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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gratifizieren bis gratkante (Bd. 8, Sp. 2055 bis 2058)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gratifizieren, vb., älter gratificiren. im 16. jh. aus lat. gratificari. seit dem 18. jh. kaum noch geläufig. 1) 'belohnen, vergüten, zugutetun': nun hätten ihre kais. maj. die dienste und meriten des grafen zu consideriren und möchten ihm gerne gratificiren (1641) urk. u. aktenst. z. gesch. d. kurf. Friedrich Wilhelm v. Brandenburg 1, 766 Erdm. (oder zu unt. 3?); gratificirn, gutthat beweisen (wilfahren) Overheide verm. teutsche schreib-kunst (1668) 103; demnach nun die Schotten gekommen und in norden gute dienste geleistet, erachtete man für gut, sie mit selbigem blute, darnach ihnen so hefftig gedurstet hatte, zu gratificiren Gryphius trauersp. 474 lit. ver. 2) 'begünstigen', so wohl schon im frühesten beleg: vnd doch hiezwischen (= inzwischen) dem gemeinen nudz vnd etlichen eintzigen knechten, als (= indem) sie (die behörden) durch die finger sahen, vnd die hinziehenden nicht auffhielten, listiger weisz gratificieren vnd gnug thun wolten Halverius warh. beschr. (1570) 2, 329; (offiziere des königreichs) deren etliche nur darauff sahen, wie sie ihren brüdern und freunden gratificiren ... möchten Abelin theatrum Europaeum (1652) 1, 414a. 3) 'willfahren, zu diensten sein, einem wunsche entsprechen': als will dieselbe ich hiermit dienstlich gebetten haben, mir dieselbe (die 'materi') zu communiciren, auff dasz ich meinen fautoribus auch weiter gratificiren möge cursus Kleselianus (1619) A 3a; baldt nach mittage haben die Lubecenses (eine lübische gesandtschaft auf dem durchzug nach Moskau) mir (dem Danziger stadtsekretär Mittendorff) zur andtwortt gegeben, das sie wegen habender befelich ... e. e. radt dieser stadt nicht gratificiren könten (1603) in: hans. gesch.-quellen 7 (1894) 38; gratificiren lat. morem gerere, indulgere, obsequi, ueniam dare alicui; einen in allen gratificiren maxime indulgere alicui Apinus gloss. nov. (1728) 254.
 
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grätig , älternhd. auch gräticht, grätlicht, grätechtig, adj., zu 1grat und 1gräte gebildet.
1) im anschlusz an den eigentlichen gebrauch von grat und gräte, s. dazu noch heiszgrätig s. v. 2grätig.
a) von der bedeutung 'fischgräte' (grat und gräte A 1 a) her soviel wie 'gräten habend', besonders 'viele gräten habend', seit dem ausgehenden 16. jh.: (die fische) haben ein zehe ... grädtechtige substantz H. Frölich offenb. d. natur (1591) 245; wir brachten ein essen fisch zuwegen ausz diesem see (von Tiberias), dieselbigen waren so grätig, daz ich dergleichen nie keine gessen hab Schweigger reyszbeschr. (1619) 318; ein grätichter fisch un pesce pieno di arreste Kramer t.-it. 1 (1700) 557b; die nase (naso) von dem obern rüssel, der hinter sich gebogen, also genennet (eine fischart), hat ein weisses, weiches sehr grätiges fleisch, sonicht gar gesund Hohberg georg. cur. 3 (1715) 2, 304a; das ... gräthige fleisch wird beym kochen gelblich Oken allg. naturgesch. (1839) 6, 309. mit nebenton:

falsches kind!
kalter, grätiger fisch! (die nixe)
R. Wagner ges. schr. u. dicht. (1897) 5, 205.

für die lebende mundart: gra'erige fiske Böning Oldenburg 40 und gretig 'viele gräten habend' Fischer schwäb. 3, 804.
b) vereinzelt zu grat A 2 b 'dorn, stachel': spinosus dornig vel gradtig (var. gradrig) (15./16. jh.) Diefenbach gl. 547a. älter auch in der anwendung auf die angel bzw. den angelhaken, doch ist dabei wohl nicht von einer für grat und gräte unbezeugten bedeutung 'spitzes instrument'

[Bd. 8, Sp. 2056]


(s. DWB grat A 2 d), als vielmehr von der bedeutung 'scharf schneidendes instrument' auszugehen, die hier ebenfalls sachlich gegeben und im älteren gebrauch von grat (s. d. B 4 a) verbreitet ist, vgl. auch das versnîden im folgenden beleg:

ouch ein vil gretik angel
si (die sündige seele) ver snidet in den tot (hs. um 1300)
Tilo v. Kulm v. d. siben ingesigelen 5440 Kochendörffer;

und nym ... klein gesmeidig angel die da guet grätig afterhacken haben Tegernseer angel- u. fischbüchl. (15./ 16. jh.) in: zs. f. dt. altert. 14, 169.
2) im anschlusz an den uneigentlichen und bildlichen gebrauch von 1grat und 1gräte.
a) wohl von grat A 1 d γ, δ bzw. gräte A 1 c γ,δ oder von grat A 2 b (s. ob. b) her soviel wie 'unwirsch, widerborstig'. der bedeutung wegen eher hierher als, wie vielfach angenommen (vgl. die maa.-wbb.), an 2grätig 'geizig, gierig' (s. d.) anzuschlieszen. seit dem 16. jh. belegbar (vgl. auch ähnlich gebildetes grantig): asper ruch, gretig, vnmilt, vngutig, vnwirsch etc. (Hagenau 1516) bei Diefenbach gl. 54b; grätig spinosus. er ist ein grätiger mensch homo est mordax, rixosus Steinbach dt. wb. (1734) 1, 635; grätig 'zänkisch, böse' Rüdiger zuwachs d. sprachkde (1782) 2, 79; grätig sein 'leicht aufzubringen sein, jede kleinigkeit übel nehmen' oberschles. monathschr. (1789) 2, 176; grätig sein, nicht sanft sein, empfindlich, erbittert sein, und dies durch spitze reden an den tag legen Campe 2 (1808) 445a; ich war aber damals (als der herzog v. Koburg-Gotha seine erinnerungen schrieb) sehr grätig, und er hatte auch veranlassung dazu gegeben (1889) G. Freytag br. an s. gattin (1912) 379. mundartlich im obd. und md. reich bezeugt, vereinzelt auch ins nd. hineinreichend. wohl gleichfalls hierher gehörig: grätig 'unnachgiebig, fest beharrend, ausdauernd im widerstande gegen die meinung anderer'. klein aber grätig Frischbier preusz. 2, 526; grâtig (Pustertal) unnachgiebig, arbeitsfreudig Schatz wb. d. Tirol. maa. 1, 251. auch: grêtig (Tannheim) lebhaft, munter ebda. hierher?
b) an den gebrauch von gräte A 1 c ε anknüpfend in der bedeutung 'mager, dürr': das einzige kind des hauses war eine tochter, ein braunes, grätiges ding mit zwei langen schwarzen zöpfen und damals kaum dreizehn jahre alt Th. Storm s. w. 5, 136 Köster. von hier aus: noch tau gradig sin, 'noch zu jung sein, von jungen mädchen gesagt, unreif' Mi Mecklenburg 28; die kochfrau lachte schallend heraus. der (herr Belfontaine) war auch schon früher hübscher als du (ein küchenjunge) ... du grätiger pickelhering, sagte sie unbarmherzig El. Langgässer d. unauslöschl. siegel (1946) 58. für den mundartlichen gebrauch noch verzeichnet: grätig 'mager' rhein. wb. 2, 1364; grätig 'dürr' Fischer schwäb. 3, 804.
3) im anschlusz an grat B 2, gräte B 2 in der bedeutung 'kantig, scharf'. in diesem allgemeineren sinn nur mundartlich, für das schweiz. nachgewiesen (vgl. schweiz. id. 2, 822). literarisch in speziellem anschlusz an grat B 2 e nur im kunsthistor. schrifttum des 20. jhs.: kreuzrippen mit rundem querschnitt und, was wichtig ist, mit schluszstein (finden wir) in Rosheim etwa 1170—90. die sonst nahe verwandte kirche des Niedermünsters am Odilienberg hatte noch grätige gewölbe Dehio gesch. d. dt. kunst 1 (1919) 123; aber erst die erneuerung (der Speyerer krypta) unter Heinrich IV. übertrug die dort bewiesene wölbekunst auf das mittelschiff durch kreuzförmige aber rippenlose, also gratige gewölbe Pinder kunst. d. dt. kaiserzeit (1935) 1, 148.
 
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grätig, gretig, (vgl. t. 4, 1, 6, sp. 202), adj., älternhd. auch grätschicht, 'geizig, gierig'. abgeleitet von 2grat (s. d.), gleich got. gredags, an. grāðugr, aschwed. grādhugher, schwed. dial. grdig, dän. graadig, ae. grǣdiʒ, engl. greedy, as. grâdag; mnd. anscheinend ausgestorben, mnl. wohl nur zufällig nicht belegt, nach Franck-van Wijk etymol. woordenb. (1912) 210a aber vorauszusetzen; nl.

