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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
grasvieh bis graswiesenmahd (Bd. 8, Sp. 2010 bis 2011)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) grasvieh, n., im österr. sammelbezeichnung für rindvieh, das auf die weide getrieben wird; vgl. Unger-Khull steir. 303b: do das gras- und melchvich ... waiden sollen (um 1570) österr. weist. 5, 724, 12; welliche ausseren leit recht haben zu waiden auf die gemainen in dem gericht, die sollen kein grasvich innemben (1736) ebda 179, 17. —
 
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grasvogel, m., vogelname. besonders für die grasmücke (s. d.):

he (der seine frau ehebruch treiben läszt) is ghelykent unde ghestalt
deme grasfogel, de uthflucht in den walt;
de kuckuck nympt des war tolest,
he lecht eyn ey dan in syn nest.
so heft he vel ghewesen uth,
vromde eyer brdet he dan uth
Hans van Ghetelen dat narrenschyp 80 Brandes;

item (gibt es) noch ein gar kleine art der wald-lerchen, diese werden in Österreich grasvgel genennet Hohberg georg. cur. (1682) 2, 676. vgl. rhein. wb. 2, 1361; ebda auch als bezeichnung der grille gebucht. ferner: grasvogel papilio maera Nemnich dt. wb. d. naturgesch. 207; rallus crex ebda.
 
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grasvoll, adj. 1) an gras fruchtbar, dicht mit gras bewachsen: der hitzige, viehspeisende ..., grasichte, graszvolle ..., lustige junius Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 930; der blick auf eine sammlung von ... wäldern mit grasvollen zwischenräumen Hirschfeld theorie d. gartenkunst (1779) 5, 125. 2) verstärktes voll, dicht voll; s. rhein. wb. 2, 1361.
 
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graswachs, m., vorwiegend im älteren nhd., soviel wie graswuchs (s. d. 1): vnser gut ... mit allen vnd iczlichin czugehörungen ..., mit graze vnd grazewachs, mit heiden welden posschen (1422) cod. dipl. Siles. 1, 113; finden sich auch weiters vil herrliche nutzbarkeiten, als das man fürs erst das vieh kan inn solchem wäldlin inn gutem schatten weiden, und zu jeder zeit schönen graszwachs haben und zeugen Sebiz vom feldbau (1580) 547; der apricosen-baum will ein gut wohlgebautes land haben, welches fleissig gehacket und vom grasz-wachs befreyet ist Hohberg georg. cur. 3, 1 (1715) 339b; der gröste teil dieser berge wird zur beförderung der hier sehr beträchtlichen viehzucht zum graswachse gebraucht Afsprung reise durch einige cantone d. eidgenossensch. (1784) 77; (die) regierung, die das ganz unerhörte miszverhältnis des graswachses gegen das ackerfeld in hiesiger gegend anerkante Pestalozzi s. w. 10, 37 Buchenau-Spr.
 
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graswald, m. 1) poetisch von einem hohen und dichten grasbestand; vgl. gras-kompositionstypen 1 b: er liebte ... alles, die wolke und den gras-wald der goldnen würmchen, und er bog ihn aus einander, um ihren aufenthalt zu sehen Jean Paul w. 20/23, 240 Hempel; vieh, ... das übersatt und schnaubend in dem wie von einem goldregen überzitterten graswalde lag A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. 2 (1878) 321. 2) von einer savanne: ebensowohl als in rohr- und gestrüppreichen graswäldern begegnet man dem tiger in groszen, hochstämmigen waldungen bis zu einer gewissen höhe über dem meeresspiegel Brehm tierl. 1, 393 P.-L.
 
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graswasen, m., grasfläche oder grasstück: ein rebgarthen stosst oben an besagten D.s graswasen (1684) bei Fischer schwäb. 3, 801; als nun der mord-brenner auff den 6. tag zum ort kommen, sahe er den unter einen grasz-wassen gelegten beutel, mit einer angehenckten schnur Dexelius hist. lustgarten (1701) 342. —
 
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graswebe, f., eine benennung des altweibersommers, der sommerfäden; vgl. Krünitz öcon. encycl. 19 (1780) 781; 155 (1832) 498; Nemnich dt. wb. d. naturgesch. 207: weil nun aber das gantze feld, und das gesträuche, nicht aber sowohl die bäume, mit lauter subtilen und dicht in einander verknüpfften graszweben belegt war, so stund diese nebel-nässe in form lauter sehr kleiner runder küglichen an diesen

