stridor gris-, griszgram der zen Diefenbach 556a; vgl. nov. gloss. 350b; ahd. nur in erweiterter gestalt nachzuweisen: in griscramode in fremitu Graff 4, 326; cristcrimmod stridor dentium ahd. gl. 1, 188, 11; wesentlich beschränkt auf das zähneknirschen in der hölle:

thar ist gristgrimmo endi gradag fiur Heliand 2144 Mon.;

[Bd. 9, Sp. 267]


da ist niht wan weinen und wfen und grisgram der zene spec. eccles. 168 Kelle;

da wirt alle freid tewr
da nix anders ist dan grisgram der zend passionssp. aus Tirol 276 Wackernell;

dissimiliert: weinen und grissame Lucidarius 62, 8 Heidlauf; erweitert:

der armen cene grisegram
piniget sie besunder väterbuch 15210;

nur bis ins mhd., abgelöst durch grisgramen der zene; ganz vereinzelt im nhd.:

wann wir die ewigkeit der griszgramstraf betrachten
Rompler erstes gebüsch (1647) 9.


2) ende des 18. jhs. taucht das subst. mit ganz anderer bedeutung wieder auf, anscheinend ohne zusammenhang mit mhd. grisgrame, vielmehr neugebildet nach dem adj. griesgramig und dem vb. griesgramen, in anlehnung an das subst. gram, dem es auch in der bedeutung zuneigt: mürrischer sinn, miszmuth; im nd. mag der gedanke an grîs grau mitspielen:

griesgram sieht alles grau
Böhme volksthüml. lieder d. Deutschen 222;

ein alter hagrer mops voll griesgram
bleibt noch von kopf und pfot ein mops
Voss sämtl. ged. 6, 122;

kein alter macht für die schönheit der natur unempfindlich, nur der griesgram thut es Hegner molkenkur 3, 124; gern persönlich: 'der stärkste ausdruck für den begriff des grämlers ist griesgram (griesgramm)' Weigand synon. 2, 431;

laszt ja den griesgram gehn!
Bürger 21a;

doch hat er (Nereus) einen harten kopf,
der widerwärtige sauertopf,
das ganze menschliche geschlecht
machts ihm, dem griesgram, nimmer recht
Göthe 15, 158 Weim.;

oft gebraucht, vgl. 13, 1, 10; 16, 238; IV 21, 132; 37, 136; ein mann, der immer zankt und keift, ein griesgram Bauernfeld ges. schr. 4, 227; der ästhetische griesgram Hebbel tageb. 3, 89; namentlich alter griesgram:

ja, alter griesgram, dank sind wir dir schuldig
Zach. Werner kreuz a. d. Ostsee (1806) 107;

seitdem er nicht mehr schieszen kann, ist er eigentlich ein alter griesgram Rosegger 4, 267; auch dialectisch, besonders im nd.: dat is ên rechten grîsgram; greīsgrm murrkopf Bauer-Collitz 41a; jriesgram Brendicke 130a; grîsgram Frischbier 1, 254; Fischer samländ. 53; wer in Karlsbad ein foidel, ein geizhals ist, in Braunau ein lasterband oder griesgrom Petters stoffsamml. 13; grisgram mürrischer mensch Fischer schwäb. 3, 842.
 
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griesgram, adj., mürrisch; im älteren nhd. nur spurweise:

solch rauche wort wird er mir geben ..
wie er dann streng und griszgram ist
Spangenberg-Fröreisen griech. dramen 2, 118;

erst ende des 18. und anfang des 19. jhs. häufiger: dem fürchterlichen griesgramen teufel Maier Fust v. Stromberg 32; der griessgrame kerl (der tod) will mir keine frist mehr dekretieren Iffland theatral. werke 5, 62; ihr griesgrames muckern Jahn 2, 750;

selbst der bischof, der gewöhnlich
griesgram aussieht, wenn er messe
lesen soll
Heine 2, 141 Elster;

'ein niedriger ausdruck für mürrisch, verdrieszlich' Rumpf gemeinnütz. wb. (1811) 145; Heinsius 2, 532; für die alten greisgramen gesellen Maier sturm auf Boxberg 68; vgl. z. f. d. w. 10, 121; schwäb. auch mit dem umlaut von griesgrämig: es ist eine griesgräme kälte Fischer 3, 842.
 
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griesgramen, vb. , mit den zähnen knirschen. herkunft und form.
1) als erster bestandtheil im ahd. meist gris-, cris-, doch auch noch die ältere form crist-: cristcrimmot rugit

[Bd. 9, Sp. 268]


ahd. gl. 1, 154, 17; cristcrimot stridit 154, 25; cristcrimmod zaneo stridor dentium 188, 11; kristkrimmunc stridor 252, 27; vgl. Graff 4, 326; asächs. gristgrimmo Heliand 2144 Mon.; vgl. auch aengl. grist, m.(?), das zermahlen, korn zum zermahlen, zermahlenes korn; gristbitian, -bátian mit den zähnen knirschen; gristian mahlen, reiben; gristel, m., knorpel; auch engl. gristle, mnd. gristel; mhd. ûz gristen ausmahlen mhd. wb. 2, 1, 823a unter gerüste; meist mit aengl. grindan zerreiben zusammengestellt: germ. *gred-sti zum stamm gred-, einer nasallosen seitenform zu grend-, vgl. Fick 43, 140; diese deutung, an sich nicht ohne bedenken, läszt die in älterer sprache nicht seltenen u-formen unerklärt: cruscrimmunt, grusgrimmon, gruscrimmotun, irgruscrimmota Graff 4, 326; do grustgramet er. alsô sol der sünder grustgramen in sîner riuwe pred. d. 13. jhs. 1, 111 Grieshaber; (er) grüszgramet Spreng Äneis 212a; noch im heutigen schwäb. grusgrämig Fischer 3, 842; dazu offenbar got. krusts tunþiwe Matth. 8, 12: vgl. Grimm gr. 2, 573. deshalb eher zu den parallelwurzeln grs- grs- (s. o. grieseln horrere, griesen ringere), als deren grundbedeutung 'knirschen' anzusetzen wäre; so, nach Kluge, Th. Braune dtsch. etymologieen, progr. Berlin 1912; das dentalsuffix auch beim adj. grijstelich, s. o. 1grieselich. aus gründen des wortrhythmus öfter griese-, besonders im md. und nd.: griesegrammen Hesler apoc. 10642; der cene grisegram väterb. 15210; so griesegramet die heilige kriminaljustiz Möser 3, 81;

gar zu griesegrämlich
schauet er (der himmel) herein
W. Müller 298 Hatfield;

