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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
grasplätzchen bis grasrupfen (Bd. 8, Sp. 1996 bis 1997)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) grasplätzchen, n., dim. zu grasplatz (s. d.): da hinten nach der wiese zu ist ein grasplätzchen Kotzebue s. dram. w. (1827) 7, 11; ein schmales, darmähnliches straszengebilde, das sich sackartig aufblies und blind in einem grasplätzchen endigte El. Langgässer d. unauslöschl. siegel (1946) 183. —
 
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graspolster, n. 1) grashaufen: daselbst hinein setzte man die (gefangenen) christen, auf ein solches gras-polster, nieder Er. Francisci lust. schaubühne (1702) 1, 511. 2) grasbewachsung: die meisten (stellen) sind allerdings durch ein dichtes graspolster übernarbt Jünger d. wäldchen 125 (1928) 15.
 
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grasquecke, f., die gemeine quecke, agriopyrum repens P. B.: in allen früchten (getreide) nemen die grasz quecken inn feüchten feldern, vnnd nassen jaren vberhand Bock kreütterb. (1539) 2, 26b; auena sterilis ... graszquecken Er. Alberus dict. (1540) tt 1a; gras, grasquecken ... agrostis Fischart onomastica duo (1574) 283; grasquecken triticum repens Nemnich dt. wb. d. naturgesch. 207; rhein. wb. 2, 1360; vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 145 f.
 
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grasrain, m., auch graserain, mit gras bewachsener grenzstreifen zwischen feldern: nicht fern vom wege auf einem schönen gras-rain lag mäuschen still ein kerl, als ob er schliefe Münchhausen reisen (1788) 85; unter düsterem gesträuch sieht man sie (die baumpieper) nicht nach nahrung suchen, wohl aber auf ... graserainen Naumann vögel (1822) 2, 2, 768. —
 
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grasrand, m., mit gras bewachsener randstreifen an künstlichen oder natürlichen anlagen u. dgl.: das weibchen (der grille) gräbt sich ... eine glatte höhle ..., meistens in den grasrändern der felder Oken allg. naturgesch. (1839) 5, 1529; an den grasrändern der steintreppe gaukelten zwei dunkle schmetterlinge Storm s. w. (1899) 2, 139; (der flusz) lag zwischen grasrändern wie erstickt oder ertrunken Binding erlebtes leben (1928) 53. —
 
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grasreche, f., grasrain (?): die sechst vnd recht brunell fint man im brachmonat vnd hewmonat, auch auf den graszrechen, neben den ckern Bock kreütterb. (1539) 1, 89a. —
 
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grasrecht, n., recht zur weidenutzung und der jemandem zustehende anteil an der gemeinweide selbst: welicher seine grasrecht nit völig zu beschlagen het, derselb soll das übrig einen andern nachtbern ... anbieten (1677) österr. weist. 2, 65, 13; welcher seine graszrecht nicht zu besözen het, der soll kain frembd vich ainnemmen, sonder seiner nachpern ainem, der übrigs hat, ain graszrecht lassen umb vier kreizer (1683) ebda 63, 6. anders, weidegeld (?): soll eine kuhe, wie bisher, mit zehen vierer zehend oder grasrechte aufgeschlagen werde und ebenso eine zeit- oder dreijährige kalbel (19. jh.) österr. weist. 3, 137, 30. —
 
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grasreich, adj., reichhaltigen grasbestand habend; vgl. locus prodigus multœ herbœ graaszreych, vast voll vnd überflüssig von kreüteren Frisius dict. (1556) 1065a: hat er unter wegen auff einer schnen graszreichen geblmten wisen ein adeliches tugentreiches und schnes jungkfrewlein ... angetroffen Federman sechs triumph (1578) vorr.; dero landschafft ... ist auch sonderlich grassreych Stumpf Schweizerchron. (1606) 4a; auch die heerden brüllen ihre freude von den grasreichen hügeln Sal. Gessner schr. (1777) 1, 65; jetzt hatte er die gewiszheit, das sumpfige stromufer in grasreiche wiesen verwandeln zu können Storm s. w. (1899) 1, 205; und eines tages führte die wanderung ihn durch eine grasreiche hügelgegend H. Hesse d. glasperlenspiel (1943) 2, 362.

[Bd. 8, Sp. 1997]


im zusammenhang eines bildes für ein einträgliches königreich: sein (Ludwigs XI. von Frankreich) reich wäre ein sehr fruchtbare und gras-reiche wiese, die er alle jahr schneiden liesse und so offt es ihm gefiele Er. Francisci lust. schaubühne (1698) 2, 942. —
 
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grasreichtum, m.: die schönsten wiesenflächen mit quellen und grasreichthum Ritter erdkunde (1822) 3, 96; dasz der grasreichtum Afrikas sich auch hier (in der wüste) nicht verleugnet Ratzel völkerkunde (1885) 3, 69. —
 
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grasrispe, f., der blütenstand des grases: (die tiere) nähren sich kärglich von der blühenden grasrispe A. v. Humboldt ansichten d. natur (1808) 1, 35; (die ährchen) sind länger oder kürzer gestielt und bilden eine grasrispe Schlechtendal flora v. Deutschl. (1880) 7, 4;

und sieh! da war es (ein kind) wieder, unweit ging's,
grasrispen hatt es in die hand gepflückt
Storm s. w. (1899) 8, 252.


 
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grasrupfen, n., substantivierte zusammenrückung von gras rupfen (s. unter gras I B 2 c β αα): soll angedeits grasropfen, schneiden und mäen ... bei vier gulden daraufgeschlagner pfantstraf abgestellt sein (1618) österr. weist. 3, 83, 39; zumahlen auch das grasropfen in alhieriger gemain sehr stark iberhant genomben (1741) ebda 3, 94, 33; würde ein nachbar den andern auf seinen gütern ... mit grasropfen oder laubhaken ... antreffen, hätte derselbe ... die beschädigung zu vergieten (1801) ebda 3, 233, 40.

 

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