[Bd. 8, Sp. 2011]


dichten fäserlein höchst dichte ... aneinander slg. v. natur- u. medic.-gesch. (1717) 3, 208. —
 
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grasweg, m., älter vereinzelt graseweg (s. u.), ein mit gras bewachsener weg, besonders zwischen feldern und wiesen, viehtrift; vgl. Teuchert sprachreste der nl. siedlungen 472; rhein. wb. 2, 1361; Martin-Lienhart elsäss. 2, 801a: ein zweiteil 'ze dem grasweg' (als gewannname) (1337) veröff. a. d. archiv v. Freiburg i. Br. (1890) 1, 106; und zogen darnach auff der seiten durch einen graseweg, der mit wasser uberlauffen war hinein B. Faber Saxonia (1563) 295b; am ersten sollen alle grasweeg zum sunewenden geraumbt (abgemäht) sein (1636) österr. weist. 2, 165, 44; man kont einen auf diesem gras-weg im portal nicht eher sehen, als bis man wirklich davor stand Loen d. eerliche mann am hofe (1740) 394; es ritt sich sanft hier auf dem grasweg Auerbach schr. (1892) 3, 25; so wie die graswege jetzt hier unter hohen ahornhainen ... mit den vielfarbigen scharen der anemonen bevölkert waren Dauthendey gedankengut a. m. wanderjahren 2 (1913) 296. —
 
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grasweide, f., zugrunde liegt weide I B (teil 14, 1, 1, sp. 547 ff.). 1) am häufigsten für die weidefläche, den weideplatz; vgl. weide I B 3: ain grasweide und krautgarten an einander gelegen (1525) bei Fischer schwäb. 6, 2064; der erste theil des gartens sol die grasweid, der zweite den blumgarten haben Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 7, 220; die andern htten ihre pferde in die graszweide gejaget Buchholtz Herkules (1676) 2, 54; ein pferd, welches auf der grasung oder grasweide gehalten wird Krünitz öcon. encycl. 19 (1780) 779; das rind war von seiner grasweide unvermerkt auf das kleefeld gekommen Rosegger schr. (1895) III 3, 255. 2) mehr im hinblick auf den zur viehweide geeigneten grasbestand; vgl. weide I B 1 b; d; 2: herbifer mons ..., der gt graszweyden hat Frisius dict. (1556) 627a; grasweide gramina Stieler stammb. (1691) 2453;

so gibt der ort gar gut graszweid
zu der viehzucht ohn vnterscheidt,
vndt das viech ist auch von Budstatt
dahin zu bringen mit vorrath
Ayrer dramen 611 lit. ver.;

fettere grasweide soll sie (die schafe) keineswegs gedeihen machen Ritter erdkunde (1822) 3, 723. 3) die weidenutzung, viehtrift: in der Schweiz, in Baiern und andern gegenden Oberdeutschlands bis nach Hessen findet sich die wohl sehr alte benennung blueme, blumbesuch für grasweide zu der jahreszeit, wo der wald voll gras und blumen steht, im gegensatz zu der mastungsweide im herbst Jac. Grimm dt. rechtsalterth. 22, 42; auch die weide (grasweide, wonne und weide, blumbesuch) stand den Märkern zu Bernhardt gesch. d. waldeigentums (1872) 1, 94; neben der mast gehörte auch die grasweide, die sog. wonne und weide, der blumenbesuch, mit zu den wichtigsten waldnutzungen Schwappach hdb. d. forst- u. jagdgesch. (1886) 1, 169. —
 
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graswiese, f., wiese, vor allem eine solche mit möglichst reinem grasbestand: also auch ... schne graswiesen zu zeugen: nimmt man des obigen, gestossenen salpeters Hohberg georg. cur. (1682) 2, 32; ad 1) könnte man kraut- und graswiesen, selbst moorwiesen unterscheiden Ratzeburg standortgewächse (1859) 347; die viehzucht, begünstigt durch die schönen und reichlichen graswiesen an den stromufern der Petschora ..., ist in trefflichem gedeihen bei Nehring tundren u. steppen (1890) 41. —
 
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graswiesenmahd, f.: wann einer ain graserin in graswismädten begreift, so soll ihr sichl und das tuech genohmen ... werden (1585) österr. weist. 8, 273, 29. —

 

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