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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
grasspur bis grasstücklein (Bd. 8, Sp. 2005 bis 2006)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) grasspur, f. 1) eine auf einer grasfläche getretene spur: er ... folgte in dem weiten weglosen steppenlande der grasspur der räuber Ritter erdkunde (1822) 2, 510; zuletzt schlug der führer einen fuszpfad ein, welchen grasspuren kaum merklich bezeichneten Kürnberger nov. (1861) 3, 130. 2) rückstände von gras auf gegenständen, soviel wie grasfleck 2: allerhand erd- und grasspuren von dem lichtgrauen überrocke ... zu tilgen Immermann w. 1, 85 Hempel; (Gabriele) setzt sich ins gras, ohne rücksicht auf das helle kleid, das morgen grasspuren zeigen wird Bauer d. haus am fohlenmarkt (1936) 88. —
 
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grasstab, m., 'an einigen orten, z. b. zu Görar im stifte Corvey, eine benennung des feldgerichtes, welches in feldschäden, gränzsachen u. s. f. erkennet' Krünitz öcon. encycl. 19 (1780) 781; vgl. grasgericht: judicium in Huxaria (Höxter), quod vulgari nomine ein grasz-stab appellatur (1326) in: dt. rechtswb. 4, 1077. —
 
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grasstand, m., vom grünen zustand des jungen getreides, von gras I A 1 b her: es geht der menschheit, wie dem getreide auf den allzufetten äckern; es lagert sich schon im grasstande Jung-Stilling s. schr. (1835) 4, 353. —
 
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grasstelle, f., kleines, mit gras bewachsenes stück boden: die steilern felsabstürze haben nur hie und da grasstellen Ritter erdkunde (1822) 3, 1031; wir standen vor einer grasstelle, wo die hohen, äuszerst dünnen schäftchen aus derselben emporstanden Stifter s. w. 2 (1904) 290. —
 
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grasstengel, m., grashalm: der Teutsche ... schmiesz mit seinem schwert, oder pallasch ... dem rosz desz Saracenen beide vordere fsze, auff eins, hinweg, wie einen halm oder gras-stngel Francisci d. alleredelste unglück (1670) 157; der emmerling (benutzt) ... zu seinem nest, was er in der nähe findet, offtmals moos und dürre gras-stengel Zincke allg. öcon. lex. (1744) 3042; waren das die magern äcker noch, die früher ... ermatteten, wenn sie einige grasstengel tragen sollten Jer. Gotthelf ges. schr. (1855) 1, 313; ich sah einem grüngoldenen käferchen zu, wie es an einem grasstengel emporstrebte Weigand löffelstelze (1919) 289. in einer bildlich gebrauchten wendung, frühzeitig (vgl. DWB gras I A 1 b β): seine wolgönner sprangen ... herfr: in meinung die rebellion, in ihrem noch unreiffen und zarten gras-stengel, abzusicheln Francisci traursaal 3 (1672) 348. —
 
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grasstenglein, n., diminutiv zu grasstengel (s. d.): eine magd sahe den han (des zauberers) aufffliegen, und sprach: ich sihe nicht dasz der hahn einen balcken, sondern ein graszstenglein inn seinem schnabel schleifft Bütner epitome hist. (1596) 438a; grase stengelein Prätorius philos. colvs (1662) 60. —
 
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grassteppe, f.: von den grassteppen des Apure und La Plata-stromes A. v. Humboldt ansichten d. natur (1808) 1, 12; die echten prärien aber sind ... eine der einförmigsten grassteppen der welt Ratzel völkerkunde (1885) 2, 532; um uns breitet sich die grassteppe aus Sven Hedin die seidenstrasze (1938) 42. —
 
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grasstoppel, f., nur im plur. gebräuchlich; grashalmenreste, -abfall; vgl. Ludwig t.-engl. (1716) 806; Schrader dt.-frz. 1 (1781) 570; Schwan nouv. dict. 1 (1783) 785b. auch mit stopfel (s. d.) als grundwort, vgl. Stieler stammb. (1691) 924; gras-stopfeln, m. Kramer t.-ital. 1 (1700) 556c: die materialien, woraus das nest verfertigt ist, sind ... ziemlich grobe grasstoppeln Naumann vögel (1822) 2, 2, 663; grobe pflanzenstengel ..., grasstoppeln ... bilden die grundlage (beim drosselnest) Brehm tierl. 4, 90 P.-L.
 
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grasstreifen, m., vereinzelt grasstreif Barth Kalkalpen (1874) 144; ein langgestrecktes, schmales stück grasbewachsenen bodens: der schade, welchen das vieh anrichtet, was ... auf den rainen und grasstreifen gehütet wird, ist mannigfaltig Just. Möser s. w. (1842) 3, 212; reuig kehrt man auf den breischlammstreifen zurück, der einst eine strasze war, wenn man sich erkühnte einen grasstreifen zwischen den äckern für widerstandsfähiger anzusehen Binding aus dem kriege (1925) 45. —
 
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grasstück, n., gras-, rasenplatz oder teil eines solchen: verdeckte gänge, geräumige säle, lange mit zimmern besetzte

[Bd. 8, Sp. 2006]


hallen, wechseln labyrinthisch mit grünen schattigten lauben, hecken, grasstücken und fruchtgärten ab Hirschfeld theorie d. gartenkunst (1779) 5, 109; wer diese (dünge-)wirkung (der malzkeime) noch nicht kennt, der bestreue nur einmal ein grasstück damit Stoeckhardt chem. feldpred. f. dt. landw. (1851) 1, 203; und nach kurzer zeit sah das grasstück, das Georg bearbeitete, wie ein fuszballfeld aus, vor dem tor und nach dem spiel Bröger d. ferienmühle (1936) 17. —
 
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grasstücklein, n.: (der ort Hillspach) gefelt aus etlichen wenigen gras- und gartenstücklein dem teutschherrischen verwalter jahrlichs 50 kreuzer (1665) badische weist. 1, 1, 50. —

 

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