[Bd. 8, Sp. 2057]


graag (vgl. woordenboek 5, 510), welches ins westl. nd. entlehnt wurde (vgl. grâg 'begierig' Doornkaat-Koolman 1, 672a; gra, grag brem.-nieders. wb. 2 [1767] 532), ferner ahd. grâtag, mhd. *grætec unbelegt (stattdessen ist grîtec, das zu einer anderen erweiterung der grundwz. *gher- gehört, geläufig [vgl. s. v. greitig]). ein nl. zuerst bei Kilian (1605) 106b erscheinendes gretig 'avidus, appetens', das dann wohl vom nl. her auch ostfries. (von Stürenburg 75a für Emden) belegt wird (vgl. auch Doornkaat-Koolman 1, 682a), ist wohl am ehesten als entlehnung unseres wortes 2grätig zu fassen, welches im 17. jh. im hd. noch einmal lexikalisch belegbar wird und sich vereinzelt in lebenden maa. (s. u.) erhalten hat. dies nl.-ostfries. gretig 'gierig' seines dentals wegen zu germ. *grat (s. ob. grasz, adj. 'wütend, zornig') zu stellen (wie Falk-Torp 139; Franck-van Wijk 214), die bedeutung des wortes aber (wie t. 4, 1, 6, sp. 202) aus einem (jedoch nicht nachgewiesenen) nd. gredig (entspr. unserm wort) herzuleiten, dürfte kaum möglich sein.2grätig ist ahd. nur in frühen glossen des beginnenden 9. jhs. bezeugt: inhiantes cratage ahd. gl. 2, 316, 10 St.-S.; ebda 1, 171, 4; inhians gratac, gratach ebda 1, 191, 29. im 17. jh. lexikalisch (vgl. auch die belege s. v. gretig): grätig, grätiglich, it. grätschicht, adj. avidus, appetens, cupidus, et adv. avide, voraciter Stieler stammb. (1691) 691; grätig 'geil, gehört zu dem stammworte gehren' Rüdiger zuwachs d. sprachkde (1782) 2, 79. für die lebende ma. als gradig 'begierig, neugierig' rhein. wb. 2, 1341, als grädig bei Martin-Lienhart 1, 286b für das rheinhess., sowie in einer nebenbedeutung 'geizig, naschhaft' in heiszgrätig Fischer schwäb. 3, 1398 (vgl. auch teil 4, 1, 6, sp. 94 s. v. greitig), während schwäb. grätig 'mürrisch, leicht reizbar' Fischer 3, 804 und dasselbe wort in heiszgrätig 'leidenschaftlich, zum zorn geneigt' ebda 1398 mit 2grätig in der bedeutung unvereinbar bleibt und vielmehr zu 1grätig (s. d. 2 a) zu stellen sein wird. das gleiche gilt wohl von der bei Fischer s. v. heiszgrätig beigebrachten bedeutung 'hager, kränklich' (s. 1grätig 2 b) und besonders von der zu 1grat B 3 c und 1gräte B 3 c gehörenden bedeutung 'steinig, kiesig, unfruchtbar'; die genannten unterschiedlichen bedeutungen von schwäb. heiszgrätig wären demnach auch etymologisch voneinander zu trennen. anders, aber wohl zu einfach, ist die darlegung t. 4, 2, 918 s. v. heiszgrätig. — nicht zu 2grätig, wie Mensing annimmt, sondern zu geradig t. 4, 1, 2, sp. 3558 gehört: gradig, adj. 'geschwind, hurtig'. de gradig geit, kümmt gradig wedder Mensing schlesw.-holst. 2, 463. dazu vielleicht auch einiges aus den nd. nachweisen s. v. gretig?
 
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grätig, adj., schwäb. (vgl. Fischer 4, 787) nebenform zu krötig (s. t. 5, sp. 2423).
 
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grätig, s. grätschig.
 
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gräting, n., 'ein aus holz- oder metallstäben gefertigtes gitterwerk, das ... als bodenbelag für laufbrücken ... usw. dient' Alten hdb. f. heer u. fl. (1909) 4, 351. aus engl. grating (vgl. Murray s. v. grating) in die seemannssprache entlehnt (s. Holthausen in: PBB 46, 143), vgl. schon Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 4, 753: viele hatten (beim untergang des kreuzers Blücher im fjord vor Oslo) die über bord geworfenen grätings und sonstiges holz zu fassen bekommen bei Georg v. Hase d. kriegsmarine (1940) 92.
 