griesegrammlich Weinhold schles. 29; grysegrammen Richey hamburg. 81; schwäb. auch gritzgrammen; gritzgrimm, -gramig, -grämig Fischer 3, 842; gelegentlich dissimiliert: gisgrimmot Graff 4, 326 (oder fehler?); assimiliert und umgedeutet: graszgramen Seb. Franck sprichw. (1541) 2, 166a, vgl. DWB grasz zornig; falsch verhochdeutscht: greisgram, s. o. 2griesgram; vgl. greisgram, -grimmig sp. 91; weiter ab stehen grimgranen Schade sat. 1, 127, 20; grimgramsen (s. d.) u. ä.; zur zerlegung in dem sprichwort grisz schlecht gern nach gramen s. o. unter griesen.
2) im zweiten bestandtheil ist grimm- die ältere form (bedeutung 'knirschen', wie sie auch beim adj. ahd. grim, grimmi 'zornig' primär ist; vgl. zano gagrim stridor dentium Monsee- Wiener fragm. Matth. 13, 42): gristgrimmo Heliand 2144 Mon.; cristcrimmod zaneo ahd. gl. 1, 188, 11; kristkrimmunc 252, 27; auch beim vb. ist im ahd. -grimmôn häufiger als -gramôn Graff 4, 326; noch frühmhd. nicht selten:

vil griscrimmente er sprach kaiserchron. 6252;

thâ (im kampfe) wart michel grisgrimmen Rolandsl. 5914 Bartsch;

dâ sol wesin weinen und grisgrimmen der zende pred. des 13. u. 14. jhs. 73, 22 Leyser (aber 74, 19: grisgrammen); nur in einer formel der rechtssprache länger lebendig geblieben: als ein grisgrimmender löwe Grimm rechtsalterth. 2, 375 (s. u. bedeutung 1); beim adj. nur in spuren: dasz er gantz griszgrimmig gegen himmel geschaut Abr. a St. Clara Judas 1, 54; schwäb. gritzgrimm Fischer 3, 842. — daneben auch schon im ahd., wenngleich nicht ganz so häufig, formen mit gram-: gris-, crisgramôn, -cramôn Graff 4, 326; in griscramode in fremitu ib.; grisgramunga ahd. gloss. 1, 713, 30c; natürlich, dem stamm gram- entsprechend, stets mit einfachem m; doch seit dem spätahd. auch formen mit mm, die in demselben masze zunehmen wie griesgrimmen zurückgeht und ihre consonanz vielleicht von da übernommen haben; vgl. Graff a. a. o.; griesgrammen ist auch die schreibung mancher neuerer lexicographen, vgl. Adelung 2, 799; H. Braun 126b; Voigtel 2, 131; Täubel buchdruckerk. anh. 11.
3) der zweite bestandtheil erscheint, durch anlehnung an andere verba, in allerlei variationen: griesgrannen, nur in älterer sprache: aber es ist das er gryszgrannet

[Bd. 9, Sp. 269]


über dich suscenset tibi Terenz (1499) 21b; das hab ich doch jetz am hergon mit mir selber griszgrannet 46a; daneben gryszgrammen 19b. 92a; also griszgrante und bran er in im selbst Schaidenreiszer Od. (1537) 84a; griesgrannen fremere gemma gemm. (1508) l 1b;

der löw grieszgrant, thet zornig sein
Eyering proverb. 1, 139;

von den bösen zenckischen weiben
die nichts können dann greinen, zannen,
auch schelten, fluchen und griszgrannen 2, 74.

griesgramsen, ganz vereinzelt: also muste nun Sanatruzes solches einwilligen, wie heftig er auch in sich selbst grieszgramsete Bucholtz Herkuliskus (1665) 197; vgl. 13. griesgrameln, ebenso selten: grisgramle weder laut noch im stillen, dasz ich bisher deinen lieben brief unbeantwortet gelassen habe briefe von u. an Bürger 3, 252 Strodtmann. griesgrämen, erst in neuerer zeit: alles heimliche griesgrämen der geistlichen hilft da nicht allg. dtsch. bibl. 76, 347; auch in der construction an grämen angelehnt: es griesgrämt mich, wenn ich so viel unerträgliches mit dem titel anakreontisch beehrt sehe Uz bei H. Feuerbach Uz und Cronegk 33; dazu dialectisch griesgrämer homo morosus Meisinger rappenau. 78. griesgrämeln, in jüngerer zeit häufiger: die Ludmer hatte bei dieser erörterung zur antwort gegriesgrämelt und 'gebrummkatert' Gutzkow ritter v. geiste 8, 70; wie denn auch griesgrämelnde kritiker keinen anstand genommen haben zu behaupten Scherr hammerschläge (1872) 70; dazu griesgrämler Böhme gesch. d. tanzes 272; griesgrämelei: das arme menschenleben ist ja so kurz, und wir sollten noch einen so groszen theil mit misanthropischen griesgrämeleien verderben! Seume bei Planer-Reiszmann 92. griesgrauern, bair. nach Heinsius 2, 532. bedeutung.
1) von thieren: zunächst 'mit den zähnen knirschen', dann 'murren, brüllen'; besonders vom hund:

dô grisgrammete der hunt,
vil lût er ingegen dem herren screi kaiserchron. 407, 29 Diemer;

aber auch von den verschiedensten anderen thieren, z. b.:

vil starc ist sîn (des serpantes) grisgrammen
und sîn toben daz er tuot
Konr. v. Würzburg troj. 8202;

als under zamen schâfen
ein wilder wolf grisgrammet
und ûf si wirt entpflammet 12619;

dieser gebrauch ist im mhd. am lebendigsten, vgl. Lexer 1, 1089; er dauert bis ins nhd.:

und mit seiner beerischen stimm
murrt er (der bär) und grissgrammet mit grimm
H. Sachs 9, 214 Keller;

gemeltes eberschwein lief mit grisgrammen und mit brinnenden augen auf die jäger Schaidenreiszer Od. (1537) 83a; seit je gern vom löwen: do begonde der lewe grisgramen und ungeberdic sîn väterb. 8, 5 Palm; darum ward der leo zornig über den esel und griszgramet mit den zenen Steinhöwel Äsop 86 lit. ver.; gelegentlich auch in der bibelstelle 1. Petr. 5, 8: der tüfel der get üch noch alse ein grisgrammender löwe Nic. v. Basel 168 Schmidt; als formel der rechtssprache: es soll der richter auf seinem richterstul sitzen als ein grisgrimmender löwe Grimm rechtsalterth. 2, 375; nun so sitze er auch ... auf dem richterstuhle als ein griesgrammender löwe Adelung magazin 2, 1, 141;

der richter sitzt,
schlagend den rechten fusz über den linken,
griesgramend als ein leu
Kretschmann 2, 280;

vor solchen griesgrimmenden löwen dreht nun oft das wildpret der gerichtsstube den hut Jean Paul 39, 116; vgl. auch: aber sagt vielleicht ein grisgramender kunstrichter allg. dtsch. bibl. 11, 98.
2) gern verbunden mit zahn; namentlich in gewissen bibelstellen; vom spätahd. durchs ganze mhd. stehend als übersetzung von ibi erit fletus et stridor dentium Matth.

