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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
grasnarbe bis grasplatz (Bd. 8, Sp. 1994 bis 1995)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) grasnarbe, f., die durch geschlossenen pflanzenbestand gebildete gras- oder rasendecke. das wort dringt vom nd. her in die schriftsprache; vgl. grasnaare Stürenburg ostfries. 74b; grasnâre Doornkaat-Koolman ostfries. 1, 676a; grasnarwe Woeste westf. 84b; grasnaar Böning Oldenburg 40; grāsnārwe Bauer-Collitz Waldeck 41a: die grasznarbe, wo sie zu haben ist, wird ihr (der heidenarbe) vorgezogen (zum düngen) Just. Möser Osnabr. gesch. 1 (1768) 125; rasen ..., der kaum höher als die grasnarbe unserer schaftriften ist Rossmässler d. wald (1863) 457; die zähne von wildschweinen ..., deren wir knaben einmal eine menge unter der grasnarbe hervorwühlten Storm s. w. (1899) 5, 4; noch immer deckte eine harte grasnarbe den hang Nabl steir. lebenswand. (1938) 177. —
 
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grasnelke, f., pflanzenname; vgl. DWB nelke und DWB grasnägelchen (sowie grasnäglein in der beziehung auf andere pflanzen). 1) vorwiegend für die zur familie der plumbaginaceae gehörende gattung statice, besonders für statice armeria L.; vgl. Dietrich lex. d. gärtnerei u. botanik 9 (1809) 489; Röhling Deutschlands flora (1823) 2, 485; Holl wb. dt. pflanzennamen (1833) 134b; Schlechtendal flora v. Deutschl. (1880) 19, 264. hierher wohl: in menge blühet jetzt eine schöne hellrothe feldnelke, von eben der farbe, als unsre kleine, wilde grasnelke, aber so grosz wie eine einfache gartenblume dieser art Stolberg ges. w. (1820) 8, 360. 2) vereinzelt für die heidenelke, dianthus deltoides L.; vgl. Nemnich dt. wb. d. naturgesch. 207; Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 2, 109. —
 
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grasnelkenmeier, m., benennung der sternmiere, stellaria holostea L.; vgl. Schkuhr botan. hdb. (1791) 1, 390; Schrader dt.-frz. 1 (1781) 570; Holl wb. dt. pflanzenn. 364a. —
 
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grasnutzung, f., grasgewinnung und das recht zu dieser: (das allgem. landrecht) verbot endlich sensen und blattsicheln zur grasnutzung im walde Bernhardt gesch. d. waldeigentums (1872) 2, 61; die grasnutzung im walde war damals noch allgemein B. Auerbach schr. (1892) 15, 172. —
 
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grasnymphe, f., bauernmädchen. als künstliche literarische bildung im späten 18. jh.; vgl. das derbere grasmensch: grasnymphen (1768) Wieland ausw. denkw. br. (1815) 1, 214; dasz die liebes göttin (in einem bühnenstück) ... in einem aufzug erschien, welcher dem negligé einer wäscherin oder grasnymphe ähnlicher sah als dem einzigen putz, der sich für die göttin der schönheit ziemt (1781) schr. d. Goetheges. (1885) 7, 24; in Petershagen ... hörte ich, dasz die bauern über ihren herrn seelsorger sehr schwierig waren. die ursache dieser feindschaft lag in der neigung des ehrenmannes zu den grasnymphen Laukhard leben

[Bd. 8, Sp. 1995]


u. schicksale 2 (1792) 426; vom kunstlosen volksliede einer grasnymphe bis zur bravourarie einer Mara oder Gabrieli Schubart ästhetik d. tonkunst (1806) 4.
 
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graspeln, vb., vereinzelt bezeugte neubildung neben haspeln: dasz die mirmidonische zweibeynige omeysen hie vnten noch also durch einander haspeln vnnd graspeln Fischart Garg. 32 ndr.
 
