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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
graspferd bis grasrecht (Bd. 8, Sp. 1995 bis 1996)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) graspferd, n., in der bedeutung 1 auch grasepferd. 1) heuschrecke, besonders für die gattung gomphocerus; vgl. DWB grashüpfer, DWB heupferd:

dis ist ein kefer, dis ein grase-pferd
Lohenstein Sophonisbe (1689) 55;

du beglücktes grasepferd!
das sich von dem thau ernährt,
oben auf den sträuchern springt
Triller poet. betracht. (1750) 1, 523;

es folgt das grosze heer der springenden geradflügler, welche die volkssprache mit ... namen wie heuschrecken, graspferde, grashüpfer ... zu bezeichnen pflegt Brehm tierl. 9, 586 P.-L. mundartlich besonders im md., vgl. rhein. wb. 2, 1360; Müller-Fraureuth obersächs. 1, 436b. 2) durch grasfütterung unterhaltenes pferd; vgl. gras- seu weidepferd armentalis Stieler stammb. (1691) 1440; so auch wohl graszpferd Schottel haubtspr. (1663) 439: stall- und graspferde allg. dt. bibl. (1765) 33, 375; denn bei derjenigen schlechten haltung, welche man den gras- und spreupferden mehrentheils angedeihen lässt, stehen diese pferde den ochsen offenbar weit nach Thaer landwirthsch. (1809) 1, 116; weil wegen der mangelnden stallfütterung nur graspferde zu gebrauchen waren Gervinus gesch. d. 19. jhs. (1855) 3, 257. —
 
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graspflänzchen, n.: hält aber die trockene witterung dabei lange an, woher soll nun das äuszerst schwache und zärtliche gras- und kleepflänzchen seine nahrung beziehen Schwerz prakt. ackerbau (1882) 189. —
 
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graspflanze, f.: dasz aber in der landwirthschaft unsere graspflanze und wurzel, theils schon von alten, theils erst seit neuern zeiten her nicht minder nützlich worden sey Ehrhart pflanzenhistorie (1753) 7, 266; zum schutz der jungen graspflanzen Lueger lex. d. ges. technik (1894) 1, 359. —
 
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grasplatz, m., auch graseplatz (s. u.), ein gröszeres oder kleineres stück mit gras bewachsenen bodens; vgl. pratum eine wiese, grasefeld, grasplatz Corvinus fons lat. (1646) 655; grasz-platz piano verde e coperto d'herba Kramer t.-ital. 2 (1702) 217c: dise blmen wachsen in dürren wisen vnd gras pletzen Bock kreütterb. (1539) 1, 139a; ganze landschaften (verlieren sich für einen kurzsichtigen) in einen grünen ... grasplatz Cramer nord. aufseher (1758) 1, 23; auf grasplätzen, die für das vieh schlechterdings unzugänglich sind Göthe I 24, 369 W.; unser eigentlicher spielplatz war ein groszer grasplatz Fontane ges. w. (1905) I 4, 157. als weidefläche genutzt: zum andern musz er (für ein gutes gestüt) gute sattsame und bequeme gras-plätze und weiden haben Hohberg georg. cur. (1682) 2, 140; die rosse die man auf den fetten grasplätzen waiden liesz Bräker s. schr. (1789) 1, 39; sie wandelt unbekümmert und an jedem gespräch theilnehmend an den wiesen und grasplätzen vorbei Hebbel tageb. (1903) 4, 7. hierher gehörende bildungen mit fugenvokal stehen unter dem einflusz von grasen, vb. (s. d. 1 und 2); plätze, auf denen das vieh grast oder auf denen gras zur stallfütterung geschnitten wird: grasen heisset das gras von ... grase-plätzen ... mit der grassichel abbringen Zincke allg. öcon. lex. (1744) 981; auf

