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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
grasstand bis grasteppich (Bd. 8, Sp. 2005 bis 2006)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) grasstand, m., vom grünen zustand des jungen getreides, von gras I A 1 b her: es geht der menschheit, wie dem getreide auf den allzufetten äckern; es lagert sich schon im grasstande Jung-Stilling s. schr. (1835) 4, 353. —
 
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grasstelle, f., kleines, mit gras bewachsenes stück boden: die steilern felsabstürze haben nur hie und da grasstellen Ritter erdkunde (1822) 3, 1031; wir standen vor einer grasstelle, wo die hohen, äuszerst dünnen schäftchen aus derselben emporstanden Stifter s. w. 2 (1904) 290. —
 
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grasstengel, m., grashalm: der Teutsche ... schmiesz mit seinem schwert, oder pallasch ... dem rosz desz Saracenen beide vordere fsze, auff eins, hinweg, wie einen halm oder gras-stngel Francisci d. alleredelste unglück (1670) 157; der emmerling (benutzt) ... zu seinem nest, was er in der nähe findet, offtmals moos und dürre gras-stengel Zincke allg. öcon. lex. (1744) 3042; waren das die magern äcker noch, die früher ... ermatteten, wenn sie einige grasstengel tragen sollten Jer. Gotthelf ges. schr. (1855) 1, 313; ich sah einem grüngoldenen käferchen zu, wie es an einem grasstengel emporstrebte Weigand löffelstelze (1919) 289. in einer bildlich gebrauchten wendung, frühzeitig (vgl. DWB gras I A 1 b β): seine wolgönner sprangen ... herfr: in meinung die rebellion, in ihrem noch unreiffen und zarten gras-stengel, abzusicheln Francisci traursaal 3 (1672) 348. —
 
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grasstenglein, n., diminutiv zu grasstengel (s. d.): eine magd sahe den han (des zauberers) aufffliegen, und sprach: ich sihe nicht dasz der hahn einen balcken, sondern ein graszstenglein inn seinem schnabel schleifft Bütner epitome hist. (1596) 438a; grase stengelein Prätorius philos. colvs (1662) 60. —
 
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grassteppe, f.: von den grassteppen des Apure und La Plata-stromes A. v. Humboldt ansichten d. natur (1808) 1, 12; die echten prärien aber sind ... eine der einförmigsten grassteppen der welt Ratzel völkerkunde (1885) 2, 532; um uns breitet sich die grassteppe aus Sven Hedin die seidenstrasze (1938) 42. —
 
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grasstoppel, f., nur im plur. gebräuchlich; grashalmenreste, -abfall; vgl. Ludwig t.-engl. (1716) 806; Schrader dt.-frz. 1 (1781) 570; Schwan nouv. dict. 1 (1783) 785b. auch mit stopfel (s. d.) als grundwort, vgl. Stieler stammb. (1691) 924; gras-stopfeln, m. Kramer t.-ital. 1 (1700) 556c: die materialien, woraus das nest verfertigt ist, sind ... ziemlich grobe grasstoppeln Naumann vögel (1822) 2, 2, 663; grobe pflanzenstengel ..., grasstoppeln ... bilden die grundlage (beim drosselnest) Brehm tierl. 4, 90 P.-L.
 
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grasstreifen, m., vereinzelt grasstreif Barth Kalkalpen (1874) 144; ein langgestrecktes, schmales stück grasbewachsenen bodens: der schade, welchen das vieh anrichtet, was ... auf den rainen und grasstreifen gehütet wird, ist mannigfaltig Just. Möser s. w. (1842) 3, 212; reuig kehrt man auf den breischlammstreifen zurück, der einst eine strasze war, wenn man sich erkühnte einen grasstreifen zwischen den äckern für widerstandsfähiger anzusehen Binding aus dem kriege (1925) 45. —
 
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grasstück, n., gras-, rasenplatz oder teil eines solchen: verdeckte gänge, geräumige säle, lange mit zimmern besetzte

[Bd. 8, Sp. 2006]


hallen, wechseln labyrinthisch mit grünen schattigten lauben, hecken, grasstücken und fruchtgärten ab Hirschfeld theorie d. gartenkunst (1779) 5, 109; wer diese (dünge-)wirkung (der malzkeime) noch nicht kennt, der bestreue nur einmal ein grasstück damit Stoeckhardt chem. feldpred. f. dt. landw. (1851) 1, 203; und nach kurzer zeit sah das grasstück, das Georg bearbeitete, wie ein fuszballfeld aus, vor dem tor und nach dem spiel Bröger d. ferienmühle (1936) 17. —
 
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grasstücklein, n.: (der ort Hillspach) gefelt aus etlichen wenigen gras- und gartenstücklein dem teutschherrischen verwalter jahrlichs 50 kreuzer (1665) badische weist. 1, 1, 50. —
 
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grasstumpf, m. 1) der nach dem abweiden oder abschneiden stehengebliebene teil eines grasbusches, vgl. DWB stumpf, m. B 1: vor mir lag eine weithin ebene fläche mit abgeweideten grasstumpfen und einzelnen verkümmerten gesträuchen Anzengruber ges. w. (1890) 4, 194. 2) 'kleine sichel zum grasen an rainen und böschungen' Spiesz Henneberg 83; Sartorius Würzburg 49. auch zum reinigen des jungen getreides vom unkraut, vgl. Schmeller-Fr. bair. 1, 1008. vgl. DWB stumpf, m. F 7.
 
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grasteppich, m., dicht mit gras bewachsene fläche, meist in gewählter sprache: er hätte mit dieser Laura gern auf dem schönen blumenvollen grasteppich unter pfirsichblüthen sich hingelegt Gleim briefw. 1, 156 Körte; viele berge sind bis zur spitze von einem grünen grasteppich oder von dichtem laubholze verhüllt Hassert reise durch Montenegro (1893) 80; weich schmiegte sich der schatten der beiden damen ... an den weichen grasteppich unter und zu ihren füszen W. Raabe s. w. II 2, 325 Klemm.

 

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