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graspfennig, m., abgabe für wiesen- und weidenutzung, nur in älterer sprache; vgl. DWB grasgeld und gras-kompositionstypen 3 c: remisi cuilibet beneficio 4 grasphennig (1257) mon. Boica 11, 55; Malischinkch gesessen under Ubemach in der leytten dint rokenn drew schaff gras phening achthalben (1479) mon. Habsburgica I 3, 372 Chmel; auf den guetern im gericht darauf man solch gerichtfueter, graszkäsz oder graspfenning hat (16. jh.) österr. weist. 6, 236, 35; die buere van Unna van den graspennink zynt schuldich jairlix 3 vl. pl. (Utrecht 16. jh.) in: dt. rechtswb. 4, 1076. —
 
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graspferd, n., in der bedeutung 1 auch grasepferd. 1) heuschrecke, besonders für die gattung gomphocerus; vgl. DWB grashüpfer, DWB heupferd:

dis ist ein kefer, dis ein grase-pferd
Lohenstein Sophonisbe (1689) 55;

du beglücktes grasepferd!
das sich von dem thau ernährt,
oben auf den sträuchern springt
Triller poet. betracht. (1750) 1, 523;

es folgt das grosze heer der springenden geradflügler, welche die volkssprache mit ... namen wie heuschrecken, graspferde, grashüpfer ... zu bezeichnen pflegt Brehm tierl. 9, 586 P.-L. mundartlich besonders im md., vgl. rhein. wb. 2, 1360; Müller-Fraureuth obersächs. 1, 436b. 2) durch grasfütterung unterhaltenes pferd; vgl. gras- seu weidepferd armentalis Stieler stammb. (1691) 1440; so auch wohl graszpferd Schottel haubtspr. (1663) 439: stall- und graspferde allg. dt. bibl. (1765) 33, 375; denn bei derjenigen schlechten haltung, welche man den gras- und spreupferden mehrentheils angedeihen lässt, stehen diese pferde den ochsen offenbar weit nach Thaer landwirthsch. (1809) 1, 116; weil wegen der mangelnden stallfütterung nur graspferde zu gebrauchen waren Gervinus gesch. d. 19. jhs. (1855) 3, 257. —
 
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graspflänzchen, n.: hält aber die trockene witterung dabei lange an, woher soll nun das äuszerst schwache und zärtliche gras- und kleepflänzchen seine nahrung beziehen Schwerz prakt. ackerbau (1882) 189. —
 
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graspflanze, f.: dasz aber in der landwirthschaft unsere graspflanze und wurzel, theils schon von alten, theils erst seit neuern zeiten her nicht minder nützlich worden sey Ehrhart pflanzenhistorie (1753) 7, 266; zum schutz der jungen graspflanzen Lueger lex. d. ges. technik (1894) 1, 359. —
 
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grasplatz, m., auch graseplatz (s. u.), ein gröszeres oder kleineres stück mit gras bewachsenen bodens; vgl. pratum eine wiese, grasefeld, grasplatz Corvinus fons lat. (1646) 655; grasz-platz piano verde e coperto d'herba Kramer t.-ital. 2 (1702) 217c: dise blmen wachsen in dürren wisen vnd gras pletzen Bock kreütterb. (1539) 1, 139a; ganze landschaften (verlieren sich für einen kurzsichtigen) in einen grünen ... grasplatz Cramer nord. aufseher (1758) 1, 23; auf grasplätzen, die für das vieh schlechterdings unzugänglich sind Göthe I 24, 369 W.; unser eigentlicher spielplatz war ein groszer grasplatz Fontane ges. w. (1905) I 4, 157. als weidefläche genutzt: zum andern musz er (für ein gutes gestüt) gute sattsame und bequeme gras-plätze und weiden haben Hohberg georg. cur. (1682) 2, 140; die rosse die man auf den fetten grasplätzen waiden liesz Bräker s. schr. (1789) 1, 39; sie wandelt unbekümmert und an jedem gespräch theilnehmend an den wiesen und grasplätzen vorbei Hebbel tageb. (1903) 4, 7. hierher gehörende bildungen mit fugenvokal stehen unter dem einflusz von grasen, vb. (s. d. 1 und 2); plätze, auf denen das vieh grast oder auf denen gras zur stallfütterung geschnitten wird: grasen heisset das gras von ... grase-plätzen ... mit der grassichel abbringen Zincke allg. öcon. lex. (1744) 981; auf

[Bd. 8, Sp. 1996]


graseplätzen an den wegen Naumann vögel (1822) 2, 2, 750; grasplatz, graseplatz 'platz, wo eine kuh grast' Müller-Fraureuth obersächs. 1, 436b. von künstlich angelegten und gepflegten rasenflächen: die schönen grasplätze im lustgarten, wo ihr eure spatziergänge hieltet slg. v. schausp. (1764) 11, d. leutansetzer 75; grasplätze im garten sind mode und haben auch ... ihren nutzen für viele pflanzen Ratzeburg standortgewächse (1859) 338; der garten hatte nur grasplätze und zierbäume, keine blumen oder obst tragende bäume oder gesträuche Stifter s. w. 3 (1911) 154. —

 

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