[Bd. 9, Sp. 270]


8, 12; 13, 42. 50; 22, 13; 24, 51: weinen unt grisgrammen der zende ahd. evang. übers., Germ. 14, 446; ebenso Beheims evang. buch, erste deutsche bibel (lit. ver.); erst bei Luther, dann auch bei Eck (Ingolst. 1551) und in nd. bibeln gemieden; in zahllosen citaten und variationen zu belegen:

um die rôten vûres flammen,
dar die sêle grisegrammen
inne von êwen zu êwen
Hesler apoc. 10642;

in abgrund der hell, da nichtz anders ist dann heulen und wainen und grissgramen und traurigkait Keisersberg has im pfeffer c 3a; es sey in der hellen ein solches stettwehrendes heulen, grissgramen Ayrer processus juris (1600) 592; nicht minder fest als übersetzung von spumat et stridet dentibus (vom besessenen) Marc. 9, 17: grizgrammit mit den zcenen Beheim evang. buch; ebenso erste deutsche bibel (lit. ver.); Eck bibel (Ingolst. 1550); dann auch in der profanen sprache: liget der mensch in einer sucht und mit den zenden grysgrammt, daz bedeutet den tod oder daz er unsinnig wil werden Ortolf v. Bayrland 14b; öfter als ausdruck von wuth und zorn: alle mine vint shrieren ob mir unt grisgramten mit ir zenden pred. des 13. und 14. jh. 18, 27 Leyser;

(Mezentius) grüszgramet mit den zänen grewlich
Spreng Äneis 212a;

in anderer construction seltener: eyn zorniger gebaret mit allen seinen glidern zorniglich .., die zene knyrschen und grissgrammen Agricola 750 sprichwörter (1534) l 1b;

dô wart ir Wate der altein der zît gewar.
mit grisgramenden zendenze hant huop er sich dar Gudrun 1510, 2,

der geplente Cyclopes biss die grissgramend zen aufainander Schaidenreiszer Od. (1537) 39a; grisgramen der cene von dem froste Lucidarius 5, 7 Heidlauf.
3) ohne ergänzung; das ethos des ausdrucks ändert sich: zufrühest und in mhd. zeit vorherrschend 'in zorn gerathen, zornige gebärden zeigen, vor zorn brüllen, toben, wüthen': grisgramen stridere Diefenbach 556a; frendere nov. gloss. 182a; griszgramen vor zorn fremere gloss. 246c; infremo vor zorn murren und griszgrammen Calepinus xi ling. (1598) 725a; griesgramen ringere, hirrire, frendere, confremere, infrendere Stieler 704; ziu gríscramoton an Christum ebraiçe gentes (fremuerunt) Notker ps. 2, 1, und so stehend in der älteren bibelübersetzung: worumb grisgramtten die heyden erste dtsch. bibel (lit. ver.), ebenso noch bei Eck (Ingolst. 1550); erst von Luther gemieden;

doch bringen sie mit dem verdammen,
mit dem verfolgen und griszgrammen
nur uber sich des herren zorn
Fischart nachtrab 1964 Kurz;

der erzhirt griesgramt wie ein heyde
Pfeffel poet. versuche 3, 154;

theilt man rippenstösze aus, ... so griesegramet die heilige kriminaljustiz gleich nicht anders, als wenn sie einen lebendig verschlingen wollte Möser 3, 81; oft parallel mit ausdrücken des zornes, grimms:

er begreif so grôzen haz
daz sîn gemüete in zorne bran
unde er grisgrammen began Barl. 211, 38;

was finden wir da dann zürnen, greinen, griessgrammen und hass Paracelsus opera 2, 450; irasci ergrimmen, griszgrammen, grüntzen Schöpper synon. b 6 c; die erinnerung an die ursprüngliche bedeutung 'mit den zähnen knirschen' bleibt lange wach:

man hôrte dâ grisgrammen
und mit den zenen klaffen
Konr. v. Würzburg Parton. 6164;

sie sahen alle stürmisch und mörderisch aus, grissgramten und bissen die zähn auf einander Grimmelshausen Simpl. 4, 731 Keller;

[Bd. 9, Sp. 271]


(die häscher Christi) zugleich mit zähnen kirrten,
griszgrammten ungescheut
Spee trutznacht. (1649) 44;

daneben 'mit den zähnen klappen, beben, wimmern vor angst und schmerz'; so besonders im älteren nhd.:

ich hœre dâ grisgrammen (: flammen),
wainen unt wûffen
H. v. Melk tod. geh. 730;

da er gesehen hatt das zettergeschrey, wehe, griszgrammen, jammer und pein volksb. von dr. Faust 52 neudr.;

ja krüm dich, wein, griszgram und klag
Spangenberg-Fröreisen griech. dr. 1, 244;

ob ich schon wandert mit griszgrammen
in dem gar forchtsam finstern thal
H. Sachs 18, 106 Keller-Götze;

das naget mich an meinem hertzen
mit solchem griszgrammen und schmertzen,
das ich zu naht nit schlaffen kan 14, 42;

da (im sterben) höret man manchen schelten, winseln, griszgrammen, dasz sich männiglich darob entsetzt Joh. Saubért wagen Simeonis (1627) 50; zuletzt entwickelt sich die bedeutung 'miszmuthig sein, brummen, nörgeln, schelten'; so vielfach in neueren lexicis: verdrüszlich, übel aufgeräumt sein, saure miene machen Kindleben studentenlex. 96; ein unwilliges, menschenfeindliches gesicht zeigen Heynatz antibarb. 2, 76, ähnlich bei Klein 1, 163; Heinsius 2, 532;

und wer nicht gern sicht leut beisamen,
das er ganz ainsam müszt griszgrammen,
und wer niman mag frölich schauen
Fischart glückhaft schiff 51, 506 neudr.;

griesgrame nur, fluch und vermaledeie
die erde, menschenfeind allg. dtsch. bibl., anh. zu 53—86, 1843;

als das glück, das mir gar hold bis dato gelächelt hatte, mir gar schlumpweise zu griesgramen anhub Mylius drei märlein 293; ein schwindsüchtiger pfaffe griesgrammt, dasz der kaiser sein halbes reich nicht mehr in kutten stecken will Pestalozzi 7, 334; die bibliothek griesgramt über ein defizit Görres briefe 3, 127; gelegentlich reflexiv: die schelmen mögen sich grieszgramen und grämen maler Müller 1, 196.
4) erweitert mit präpositionen:

Annas hiez der vierde jude,
der grisgramete als ein rude
ûf den guten Silvestrum pass. K. 77, 34, vgl. 39, 84;

dô Mariâ unserm hêrren sîn houbt begôz .., daz verkêrte man ir unde grisgramete ûf si und mürmelten gên ir myst. 1, 334, 30; do wart ein murmeln und ein runen uber den legaten, und griszgrametent alle uber in und woltent alle wider in sin städtechron. 8, 50, 30; der mit sich selbst ... mitleidige geist unserer zeit griesgramt spöttelnd über diesen feuersee Jung-Stilling 3, 364;

