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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
grasspitze bis grasstück (Bd. 8, Sp. 2004 bis 2005)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) grasspitze, f., meist im plur. gebräuchlich; mit genitivfuge grasesspitzen Kosegarten rhapsodien (1790) 2, 102. das obere ende eines grashalmes oder -blattes: hart stro ... soll er (der esel) zum futter bekommen, oder auff dürren angern die überbliebene graszspitzen abnagen Kirchhof wendunmuth 3, 250 lit. ver.; und wurden ... auf eine weide getrieben, worauf nur wenige grasspitzen hervorstechen Sonnenfels ges. schr. (1783) 2, 177; so verbessert ein ochs die weide, indem sie ein pferd verschlechtert; denn dieses mäht sein futter bis an die wurzel hinweg, da jener, vermöge seines mauls, nur die obersten grasspitzen abrupft Jean Paul w. 40, 40 Hempel; das reh konnte (im winter) nicht mehr in Bertrams garten unter der bluthasel ruhn und schmackhafte grasspitzen rupfen Schnack d. orgel d. himmels (1927) 143. besonders von den frischen trieben des grases: hier guckten die grasspitzen schon unterm schnee hervor Bräker s. schr. (1789) 1, 54; (sie) sah nach der wiese hinab, auf welche einige rehe herausgetreten waren, die ersten grasspitzen des frühlings aufzusuchen H. Laube ges. schr. (1875) 2, 174; die wiesen mit jungen grasspitzen übersät kriegsbr. gefallener studenten (1928) 196. jede grasspitze 'jede kleinigkeit': er lief ... zu einem

[Bd. 8, Sp. 2005]


landschaftsgemälde, worin er jede grasspitze betastete und befragte Jean Paul w. 1, 44 Hempel; ähnlich ebda 197. —
 
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grasspur, f. 1) eine auf einer grasfläche getretene spur: er ... folgte in dem weiten weglosen steppenlande der grasspur der räuber Ritter erdkunde (1822) 2, 510; zuletzt schlug der führer einen fuszpfad ein, welchen grasspuren kaum merklich bezeichneten Kürnberger nov. (1861) 3, 130. 2) rückstände von gras auf gegenständen, soviel wie grasfleck 2: allerhand erd- und grasspuren von dem lichtgrauen überrocke ... zu tilgen Immermann w. 1, 85 Hempel; (Gabriele) setzt sich ins gras, ohne rücksicht auf das helle kleid, das morgen grasspuren zeigen wird Bauer d. haus am fohlenmarkt (1936) 88. —
 
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grasstab, m., 'an einigen orten, z. b. zu Görar im stifte Corvey, eine benennung des feldgerichtes, welches in feldschäden, gränzsachen u. s. f. erkennet' Krünitz öcon. encycl. 19 (1780) 781; vgl. grasgericht: judicium in Huxaria (Höxter), quod vulgari nomine ein grasz-stab appellatur (1326) in: dt. rechtswb. 4, 1077. —
 
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grasstand, m., vom grünen zustand des jungen getreides, von gras I A 1 b her: es geht der menschheit, wie dem getreide auf den allzufetten äckern; es lagert sich schon im grasstande Jung-Stilling s. schr. (1835) 4, 353. —
 
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grasstelle, f., kleines, mit gras bewachsenes stück boden: die steilern felsabstürze haben nur hie und da grasstellen Ritter erdkunde (1822) 3, 1031; wir standen vor einer grasstelle, wo die hohen, äuszerst dünnen schäftchen aus derselben emporstanden Stifter s. w. 2 (1904) 290. —
 
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grasstengel, m., grashalm: der Teutsche ... schmiesz mit seinem schwert, oder pallasch ... dem rosz desz Saracenen beide vordere fsze, auff eins, hinweg, wie einen halm oder gras-stngel Francisci d. alleredelste unglück (1670) 157; der emmerling (benutzt) ... zu seinem nest, was er in der nähe findet, offtmals moos und dürre gras-stengel Zincke allg. öcon. lex. (1744) 3042; waren das die magern äcker noch, die früher ... ermatteten, wenn sie einige grasstengel tragen sollten Jer. Gotthelf ges. schr. (1855) 1, 313; ich sah einem grüngoldenen käferchen zu, wie es an einem grasstengel emporstrebte Weigand löffelstelze (1919) 289. in einer bildlich gebrauchten wendung, frühzeitig (vgl. DWB gras I A 1 b β): seine wolgönner sprangen ... herfr: in meinung die rebellion, in ihrem noch unreiffen und zarten gras-stengel, abzusicheln Francisci traursaal 3 (1672) 348. —
 
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grasstenglein, n., diminutiv zu grasstengel (s. d.): eine magd sahe den han (des zauberers) aufffliegen, und sprach: ich sihe nicht dasz der hahn einen balcken, sondern ein graszstenglein inn seinem schnabel schleifft Bütner epitome hist. (1596) 438a; grase stengelein Prätorius philos. colvs (1662) 60. —
 
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grassteppe, f.: von den grassteppen des Apure und La Plata-stromes A. v. Humboldt ansichten d. natur (1808) 1, 12; die echten prärien aber sind ... eine der einförmigsten grassteppen der welt Ratzel völkerkunde (1885) 2, 532; um uns breitet sich die grassteppe aus Sven Hedin die seidenstrasze (1938) 42. —
 
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grasstoppel, f., nur im plur. gebräuchlich; grashalmenreste, -abfall; vgl. Ludwig t.-engl. (1716) 806; Schrader dt.-frz. 1 (1781) 570; Schwan nouv. dict. 1 (1783) 785b. auch mit stopfel (s. d.) als grundwort, vgl. Stieler stammb. (1691) 924; gras-stopfeln, m. Kramer t.-ital. 1 (1700) 556c: die materialien, woraus das nest verfertigt ist, sind ... ziemlich grobe grasstoppeln Naumann vögel (1822) 2, 2, 663; grobe pflanzenstengel ..., grasstoppeln ... bilden die grundlage (beim drosselnest) Brehm tierl. 4, 90 P.-L.
 
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grasstreifen, m., vereinzelt grasstreif Barth Kalkalpen (1874) 144; ein langgestrecktes, schmales stück grasbewachsenen bodens: der schade, welchen das vieh anrichtet, was ... auf den rainen und grasstreifen gehütet wird, ist mannigfaltig Just. Möser s. w. (1842) 3, 212; reuig kehrt man auf den breischlammstreifen zurück, der einst eine strasze war, wenn man sich erkühnte einen grasstreifen zwischen den äckern für widerstandsfähiger anzusehen Binding aus dem kriege (1925) 45. —
 
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grasstück, n., gras-, rasenplatz oder teil eines solchen: verdeckte gänge, geräumige säle, lange mit zimmern besetzte

[Bd. 8, Sp. 2006]


hallen, wechseln labyrinthisch mit grünen schattigten lauben, hecken, grasstücken und fruchtgärten ab Hirschfeld theorie d. gartenkunst (1779) 5, 109; wer diese (dünge-)wirkung (der malzkeime) noch nicht kennt, der bestreue nur einmal ein grasstück damit Stoeckhardt chem. feldpred. f. dt. landw. (1851) 1, 203; und nach kurzer zeit sah das grasstück, das Georg bearbeitete, wie ein fuszballfeld aus, vor dem tor und nach dem spiel Bröger d. ferienmühle (1936) 17. —

 

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