[Bd. 8, Sp. 1996]


graseplätzen an den wegen Naumann vögel (1822) 2, 2, 750; grasplatz, graseplatz 'platz, wo eine kuh grast' Müller-Fraureuth obersächs. 1, 436b. von künstlich angelegten und gepflegten rasenflächen: die schönen grasplätze im lustgarten, wo ihr eure spatziergänge hieltet slg. v. schausp. (1764) 11, d. leutansetzer 75; grasplätze im garten sind mode und haben auch ... ihren nutzen für viele pflanzen Ratzeburg standortgewächse (1859) 338; der garten hatte nur grasplätze und zierbäume, keine blumen oder obst tragende bäume oder gesträuche Stifter s. w. 3 (1911) 154. —
 
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grasplätzchen, n., dim. zu grasplatz (s. d.): da hinten nach der wiese zu ist ein grasplätzchen Kotzebue s. dram. w. (1827) 7, 11; ein schmales, darmähnliches straszengebilde, das sich sackartig aufblies und blind in einem grasplätzchen endigte El. Langgässer d. unauslöschl. siegel (1946) 183. —
 
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graspolster, n. 1) grashaufen: daselbst hinein setzte man die (gefangenen) christen, auf ein solches gras-polster, nieder Er. Francisci lust. schaubühne (1702) 1, 511. 2) grasbewachsung: die meisten (stellen) sind allerdings durch ein dichtes graspolster übernarbt Jünger d. wäldchen 125 (1928) 15.
 
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grasquecke, f., die gemeine quecke, agriopyrum repens P. B.: in allen früchten (getreide) nemen die grasz quecken inn feüchten feldern, vnnd nassen jaren vberhand Bock kreütterb. (1539) 2, 26b; auena sterilis ... graszquecken Er. Alberus dict. (1540) tt 1a; gras, grasquecken ... agrostis Fischart onomastica duo (1574) 283; grasquecken triticum repens Nemnich dt. wb. d. naturgesch. 207; rhein. wb. 2, 1360; vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 145 f.
 
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grasrain, m., auch graserain, mit gras bewachsener grenzstreifen zwischen feldern: nicht fern vom wege auf einem schönen gras-rain lag mäuschen still ein kerl, als ob er schliefe Münchhausen reisen (1788) 85; unter düsterem gesträuch sieht man sie (die baumpieper) nicht nach nahrung suchen, wohl aber auf ... graserainen Naumann vögel (1822) 2, 2, 768. —
 
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grasrand, m., mit gras bewachsener randstreifen an künstlichen oder natürlichen anlagen u. dgl.: das weibchen (der grille) gräbt sich ... eine glatte höhle ..., meistens in den grasrändern der felder Oken allg. naturgesch. (1839) 5, 1529; an den grasrändern der steintreppe gaukelten zwei dunkle schmetterlinge Storm s. w. (1899) 2, 139; (der flusz) lag zwischen grasrändern wie erstickt oder ertrunken Binding erlebtes leben (1928) 53. —
 
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grasreche, f., grasrain (?): die sechst vnd recht brunell fint man im brachmonat vnd hewmonat, auch auf den graszrechen, neben den ckern Bock kreütterb. (1539) 1, 89a. —
 
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grasrecht, n., recht zur weidenutzung und der jemandem zustehende anteil an der gemeinweide selbst: welicher seine grasrecht nit völig zu beschlagen het, derselb soll das übrig einen andern nachtbern ... anbieten (1677) österr. weist. 2, 65, 13; welcher seine graszrecht nicht zu besözen het, der soll kain frembd vich ainnemmen, sonder seiner nachpern ainem, der übrigs hat, ain graszrecht lassen umb vier kreizer (1683) ebda 63, 6. anders, weidegeld (?): soll eine kuhe, wie bisher, mit zehen vierer zehend oder grasrechte aufgeschlagen werde und ebenso eine zeit- oder dreijährige kalbel (19. jh.) österr. weist. 3, 137, 30. —

 

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