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gratis, adv., 'kostenlos, ohne entgelt, ohne gegenleistung'; aus gleichbedeutend. lat. gratis, zufrühest im 16. jh.: das nun furtan in diser faculteten der theologi zu iedem halben iar ordinarie ein disputation furgenomen und gratis, ohne beschwerung und entgeltnus des respondenten gehalten werde (1558) bei Schulz dt. fremdwb. 1, 253; drumb sendet er seinen lieben son ..., der solle ... den menschen wider ausz snd vnd tod erretten, gerechtigkeit vnd leben, vmb sonst vnd gratis wider schenken, wie der arme snder gratis vnnd vmb sonst vnter die sünd verkaufft ... war J. Mathesius Sarepta (1571) 180b; dem raht Gundling hat der könig auf die erste canonical (stelle) des besten stiffts zu Halberstadt

[Bd. 8, Sp. 2058]


expectiviret und die marinengebühren und expidition gratis gegeben (1716) Berliner geschrieb. zeitungen 18 Friedländer; ich hoffe, sie (der vater) werden mir die gefälligkeit erweisen und mir selbe (arien) schicken; aber gratis das bitte ich sie, sie thun wahrlich ein gutes werk (1778) W. A. Mozart br. 1, 162 Schied.; diejenigen welche sich dem sammeln der subscribenten, der einziehung der gelder und abgabe der exemplare unterziehen wollen, erhalten auf sechs exemplare das siebente gratis Göthe I 41, 1, 82 W.; ich esze heut zu hause, des beszern weins halber; wenn sie sich bestellen, was sie haben wollen, so wär mirs lieb, wenn sie auch zu mir kommen wollten; den wein bekommen sie gratis und zwar beszer wie in der hundsföttischen Schwanen (1809) Beethoven s. br. 1, 249 Kal.; eine andere erfindung will ich zum heile der litteratur nicht verschweigen und will sie gratis mitteilen H. Heine s. w. 3, 168 Elster; auch an der universität besteht seit jahren keine ordentliche professur für deutsche literatur, während drei bis vier privatdozenten beinahe gratis lesen und sich im lichte stehen (1884) G. Keller br. u. tageb. 3, 473 Ermat.; man hatte uns gesagt, dasz wenn wir uns auf dem flosz zum rudern bereiterklärten, wir gratis mitfahren könnten Bebel aus m. leben (1946) 1, 40.
 
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grätisch, adj., bei Stieler stammb. (1691) begegnende nebenform zu gretisch (s. d.) 'weibisch'.
 
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grätisch, gretisch, adj., zu 1grat in der bedeutung 'diagonale linie eines köpergewebes' (s. DWB grat B 3 a): zu dem gretischen barchant (Ulm 1575) bei Fischer schwäb. 3, 804; gretischer barchet, gretischer zwilch bei Birlinger schwäb.-augsb. wb. 203a. auch von solchen stoffen, sofern sie ein fischgrätenmuster aufweisen, wenn hier nicht ein miszverständnis vorliegt; jedenfalls dürfte die kennzeichnung grätisch den alten webtechnischen ausdruck grat 'streifen, rippe im gewebe' (s. DWB grat B 3 a) wiedergeben, nicht aber an grat A 1 'fischgräte' anzuschlieszen sein: welcher aber guetten grettischen barchet würkhen will, der mag den rechten burschatgratt und fischgredlin wol würkhen, doch dass die unter zwölfhundert fäden nit haben (Augsb. 1650) bei Birlinger a. a. o. 203; vgl. 162. vgl. noch: einen vierschäfftigen fischgrätigen federrit (1720) bei Fischer schwäb. 2, 1520. hierzu auch eine form grattlisch, deren suffix aus -lich und -isch kontaminiert wäre? möglicherweise aber auch zu gradel, gratel (s. s. v. gradel u. grat B 3 a) 'leinwandart' gebildet: ain yeglicher grattlischer zwilich soll haben xxx ellen und soll ringer nicht geswaiffen werden dan achthalber und dreiszig genung ab xx geswaiffen Passauer stadtb. bei Schmeller-Fr. 1, 985.
 
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gratisgabe, f.: Brentano ges. schr. (1852) 9, 43; dann ein heft der alten 'wegwarten-hefte' ... als gratisgabe Rilke br. 1899 —1902 (1931) 81.
 
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gratkante, f., pleonastische bildung im anschlusz an 1grat B 1 u. 2. allgemein 'kante zwischen zwei geneigten flächen, welche in scharfem ... winkel zusammentreffen' Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 4, 767. in speziellerer anwendung, von der bedeutung grat B 1 her: und von der gratkante weg stürzen die wände mehrere tausend fusz tief in ein ödes, schneeerfülltes thal Barth Kalkalpen (1874) 16. an die bedeutung grat B 2 d anknüpfend: die dachziegel haben ... besondere bezeichnungen ... z. b. gratziegel ..., welche die gratkante überdecken Schönermark-Stüber hochbaulex. (1902) 927.

 

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