Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
grässing bis grasstengel (Bd. 8, Sp. 2004 bis 2005)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) grässing, m., 'tannensprosz, junges waldbäumchen', mit zugehörigkeitssuffix -ing zu grasz, n. (s. d.) gebildet. auch in den formen gressing (s. teil 4, 1, 6, sp. 197 s. v. 1greszling) und gröszing (ebda sp. 555 s. v. 1gröszling), vgl. ferner 1gräszling: item es solle kainer an dem Penzenpichl groszing (var.: gräszing) noch anders holz abschlagen (1694) österr. weist. 1, 146, 39; in so einem bauernwald stehen bäume aus verschiedenen generationen. die jüngsten, die 'grässinge', werden ... stehen gelassen Rosegger schr. (1895) II 11, 119.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grassode, f., ein ausgestochenes, durch sein wurzelwerk zusammengehaltenes gras- oder rasenstück: bey wichtigen staudämmen ... wirft man, wenn die erde übers wasser beginnet zu kommen ..., an der äussern seite eine bis übers wasser ragende lage gras-soden allg. haushalt-lex. (1749) 1, 339; abgestochene grassoden von unbrauchbaren plätzen können durch ihre vermoderung einen trefflichen dünger geben Thaer rat. landwirthsch. (1809) 2, 212; die grassoden ... wurden stellenweis zum schutz gegen die nagenden wellen mit fester strohbestickung überzogen Storm s. w. (1899) 7, 233; das baumaterial (der häuser) sind steine und grassoden Reinerth haus u. hof d. Germanen (1937) 124. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grasspatz, m., eine bezeichnung der grasmücke (s. d. 1), bes. der schwarzköpfigen, sylvia atricapilla L.; vgl. DWB grassperling, DWB grasmusch: (diese vögel) werden allein im herbstmonde ficedul, das ist, grasz oder grauspatzen geheiszen, kurtz aber nach dem herbst nennet man sie melanchoryphos, das ist, mnchlin oder schwartzkpff Heyden Plinius (1565) 454; grasspatz motacilla atricapilla Nemnich dt. wb. d. naturgesch. 207; sylvia atricapilla der mönch, ... schwarzkopf, schwarzköpfige oder schwanzplattige grasmücke, ... grasspatz Naumann vögel (1822) 2, 492. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grassperling, m., eine bezeichnung der grasmücke (s. d. 1); vgl. häufigeres grasspatz und grasmusch: grassperling Krünitz öcon. encycl. 19 (1780) 781; Voigtel wb. (1793) 2, 126b; Campe 2 (1808) 443b s. v. grasmücke. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grasspier, n., grashalm; im nd. und rhein., vgl. rhein. wb. 2, 1360; grāsšpeīr Bauer-Collitz Waldeck 41a: wo mannich grasspyr up der êrden, so mannich perikel is in der bôlschap Tunnicius sprichw. 94 Hoffmann.dazu das im hd. bezeugte dim. grasspierlein, n.: hetten die richter die tantzpltze der hexen auch nehest folgends tags nach gehaltenen tntzen besehen, wurden sie kein fuszstapffen da gesehen, noch einig grasz spierlein da zertretten gemerckt haben (1597) Lercheimer christl. bedencken 134 Binz.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grasspitze, f., meist im plur. gebräuchlich; mit genitivfuge grasesspitzen Kosegarten rhapsodien (1790) 2, 102. das obere ende eines grashalmes oder -blattes: hart stro ... soll er (der esel) zum futter bekommen, oder auff dürren angern die überbliebene graszspitzen abnagen Kirchhof wendunmuth 3, 250 lit. ver.; und wurden ... auf eine weide getrieben, worauf nur wenige grasspitzen hervorstechen Sonnenfels ges. schr. (1783) 2, 177; so verbessert ein ochs die weide, indem sie ein pferd verschlechtert; denn dieses mäht sein futter bis an die wurzel hinweg, da jener, vermöge seines mauls, nur die obersten grasspitzen abrupft Jean Paul w. 40, 40 Hempel; das reh konnte (im winter) nicht mehr in Bertrams garten unter der bluthasel ruhn und schmackhafte grasspitzen rupfen Schnack d. orgel d. himmels (1927) 143. besonders von den frischen trieben des grases: hier guckten die grasspitzen schon unterm schnee hervor Bräker s. schr. (1789) 1, 54; (sie) sah nach der wiese hinab, auf welche einige rehe herausgetreten waren, die ersten grasspitzen des frühlings aufzusuchen H. Laube ges. schr. (1875) 2, 174; die wiesen mit jungen grasspitzen übersät kriegsbr. gefallener studenten (1928) 196. jede grasspitze 'jede kleinigkeit': er lief ... zu einem

[Bd. 8, Sp. 2005]


landschaftsgemälde, worin er jede grasspitze betastete und befragte Jean Paul w. 1, 44 Hempel; ähnlich ebda 197. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grasspur, f. 1) eine auf einer grasfläche getretene spur: er ... folgte in dem weiten weglosen steppenlande der grasspur der räuber Ritter erdkunde (1822) 2, 510; zuletzt schlug der führer einen fuszpfad ein, welchen grasspuren kaum merklich bezeichneten Kürnberger nov. (1861) 3, 130. 2) rückstände von gras auf gegenständen, soviel wie grasfleck 2: allerhand erd- und grasspuren von dem lichtgrauen überrocke ... zu tilgen Immermann w. 1, 85 Hempel; (Gabriele) setzt sich ins gras, ohne rücksicht auf das helle kleid, das morgen grasspuren zeigen wird Bauer d. haus am fohlenmarkt (1936) 88. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grasstab, m., 'an einigen orten, z. b. zu Görar im stifte Corvey, eine benennung des feldgerichtes, welches in feldschäden, gränzsachen u. s. f. erkennet' Krünitz öcon. encycl. 19 (1780) 781; vgl. grasgericht: judicium in Huxaria (Höxter), quod vulgari nomine ein grasz-stab appellatur (1326) in: dt. rechtswb. 4, 1077. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grasstand, m., vom grünen zustand des jungen getreides, von gras I A 1 b her: es geht der menschheit, wie dem getreide auf den allzufetten äckern; es lagert sich schon im grasstande Jung-Stilling s. schr. (1835) 4, 353. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grasstelle, f., kleines, mit gras bewachsenes stück boden: die steilern felsabstürze haben nur hie und da grasstellen Ritter erdkunde (1822) 3, 1031; wir standen vor einer grasstelle, wo die hohen, äuszerst dünnen schäftchen aus derselben emporstanden Stifter s. w. 2 (1904) 290. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
grasstengel, m., grashalm: der Teutsche ... schmiesz mit seinem schwert, oder pallasch ... dem rosz desz Saracenen beide vordere fsze, auff eins, hinweg, wie einen halm oder gras-stngel Francisci d. alleredelste unglück (1670) 157; der emmerling (benutzt) ... zu seinem nest, was er in der nähe findet, offtmals moos und dürre gras-stengel Zincke allg. öcon. lex. (1744) 3042; waren das die magern äcker noch, die früher ... ermatteten, wenn sie einige grasstengel tragen sollten Jer. Gotthelf ges. schr. (1855) 1, 313; ich sah einem grüngoldenen käferchen zu, wie es an einem grasstengel emporstrebte Weigand löffelstelze (1919) 289. in einer bildlich gebrauchten wendung, frühzeitig (vgl. DWB gras I A 1 b β): seine wolgönner sprangen ... herfr: in meinung die rebellion, in ihrem noch unreiffen und zarten gras-stengel, abzusicheln Francisci traursaal 3 (1672) 348. —

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: