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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
grassämerei bis grasschnur (Bd. 8, Sp. 1998 bis 1999)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) grassämerei, f., kollektiv von grassamen (s. d.): sämereien fressen auch diese ammern ...: hafer ..., allerlei grassämereien Naumann vögel (1822) 4, 256; kartoffeln als vorfrucht der gerste, in welche man grassämereien bringen will Krünitz öcon. encycl. 239 (1857) 90.
 
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grassaten,
 
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-um, -im, in der studentensprache heimisch in der verbindung grassaten (u. ä.) gehen, fahren, umherschweifen, sich herumtreiben; vgl. DWB grassaten gehen to revel, to go catterwauling Ludwig t.-engl. (1716) 806; grassaten fahren kreuz- und querfahrten machen Sallmann neue beitr. z. dt. ma. in Estland (1880) 47. neben grassaten, mit abgeschwächter endung aus grassatum, dem supinum des lat. grassari, steht die pseudo-lat. adverbialform grassatim. häufiger als diese auf lat. grassari zurückgehenden formen sind die gleichbedeutenden, dem macaronischen latein angehörenden bildungen gassatim, -um, -en (s. gassatim teil 4, 1, 1, sp. 1434); vgl. auch grassieren 1: wie die unrhigen studenten, die aus frwitz auffn abendt auff der strassen gehen, da denn der teuffel auch grassatum gehet B. Satler drey predigten (1589) M 3a; disciplina gehet in der schule gar schwach zu, sintemal die schüler saufen, fressen, grassatim gehen (Soest 1601) bei S. Nyström d. dt. schulterminologie (diss. Helsingfors 1915) 224; auf den gassen bey abend- oder nacht-zeiten grassaten zu gehen (Hamburg 1652) ebda; gabs nicht zu Salomons zeit nrrische milch-brtle, die in der dmmerung grassaten giengen, eine gassen auf, die andere nieder lieffen? Paullini zeitkürtzende erbauliche lust (1695) 13; zur verhuetung aller disordre sonderlich des nachts graszaten gehen mit oder ohne spilleut, welche auf den gaszen ertappet, in arrest zu bringen (1702) in: dt. rechtswb. 4, 1076. —
 
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grassatengänger, m., zu grassaten (s. d.): (Bacchus) hat den nahmen vom βακχεῖν, d. i. garstig schreyen, wie die fastnacht-brder, und grassatengnger pflegen zu thun, zu blcken und zu brllen Grüwel bienenkunst (1719) 301.
 
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grassation, f., aus lat. grassatio, gebraucht als abstraktbildung zu grassieren (s. d. 2 b), im hinblick auf eine epidemie: und wurde man sogar gedrungen, dieser grassation (der blattern) wegen, in Peterwardein ein absonderliches hospital vor die überhand nehmenden krancken auffzurichten slg. v. natur- u. medic.-gesch. (1717) 1, 138. vgl. blattern-grassation ebda 137.
 
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grasscheide, f., der untere, den stengel röhrenförmig umschlieszende teil des grasblattes: eyn yeder halm (des roggens) ist ... mit scharpffen rorichten graszscheyden angezogen, an yedem knopff eyn besundere Bock kreütterb. (1539) 2, 20a; mit scharpfen rörrechten grasscheidenen und spitzigen kiemen (1566) bei Fischer schwäb. 6, 2064. —
 
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grasscherben, m., blumentopf; vgl. Klein provinzialwb. 159; Martin-Lienhart elsäss. 2, 432a; grasscherb Askenasy Frankfurt 212: 2 dutzent krasschürben (zur einfassung der rasenbeete) (Frankfurt 1687) bei K. Bräuer studien zur gesch. d. lebenshaltung zu Frankf. 2, 230; 3 dutzent grasscherben (Frankfurt 1691) ebda 231. —
 
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grasschneiden, n., substantivierte

[Bd. 8, Sp. 1999]


zusammenrückung der verbindung gras schneiden (s. DWB gras I B 2 c β αα): wegen des grasschneidens ..., so man jährlich getrieben hat, dadurch etlichen an seinen früchten merklicher schaden beschieht, ist deshalb vorgenommen ..., das niemand gras schneide ... bis es die gemeinde wieder öffentlich erlaubt (abschr. einer hs. d. 17. jhs.) österr. weist. 4, 195, 30; wo das grasschneiden (im walde) ... üblich, ... sieht man die traurigsten folgen allg. dt. bibl. (1765) 111, 478; aus den schulterblättern (des bären) macht man sicheln zum grasschneiden Oken allg. naturgesch. (1839) 7, 1675; die sache mit dem grasschneiden war wirklich eine grosze blamage gewesen Bröger d. ferienmühle (1936) 17. —
 
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grasschneiderin, f. 1) soviel wie graserin (s. d.): ein graszschneiderin so begriffen wirdt, zu wandl zwelf pfening (17. jh.) österr. weist. 7, 137, 25; die zweite grasschneiderin schien weniger romantisch angelegt, sie zuckte die achseln Dincklage kurze erz. 215. 2) okkasionell von heuschrecken, insofern sie den gräsern schädlich sind: diese korn- und graszschneiderinnen stelleten sich ... eben um die zeit ein, da die neue frchte im felde stunden Valvasor hertzogth. Crain (1689) 4, 2, 260. —
 
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grasschnepfe, f., im älteren nhd. auch grasschnepf, m.; mit fugenvokal graseschnepfe Steinbach dt. wb. (1734) 2, 475; Popowitsch versuch (1780) 162. bezeichnung von schnepfenarten, nach deren aufenthalt im grase. für die (kleinere) moorschnepfe, gallinago gallinula L.: der (vogel gallinago, rusticula minor) wirt z teütsch ein herrschnpff, hrsneff, harschnpff, graszschnpff vnd schnpfflin genannt Heuszlin Gesners vogelb. (1557) 112a; rusticula minor, quae et gallinago ein grasschnepff oder wasserhünlein B. Faber thes. (1587) 703b. sonst für die (gröszere) heerschnepfe, gallinago caelestis Rchw.; vgl. grasschnepfe scolopax gallinago Nemnich dt. wb. d. naturgesch. 207; Naumann vögel (1822) 8, 310; die heerschnepfe oder bekassine, auch ... gras- ... schnepfe genannt (gallinago caelestis) Brehm tierl. 6, 9 P.-L.: das feld wo ich nur mich und die einsame nächtliche grasschnepfe hörte Hermes Sophiens reise (1769) 2, 179. —
 
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grasschnur, f. 1) grasstreifen: wir stiegen eine stunde in gerader richtung o. über klippen und grasschnüre (1782) in: schweiz. id. 7, 156. 2) aus gras bestehende schnur: (pilger) kneteten kugeln von sand oder heiligen schlamm mit grasschnüren zusammen, um sie als opfer ... in das wasser ... zu senken Ritter erdkunde (1822) 3, 944. —

 

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