(die juden) begunden allesamen
gegen im (Jesus) von zorn grisgramen
W. v. Rheinau 159, 22;

diejenigen (lehrer) die ... immer gegen aufklärung und aufklärer griesgramen Wieland 32, 335 Hempel; reflexiv: er ... grein und grisgramet in im selb Seuse dtsch. schr. 39, 19; nach seinem losament eylet, griszgrammend in ihm selbst Kirchhof wendunm. 2, 527 lit. ver.; seltener: sie griszgramten under in selbs, das sie so kleine eer ... davon hetten bracht Seb. Franck Germ. chron. 118a; fürwar das hab ich yetz am hergonds mit mir selbs griszgrammet (mecum stomachabar) Boltz Terenz (1539) 38b; vgl.Jhesus .. grisgrampt im geist (infremuit spiritu) Joh. 11, 33 erste dtsch. bibel 1, 384, Keisersberg evang. 64a.
5) auch dialectisch ist das vb. heute ziemlich erloschen; nd. nur noch in älteren quellen: grysegrammen Richey hamburg. 81; griesgramen heimlich murren, gleich alten leuten Schütze holst. 2, 67; griesgrmen vor unmuth, grimm knirschen, weniger üblich als das adj. Schöpf 213; vgl. Schmeller 1, 995; nur in einer unpersönlichen wendung im obd. anscheinend noch lebendig: es grisgrammet

[Bd. 9, Sp. 272]


es ist streng kalt; besonders vom herumfliegen kleiner schneeflocken bei strenger kälte Fischer schwäb. 3, 842, ähnlich Schmeller a. a. o.; vgl. grieszeln 1; es thut grieszgramen schon bei Klein 1, 163; vgl. Heinsius 2, 532.
 
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griesgrämig, -grämisch, -grämlich, adj. , mürrisch, übellaunig, miszgestimmt; seit dem 14. jh. vereinzelt zu belegen (s. u. 2), aber erst seit dem letzten drittel des 18. jh. reichlicher gebraucht; Kinderling empfindet griesgramig als 'verneuertes wort' reinigk. d. dtsch. spr. 397; bei Adelung noch fehlend, bei Campe, Heinsius als griesgrämisch.
1) die häufigste form ist griesgrämig; in der regel von personen: deshalb denn auch auf jene griesgrämigen pädagogen keineswegs zu achten ist Göthe IV 35, 98 Weim.; sie geberden sich ja wie der griesgrämige major Tellheim Bauernfeld 7, 81; ich gebe daher jedem sauertöpfischen, griesgrämigen manne unrecht, der damengesellschaft scheut Castelli 10, 156; besonders vom alter: dasz ein so hochbegabtes, schönes ... geschöpf nicht geboren sei, ihr leben ... an der seite eines griesgrämigen alten mannes zu vertrauern Spielhagen 3, 248; alte griesgrämige ... männchen werden gewöhnlich von dem rudel .. verbannt Brehm thierl. 1, 26 Pechuel-Lösche; dann auch vom gesicht, blick: sie mag nichts von deinen griesgrämigen gesichtern sehen Bauernfeld 1, 5; begegnete den giftigen blicken dreier .. nebenbuhlerinnen und dem griesgrämigen ihres wächters Gaudy 14, 15; nur müszte man nicht so griesgrämig, wie es würdige historiker .. gethan haben, auf dichter und chronikenschreiber herabsehen Göthe II 3, 132 Weim.; das ölbildnisz des alten herrn .., das griesgrämig genug von der wand ... heruntersieht Justi Winckelmann 1, 121; anderes seltener: so finden wir nicht ... einen naturwüchsigen ausbruch des zornes über die schmach seines volkes, sondern ein griesgrä miges epigramm über staatsmänner Treitschke histor. u. polit. aufsätze 1, 466; gab die tanzkunst es auf, der griesgrämisch-tendenziös .. schulmeisternden dichtkunst länger .. die hand zu reichen R. Wagner 3, 76; auch im dialect: grīs-, auch grūsgrēmig Fischer schwäb. 3, 842; kriiskreemic Meisinger rappenau. 78; greīsgrmeh Bauer-Collitz 41a; grisgrämig verdrieszlich, alles schwarz sehend Mi 29a.
2) älter ist die umlautlose form: wirdelos und grisgramig sterbet und in der helle erstinket ackermann aus Böhmen 12, 18, hier wohl noch in der alten bedeutung 'zähneknirschend' (s. o. griesgramen); griesgramicht stomachose, intemperanter Stieler 704; die form ist im 18. jh. nicht selten, später durch griesgrämig verdrängt: einen alten grisgramigen affen Bode Yorick 1, 118; die dame war eben nicht in ihrer festagslaune und überhaupt ein wenig griessgramich Wetzel kakerlak 37; er verzog sein grieszgramiges gesicht zu einer art lächeln Gaudy 2, 43; dialectisch: grisgrâmig Schöpf 215; griasgramich Hügel 71; gritzgrāmig Fischer schwäb. 3, 842; jrísjrámig Hertel thür. 108; Liesenberg Stieger ma. 147; grîsgramig Frischbier 1, 254. nach dem muster des verb. (s. griesgramen form 2) sind auch hier formen mit kurzer stammsilbe zu erwarten:

eim wilden griszgrammigen alten
H. Sachs 7, 48 Keller;

zwanzigtausend menschen, die ein einziger criminalist durch schwert, beil, galgen und rad mit 'grieszgrammigem leuengesicht' vom leben zum tode bringt Cramer Neseggab 4, 349 (vgl. griesgramen bed. 1); ein griesgrammiger alter herr E. Th. A. Hoffmann 2, 98 Grisebach; griesgrammig Schemionek elbing. 14.
3) mit anderem suffix: ein griszgrämisches gesicht Hippel lebensläufe 2, 157; ich bin kein griessgrämischer richter und verdammer der freude Arndt schr. f. u. a. s. l. Deutschen 2, 162; und griesgrämisch begann er hier eine predigt zu halten Rückert 5, 273; was mischen wir wünsche wie farben und wirken unserm leben aus launen ein griesgrämisches kleid

[Bd. 9, Sp. 273]


Eulenberg Anna Walewska (1899) 36; auch dies ohne umlaut: sie haben recht, man musz nicht so griesgramisch seyn Bürger an Gleim, Strodtmann 3, 274; dabei ist er jetzt griess-gramisch geworden Schopenhauer briefe 263 Grisebach; mit kürze: griesgrammisch Martin-Lienhart 1, 272a.
4) in anlehnung an grämlich auch griesgrämlich, namentlich, aber nicht ausschlieszlich auf nordd. boden: griesgrämliche richter mit vertrocknetem herzen Göthe 42, 2, 483 Weim.; wer ist jemals mit einem grisgrämlichen gesichte zu gaste gegangen Wieland Lucian 1, 253; der verfasser ist ein griesgrämlicher liberaler, der es nicht versteht, in einen sauren apfel zu beiszen und dabei zu lächeln Börne 2, 73; ich will heute keinen griesgrämlichen sittenprediger vorstellen Bogumil Goltz jugendleben 3, 254; mit säuerlicher schärfe und griesgrämlicher verdächtigung wurde von stund an alles französische besprochen Gutzkow 12, 399; und zöge sicherlich nicht so verdrossen und griesgrämlich einher und langweilte die menschheit Raabe Abu Telfan (1870) 116;

gar zu griesegrämlich
schauet er (der himmel) herein
W. Müller ged. 298 Hatfield;

grisgrēməlk Schmidt-Petersen 54a; griesegrammlich Weinhold schles. 29.
5) dialectisch beschränkt ist die bedeutung 'grimmig kalt' Fischer schwäb. 3, 842; vgl. 2griesgram und griesgramen 5.
 
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griesgrämlichkeit, f., morositas: ich, den die griesgrämlichkeit des alters noch wenig angefallen hat Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen 4, 369; die von sorgen und griesgrämlichkeiten gequälte menschheit Agnese Schebest aus dem leben 123; gegen diese (zuschrift) hielt ihre griesgrämlichkeit nicht stich Holtei erzähl. schr. 14, 255.
 
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griesgramung, f., zähneknirschen, nur in älterer sprache: stridor dentium grisgramunga ahd. gl. 1, 713, 30c; kristkrimmunc 252, 27; grisgramung der zeen Diefenbach 556a; da wirt wainen und grisgramung der zend erste dtsch. bibel (lit. ver.) 1, 53, Matth. 13, 42.
 
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griesgrimmig, adj., zornig: dasz aber denselbigen tag lauter regen und ungewitter war, ist er (Caligula) also erzürnt worden, dasz er gantz griszgrimmig gegen himmel geschaut Abr. a St. Clara Judas 1, 54; zur form vgl. griesgramen form 2.
 
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griesig, adj., furchtbar, seltene seitenform zu 1grieselich (s. d.):

grade so garstig,
griesig und grau
R. Wagner 6, 133;

grīseg Schmidt-Petersen 54a.
 
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griesing, f., ornamentale glasmalerei, schwarz auf weiszem glas Mothes ill. baulex. 2, 529; zu greis grau, vgl. sp. 65 und oben 2grieselich.
 
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griesz, m. n. , sabulum. form.
1) ahd. grioz, crioz sand, kies, gestade; asächs. griot sand, ufer; mnd. grêt sand; mnl. (selten) griet grober sand; nnl. ebenso; afries. grêt sand, ufer; aengl. greót sand, staub, erde; anord. grjôt steine; schwed. gryt korn. germ. greu-ta, wie das synonyme grien, zur wurzel gru zerreiben Fick 43, 145; vgl. ahd. firgriozan, stv., zerreiben; das wort erscheint zufrühest in dem stammnamen Greutungi, d. i. strandbewohner, s. Zeuss 407. auszerhalb des germ. sind verwandt lat. rudus; aslav. gruda erdscholle; russ. grúdá steinhaufen; lit. grúdas korn, grúdżiu stampfen; lett. grauds korn; ohne dental cymr. gro sabulum; corn. grou arena; aus dem germ. entlehnt ital. greto steiniger ufersand; prov. greza grobkörniger sandstein; frz: grès sandstein u. a., vgl. Diez 2, 330; junge entlehnung aus dem deutschen ist norw. gris feine grütze.
2) das wort ist im anord., aengl., mnl., wohl auch im asächs. neutrum; ahd. als masc. bezeugt durch den plural grioza, merigrioza Graff 4, 345; mericreozza ahd.

[Bd. 9, Sp. 274]


gl. 1, 245, 35; mhd. meist masc.: ûfen griez Parz. 41, 25, vgl. 519, 15; guldeinen griez K. v. Megenberg 485, 12; der grysz des meeris Rothe thür. chron. 237; nur im alem., zumal im schweiz., neutrum: an daz griez gestade Konr. v. Würzburg troj. 25333; ûf daz griez R. v. Ems Wilh. 14923; daz griez an dem stade des meres pred. 1, 113 Grieshaber; der sîn korn sæt an daz griez v. d. Hagen gesamtab. 2, 219, 17; dasz gries des mers Birlinger wb. z. volkst. 36 (aus Bebenhausener legendar von 1439); das griese furfures Staub-Tobler 2, 801 (15. jh.); uf das undergriess ib. (a. 1606); begruben alda iren könig Adelreich .. in das gries oder kiese Hertzog chron. Alsatiae (1592) 109;

am ufer wütet sehr das griesz
daran die windtsbraut heftig bliesz
Spreng Äneis 4b;

das sand .. und auch das grisz Bech Agricola (1621) 225; auszerhalb des alem. selten: das gries oder sant tirol. weisth. 1, 26, 20; auf ein steyniges griesz Fronsperger kriegsb. 2, f f 2v; nur in der bedeutung 'blasenstein' herrscht im 16. 17. jh. das neutr. allgemein, um dann wieder vom masc. verdrängt zu werden (genaueres s. bed. 4); von modernen dialecten gebraucht das schweiz. noch weithin das neutr. Staub-Tobler 2, 801; im schwäb. stellenweise neutr. im sinne 'blasenstein' und 'geschrotenes getreide' Fischer 3, 831; auch im lothr. und hess. erscheint das neutr. noch Follmann 215b; Vilmar 137. für gries in flur- und ortsnamen scheint das neutr. noch heute die regel (vgl. den plural griesser) Fischer schwäb. 3, 830; Birlinger schwäb. 203; Schöpf 213. auf ein fem. deutet ein freilich unsicherer beleg:

wir stehn auf einer griesse
und freust uns an die füesse;
wir stehn auf einem gilgenblatt
gott geb euch allen ein gute nacht neujahrswunsch a. d. 15. jh. (handschr.).


3) schwäb. gelegentlich mit ü (unter dem einflusz des synonymen grûz?): das grüse, das in der blauter wirt Birlinger schwäb. 204; gicht, zipperlein und grüsz (: füsz) Weckherlin 1, 494; vereinzelt auch im bair.: für das grimen des harms oder grüesz Unger-Khull (quelle d. 16. jh.); hie und da mit epithetischem e: an das lant in den griesse Arigo decam. 107, 10 Keller; ebenso 92, 8. 123, 5; das griese furfures Staub-Tobler 2, 801 (quelle des 15. jh.).
4) zur orthographie des auslauts sei bemerkt, dasz die s-form noch im 17. jh. selten ist, aber schon in die wörterbücher einzudringen beginnt: gries, griesz furfures Henisch; differenciert: gries arena, rudus, furfures; griesz nephritis Stieler; im 18. jh. gewinnt sie die vorherrschaft, auch die lexicographen entscheiden sich für sie: Kramer, Frisch, Gottsched (dtsch. sprachk. [1748] 82), Adelung, Campe, Heinsius bis hinab zu Sanders schreiben gries, nur Steinbach hat noch griesz. manche scheiden die formen nach der bedeutung, aber ganz willkürlich: gries arena, griesz nephritis, furfures Chomel öcon. lex. 4, 1347; gries arena, griesz furfures H. Braun wb. (1793) 126b; Täubel buchdruckerk., anh. 11; bis gegen ende des 19. jh. herrscht gries, gestützt durch die nachbarschaft von grus und kies, mais und reis, fast unbeschränkt, und zwar auch im inlaut: mit feinem griese Barth kalkalpen (1874) 581; griese sind .. bruchstücke des mehlkörpers Muspratt chemie 2, 89; dagegen: am podagra und griesze Droste-Hülshoff werke (1879) 1, 230. heute hat die schulform griesz wieder die vorhand. bedeutung.
1) sand, kies, sandfläche.
a) sand schlechthin: griess arena Diefenbach nov. gloss. 33a; arenosus voll sand und griesz Frisius dict. (1556) 116a; griesz, sandt gravier Hulsius-Ravellus (1616) 145b; des griezes (wüstensandes) hitze Ulr. v. Eschenbach Alex. 9806;

lag gantz todt uff desz sandes griesz
Wickram 7, 264 lit. ver.;

[Bd. 9, Sp. 275]


in älterer literatur beliebt namentlich in gewissen vergleichen, die der bibel entstammen; nach 1. Mos. 22, 17 (vgl. 1. Kön. 4, 20 u. a.): das unzehlliches groszes volk also der grysz des meeris Rothe thür. chron. 237; sahen den keysser mit eyner unczelichen schare, als gryss unde grass dess ertriches, kummen Gerstenberg chron. 112 Diemar; to hant quemen dar der ouelen geyste so vele alse grases unde gretes Schiller-Lübben 2, 144a; vgl. DWB sand th. 8, 1758; nach Hiob 6, 3: ob der mensch auch so vil mörde ... diebstal het getan wievil griesz ist in dem möre Eyb spiegel d. sitten (1511) l iia; nach 1. Mos. 13, 16. 15, 5:

ob du des mers griez soldes zeln
und alle sternen sunder nennen, ich bin unverlorn wartburgkr. 23, 11 Simrock;

zähl jemand, wo er kann, den griess am Oderstrande
Günther ged., nachlese (1742) 14;

sprichwörtlich:

der sîn korn sæt an daz griez,
der nem auch allen sîn geniez
v. d. Hagen gesamtab. 2, 219, 17;

auf das sand oder griesz syen, sein arbeit verlieren Frisius diction. (1556) 798a; und din griez (staub) niemer mzze kumen z andrem griezze schwabensp., landr. cap. 263 Lassberg (aus dem judeneid); und jeder müllner (soll) die neugehauten stain zuvor mit seinen aignen grischen beschiten und das gries oder sant sauber darmit herabmallen und putzen tirol. weisth. 1, 26, 20; der griesz oder sand von denen gepochten ertzen, daraus der gute schlich gezogen ist Herttwig bergbuch (1734) 6b; besonders von dem sande, der von gewässern mitgeführt wird:

wan vil wazzer in ir lant truoc
für den griez edel gesteine Parz. 519, 15;

wann wie lauter ein wasser ist, fleuszt es durch sandigen griesz, das wasser wirt betrieb Hartlieb Ovid (1482) 50a; durch die wulkenbrüch gond die wasser an, brechend aus und verfüerend die felder mit gries, steinen, stauden und stöcken Staub-Tobler 2, 801 (quelle v. 1582); der strom kann einem grundeigenthümer land oder sand (wasen oder griesz) anschütten und abtreiben Grimm rechtsalterth. 42, 77; fliezendeu wazzer ... diu ziehent guldeinen griez und etleiche edel gestain K. v. Megenberg 485, 12;

der flüsse schönes gold verwandelt sich in griess 'die Lohe an die Oder', epicedion bei
Lohenstein Ibrahim sultan;

bei Minerophilus anscheinend prägnant für goldsand, bergwerkslex. (1730) 304. 311; weiter vom grund eines gewässers: (das schiff) mer dann halbes in den griesse und grunt sancke Arigo decam. 123, 5 Keller; trinckt er ausz ainem schiffreichen wasser sibentzehen elen tief hynein, das man auf den griesz sehen kan Lindener katzipori 187 lit. ver.;

wan got den gerechten nie geliesz,
ob er das schiflin sinken liesz
etwan nach bis uf den griesz,
berüert doch nie den grund bibl. älterer schriftwerke d. Schweiz I 4, 11;

gelegentlich auch im plural: der steine vindet me dâ alsô vile sô der grieze ged. d. 11. u. 12. jhs. 366, 14 Diemer; ein wazzer, heizet Hermus, da bi vindet man guldine griese Lucidarius 15, 16 Heidlauf; entsprechend noch in neuerer ma. ein sing. gries, sandkorn Loritza 54b.
b) daneben seit alters und je später um so entschiedener 'grober sand, kies'; meist glossiert mit sabulum: grysz, griesz, gries Diefenbach 506a; sand, griesz Frisius (1556) 1171b; kysz oder grysz Brack vocab. rer. (1491) 37b; grossior arena griesz Pinicianus (1516) k viiic; grob sand, griesz Golius onom. 36, ebenso Calepinus xi ling. (1598) 1283b; dann auch mit glarea: griez Diefenbach 264c; gries nov. gloss. 194b; glarea est tenuissimus lapillus in torrente, griez Schmeller 1, 1012 (mskr. d. 15. jhs.); glarea griesz, das ist steinächtig sand am gstad der wasseren Frisius dict. (1556) 605b; glarea griesz oder kisz Calepinus xi ling. 618b; ager calculosus

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steinacker, voll griesz, steinächtig Frisius 61b; scrupeus quod est lapillosum voll steinlin und griesz Calepinus 1314a; ebenso in modernen maa.: grobkörniger sand, kies Staub-Tobler 2, 801; kies und sand Fischer schwäb. 3, 830; kies Meisinger rappenau. 78; steingerölle, sandmasse Birlinger schwäb. 203; grober sand Schmeller 1, 1012; Unger-Khull 307; grobkörniger sand Crecelius 436; steingeröll aus kleinen steinen Leihener cronenberg. 47b; grober sand, kies Sallmann esthl. 21b; schon in alter sprache mit sand zusammengestellt, doch wohl als das gröbere:

ne mag im sand endi greot
geuuredien uuið themu uuinde Heliand 1821;

der nimt vür golt griez unde sant Renner 2368 Ehrismann;

auch den boden etwas mit frischem sand und griess übersäyen Sebiz feldbau (1579) 96;

als vil thut an desz meeres rand
zerstrewet ligen griesz und sand
Spreng Ilias 2, 27b;

unbescheidenen strömen gleich, die aus ihren ufern treten und die fruchtbaren felder mit sand und gries bedecken Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen 1, 447; deutlicher für grobsand: dorsum in mari ein kleiner bühel von griesz oder grossem sand gesamlet Frisius dict. (1556) 449a; auf gedachte pfähle (des fundaments) soll man kalch mit groben sand und griesz führen und ausfüllen Hohberg georg. cur. (1682) 1, 24;

wie ein Atlas an gebärde
hebt er boden, rasen, erde,
kies und gries und sand und letten,
unsres ufers stille betten Faust II 7540;

der grus, den man auch gries, und wenn die stücke etwas gröszer sind, grand und kies nennt, ist das resultat einer ziemlich weit vorgeschrittenen zerstörung .. der gesteine Oken allg. naturgesch. 1, 533; noch gröber: zermürbtes, gepochtes gestein, schutt, geröll: die steinbrückel und das grisz, aus dem pauchtrog dises zeugs genommen ..., soll der arbeiter oben in den durchschlag werfen Bech Agricola 228; ist der berg mit ... rasen bedeckt, der ... an manchen stellen den granit und den steinigen gries des grundes hervorschauen lässt Stifter 4, 1, 258; die schuttlehnen im sprunge hinab, der rollende gries vor meinen füszen .. das ganze feld in bewegung Barth kalkalpen 70; splitteriger gries 326; aus den klüften des berges ziehen straszen von schutt und gries ihr breites band schräg nieder zwischen den starren felsmassen Rosegger II 7, 190.
c) sandfläche; zumeist 'gestade, ufer', auf grund von griez ufersand: grioza syrtium Graff 4, 345;

than is im so them saltethe man bi sees stade
uuido teuuirpit:than it te uuihti ni dog,
ac it firiho barnfotun spurnat
gumon an greote Heliand 1373;

án demo grîeze des stádes Notker 1, 87;

er treip hin an des landes griez
diu schif
Konr. v. Würzburg troj. 25288;

noch wart vor liuten niht gesehen
der anger noch des stades griez 25221;

häufig besonders in der Kudrun, vgl. Martins anm. zu 91, 1, auch oft im plural:

si stuonden unde wuoschenaber daz gewant,
daz si getragen hêtennider zuo den griezen 1205, 3;

von leyde und amacht nider sancke auf den griesse (su'l lito) Arigo decam. 92, 8 Keller; in dem komen sie an den gries bey dem wasser, das In genent Luther 23, 467 Weim.; gehe hin auf ein steyniges griesz, an einem fliessenden wasser Fronsperger kriegsb. 2, f f 2v;

zwischen wasser und gries
hat der edle hirsch gewaschen seine füsz
Erlach volkslieder d. Deutschen 1, 513,

in diesem sinne häufig in bair.-österr. rechtsquellen: esz soll auf der auen, freiung, griesz, perg oder bei der

[Bd. 9, Sp. 277]


Muer niemant ... nichts einzuzeinen sich unterstehen österr. weisth. 6, 257, 28; in allen zu dem südweesen gelegten waldungen, auen, grieszen Lori bair. bergrecht 420 (quelle von 1671); noch heute 'uferland, flaches sandiges ufer' Schöpf 213; Schranka 64; Lexer kärnt. 124; auch 'inselartige sandbank in einem flusse': sie (die sandläufer) bruten hier zu lande auf groszen in denen flüssen liegenden und umflossenen insuln oder griesen auf blosen sande Hohberg georg. cur. aucta (1715) 357b; griesz sandinsel im Main Sartorius Würzburg 143; 'griesze heiszen die zahlreichen grieszbänke des Lechs'; 's griesz in Günzburg eine insel am Kappenzipfel Birlinger schwäb. 203; mittergriessl kleine sandinsel in einem flusse Lexer kärnt. 124; prägnanter: 'platz am ufer eines flusses, wo das auf demselben geflötzte holz gesammelt wird' Schmeller 1, 1012; Schöpf 213; item wer santholz klaubt in der au oder auf dem griesz tirol. weisth. 2, 158, 1; so sollen die laiter und ire knecht ... die ordnung halten, dasz sy kein holtz vom gries füren, es sey dann davor aufzaint Lori bair. bergrecht 140 (quelle von 1509); vgl. grieszamt, -beil, -meister; grundstück am fluszufer: der ander purkfridt gewert von markt hinausz in dasz Mischl zu den groszen stain gegen desz Girczmayr griesz über österr. weisth. 6, 257, 2; das trockene bett der wildbäche Schöpf 213; Lexer kärnt. 124; indessen nicht nur vom ufersand: sumitur etiam pro quolibet loco arenoso et lapidoso vel sabuloso Stieler 702; sandboden, gegend der leichten, sandigen bodenarten Follmann 215b; gries, grieser heiszen sandige äcker Schöpf 213; das ist alter sprachgebrauch:

ac hie ist astandan iuendi sind thesa stedi larea,
thit graf an theson griote Heliand 5824;

specieller: gries (fälschlich gedeutet als greis kreis) circus, locus in orbem septus ad certamina et ludos, vel ad supplicii sumendi securitatem, vel denique ad pecora cogenda Haltaus 753; 'kampfplatz': griesz vel kreisz stadium Diefenbach 550a; vgl.

dâ mite stach er den môr
hinderz ors ûfen griez Parz. 41, 25;

sie rennent ûf dem grieze
Seifr. Helbling 15, 249;

vgl. kreis II 2, th. 5, 2146 und grieszwart; 'richtstätte':

thuo sia thar an grietegalgon rihtun
an them felde uppanfolc Judeono Heliand 5532;

auf dem gries bey dem galgen wart der rost bereit Luther 23, 467 Weim. (hier freilich zugleich fluszufer). als flurname im elsäss. anscheinend nur in älterer zeit: z grius (1277), uf griez (1299) Schmidt elsäss. 155a; auch im schweiz. seltener als grien: uf das undergriess (a. 1606); 's gries bucht einer bachmündung; gries hinterste sennhütte am fusz des gletschers (also: gletscherschutt) Staub-Tobler 2, 801; umso häufiger im schwäb. Fischer 3, 831; vgl. Buck flurnamenb. 90; vielgebraucht als name für straszen, plätze, stadttheile, ortschaften im schwäb. u. bair.-österr., z. b. in Landshut, Burghausen eine am wasser entlang führende gasse; am Griesz platz in Augsburg; Ochsengries, Salzgries in Wien; vgl. ochsengriesz, umgezäumter ort, wo ochsen verkaufft werden Joh. Heumann opusc. (1747) 696; Gries stadtbezirk in Graz; den grunt und poden des heüsls, so da ligt auf den Gries zu Rovereid Brandis landeshauptleute v. Tirol 39 (quelle von 1319); Gries bei Bozen, auf dem Brenner, pasz in Oberwallis. bestimmungsort in zahlreichen bergnamen, von denen der Griesmuttekopf (als Grieszmutt s. 153) und der Grieskopf in der Ferwallgruppe (als Grieskogl s. 169) schon in Maximilians gjaidbuch genannt werden.
2) allgemein für ein mahlproduct der getreidemüllerei; zur sache vgl. allgem. haush.-lex. (1749) 1, 620a; Muspratt chemie 2, 89; in der regel ein feinkörniges product (gegenüber den gröberen grütze, schrot, kleie), doch schwanken die dialecte: 'gries heiszt in Oberdeutschland überhaupt soviel als grütze, in Niederdeutschland verstehet man aber darunter eine vorzüglich feine grütze'

[Bd. 9, Sp. 278]


Jacobsson technol. wb. 2, 151b; 'griesz heiszt man im Glarnerland nicht, wie anderswo, eine art feiner grütze, sondern die schlechteste sorte mehl (rauchmehl), die nur noch dem grüsch (den kleien) vorgeht und ordentlicher weise nicht als menschenspeise, sondern zum futter der schweine und des federviehs dient' Staub-Tobler 2, 801 (quelle von 1813); vgl. dazu: item für das krüsche und das griese, so von myner herren brot etwenn vor zyten gefallen ist, soll myner herren kammer den husgenossen geben 11 pf. ib. (15. jh.); heute im schweiz.: grobgeschrotenes mehl, in der mitte zwischen backmehl u. kleie; grütze, grobgemahlener weizen, hafer, mais Martin-Lienhart 1, 282; feinere grütze Schmeller 1, 1012; grütze, grieszmehl Schöpf 213; grobes mehl Bacher Lusern 263; grütze Lexer kärnt. 124; ebenso Loritza 54b; Sartorius Würzburg 49; griesmehl, grütze Follmann 215b; greis lux. ma. (1906) 154a; grob gemahlenes getreide, grütze Crecelius 436; Vilmar 137; greīs feine grütze Bauer-Collitz 41a; frischgemahlener weizen, aus dem mehl gemahlen wird Müller-Fraureuth 1, 441; jrîsz grieszmehl Liesenberg 148; feine buchweizengrütze Schütze holst. 2, 67; weetengries das grobe vom weizenmehl, was im siebe bleibt Richey hamburg. 80; jrîss Fischer samländ. 53; auch hinsichtlich der getreidearten herrscht schwanken; oft speciell für den weizengries: der sogenannte griesz wird aus den besten weitzen gemacht, und ist dessen zweyerley gattung, ein grober und ein feiner griesz Marperger küchen- u. keller-dict. (1716) 436b; griesz ist der kern oder das beste von dem weitzen Chomel öcon. lex. 4, 1347; Wiener gries der feinste, aus bestem weizen hergestellte gr. Adelung; im ostdeutschen auch für hirsegries Hübner zeitungslex. 312, 86b; lexicalisch seit dem 15. jh.: far gryesz vel gryeszmel Diefenbach 225b; farrago griesze vel klien 226a; furfur griesz 253a; oryza grisz 401a; oziza (l. oriza) gris 404c; farrago griesz, grieszmel nov. gloss. 167a; puls griesz 309a; simela griesz 339a; adeps das marck des korns, der griesz desz korns, das da recht schmiltzt dar in Melber a 5a; crimnum, crassior tritici et zeae farina, ex qua puls fit, griesz vocab. rei numm. (1552) j 1a; gries, semelen, kleien furfures, farinae recrementum crassius; brot mit dem griesz, kleienbrot panis furfuraceus Henisch 1745; (ein edler) desz vatter hat gemacht bumblebum (ein küfer war), oder focht mit der stählenen stangen umb, der masz dem bauren griesz, oder randt mit dem judenspiesz (der ein grieszhändler, krämer war) Fischart groszm. (1607) c 7a; im plural: grosze ... bruchstücke bezeichnet man als schrot, kleinere als griese Karmarsch-Heeren techn. wb. 6, 1.
3) seltener für die zerkleinerungsproducte anderer stoffe: gries kleine steinkohlenstücke von der grösze einer haselnusz Scheuchenstuel österr. berg- u. hüttenspr. 108; da der schiefer in der kohle grob eingesprengt vorkommt, so muss die zerkleinerung der grosskohle auf die erzeugung von .. gries ausgehen Karmarsch-Heeren 5, 71; griess kohlenklein Hoyer-Kreuter technolog. wb. 1, 312; kleine steinkohlenstücke Unger-Khull 307; kohlenstaub Leihener cronenberg. 47b. gries, walgries rudus, fragmenta lapidum Henisch 1745; gries sive steingemüse rudus, .. ruinarum materies, schutt Stieler 925; gries, gravois, ist das gemülle von eingerissenen mauern, aus kleinen stückchen kalk, stein, leimen etc. bestehend Eggers 1, 1107; wenn man die steige mit dem griesz alter zerbrochener mauren bedecket allg. haush.-lex. 2, 235b; gries .. der kalktuft, welcher sich an die gradierreiser der salzwerke anlegt Voigt mineralog. abhandl. (1789) 2, 276; im obd. jeder grobe bodensatz, besonders der des weines Campe, Heinsius.
4) harnsand, blasen-, nierenstein, vom frühen 15. jh. bis in die neueste zeit: partusis der griesz, morbus vesicae Diefenbach nov. gloss. 289b; calculus ..., lapillus in vesica der stain oder griesz Pinicianus (1516) g vic; arenosa urina sandächtiger harn oder voll griesz oder steinlinen Frisius dict. (1556) 1413a; griesz der nieren nephritis Henisch 1745; griesz sive schleim des harns sedimentum urinae Stieler 770;

[Bd. 9, Sp. 279]


fürs gries und für den kram
ward mir die haut erperet
von vieren
Osw. v. Wolkenstein 86, 1, 15 Weber;

im 16. 17. jh. vorwiegend neutrum: den stein, das griesz und blasenwee Seb. Franck Germ. chron. (1538) 258a; bibergeiln ist gt für den schwindel ., das griess Heyden Plinius (1565) 167; (ein zeichen) für das griess oder lendenstein Paracelsus opera 2, 544; der seinen landleithen die drei schmertzlichen kranckheiten, ritten .., das gries und den stain so maisterlich vertriben Brandis ehrenkräntzel 166; vgl. Fischer schwäb. 3, 830; Schmeller 1, 1012; dialectisch hält sich das neutr. noch heute:

dar äpfel ischt süess,
doch macht ar dar 's gries
S. Sailer geistl. reden 27;

daneben aber seit dem 15. jh. (s. o.) das masc.: (das bad) nimpt hinweg ... den griess und risenden stein Seb. Münster cosm. 470;

der greisz und auch der blasenstein
H. Sachs 4, 407 Keller;

also ein anders ist der griesz im menschen, ein anders der griesz in bächen Paracelsus opera 1, 283 c; calculus renum der griesz oder lendenstein Zehner nomencl. (1645) 283;

ein persischer kalif, der zwar den griess,
das zipperlein und eine fistel hatte
Pfeffel poet. versuche 3, 19;

seit dem 18. jh. in der schriftsprache allein herrschend; auch von einer krankheit des falken, die sich durch das abgehen kleiner weiszer steinchen äuszert: von der hauptschwachheit unsrer vögel, nämlich der croyen, so etliche das griesz nennen d'Arcusia falconaria (1617) 82; ausführlich beschrieben allg. haush.-lex. (1749) 1, 620a.
5) anderes vereinzelt: staubartiger anflug: um die unterlippe (der schlange) zieht ein gries von hornbrauner farbe, das auch die schnauze .. färbt Linck schlangen Deutschlands (1855) 84; der gries kleine weisze knötchen auf der gesichtshaut Hügel 71; entengries oder bloszes gries für lemna, wasserlinsen Pritzel-Jessen 206 (Frankfurt a. O.); seltsam ist: ulva (gryesz) crescit in profundo maris Brack vocab. rer. (1491) 52a; irrthümlich scheint die gleichsetzung von mhd. griez mit polygonum fagopyrum Pritzel-Jessen 298. — wohin gehört: antwort der geist: .. dein verzweifelt hertz hat dirs verschertzt. darauf sagt d. Faustus, hab dir S. Veltins griesz und crisam, heb dich von dannen volksb. vom dr. Faust 17, 14 neudr.?

 

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