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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
grabklaue bis grablegung (Bd. 8, Sp. 1615 bis 1617)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) grabklaue, f., die zum graben und wühlen geeignete klaue einiger tiere; vgl. DWB graben C 1: die beuteldachse haben ... grabklauen Oken allg. naturgesch. (1839) 7, 912.
 
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grabkleid, n. 1) 'totengewand, leichenkleid': der verstorbene Lazarus in seinen grabkleidern vnnd mit verhültem angesicht ... ausz seiner todtenkammer herfür gehet Mathesius trostpred. (1579) L 2b; Campe 2 (1808) 437a. 2) 'trauerkleid, begräbniskleid': da seh ich das ... mädchen ... mit dem schwarzsammtenen grabkleide H. Laube ges. schr. (1875) 8, 177. —
 
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grabkraut, n., daneben auch grabekraut, als name des wermut und verwandter pflanzen. für artemisia pontica L.: wir Teutschen nennen jn pontischen wermuth, welschen wermuth und grabkraut, dieweil man der todten gräber damit zieret Tabernämontanus kräuterb. (1588) 22b; Megiser thes.

[Bd. 8, Sp. 1616]


pol. (1603) 1, 15c; Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 434. für artemisia absinthium L.: grabekraut (1600) Schwenckfeldt bei Marzell 1, 424. vgl. Perger namen d. pflanzen 1, 211. —
 
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grabkreuz, n., vereinzelt grabeskreuz Gutzkow br. a. Paris (1842) 2, 96. als bildung, so alt die damit bezeichnete sache ist, erst seit etwa 1840. 1) das nach alter christlicher begräbnissitte auf den gräbern stehende oder liegende kreuz aus stein, eisen oder holz, vgl. DWB grab A 3 b: in manchen gegenden macht man kronen davon (von den knopfbinsen) auf grabkreuze Oken allg. naturgesch. (1839) 3, 438; dasz die eisernen kreuze, die hier häufig als grabkreuze gebraucht werden, mitunter abweichende ... formen haben (1843) Varnhagen v. Ense tageb. (1861) 2, 165; sie zeigte ihm die früh heimgegangene gattin und ihr grabkreuz auf dem kleinen dorfkirchhof Raabe s. w. I 4, 379 Klemm; ob er ... ein guszeisernes grabkreuz, wie sie jetzt mode seien, bestellen solle Fontane ges. w. (1905) I 6, 404; die Franzosen sind tüchtige kerle und kriegen das eiserne kreuz, und wir kriegen ein grabkreuz Frenssen Jörn Uhl (1901) 271; die steinbildnerei ist ein wortkarges handwerk, gelten doch granit und marmor, vorzüglich zu grabkreuzen verarbeitet, als sinnbilder des schweigens Werfel Bernadette (1948) 68. ungewöhnlich: die sträusze werden in ganz Deutschland nicht so geschmackvoll gewunden, eine bäuerin trug sogar ein aus rosen geflochtenes grabkreuz Hebbel w. 10, 183 Werner. zur rolle des grabkreuzes im volksaberglauben vgl. hdwb. d. abergl. 3, 1106. 2) in der heraldik eine bestimmte form des wappenkreuzes: grabkreuz hat breite enden und ausrundung wie das tatzenkreuz, schwebt aber und hat, statt der geraden armenden, nach auszen gebogene abgrenzungslinien Siebmacher-Gritzner wappenb. B (1890) 38.
 
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grabkunst, f., auch grabeskunst, auf die künstlerische ausgestaltung der gräber bezogen, in archäologischem gebrauch: aus dieser erhabenen ... grabeskunst ..., die wir noch in ihren denkmahlen und mumien bewundern und anstaunen Fr. Schlegel s. w. (1846) 13, 178; in Franken und am Mittelrhein finden sich hervorragende zeugnisse der grabkunst Pinder kunst d. ersten bürgerzeit (1937) 188.
 
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grabkunst, f., zu graben, vb., E 1, 'ars sculptoria' Henisch thes. (1616) 1719.
 
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grablägerig, adj., im 17. jh. in analogie zu und in verbindung mit bettlägerig, aber in der bedeutung von diesem geschieden; grablägerig werden 'ins grab gelegt werden': mancher artzt, indehm er ... den patienten besucht, selber darüber bett- wo nicht gar grablägrig wird Butschky Pathmos (1677) 497; worauff dieselbe hohe fürstinn zum hefftigsten erschrocken, auch, etliche tage hernach, bett- und über wenig wochen auch gar grablägerig worden Francisci d. höll. Proteus (1691) 74. —
 
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grablampe, f., auch grabeslampe. 1) die nach antiker sitte den toten beigegebene oder in grabkammern brennende lampe, vgl. lucernae sepulchrales Sperander hdlex. (1727) 352b; Krünitz encycl. 59 (1793) 97: die alten Egipter (haben das öl) durch röhren, unter der erde hin, in ihre ewigbrennende grablampen geleitet Zesen Assenat (1670) 524; Passeri (hat) ... sie (die lampen) zuerst in tempellampen, hauslampen und grablampen abgetheilt Böttiger kl. schr. (1837) 3, 313 anm. 2) von 1 aus bildlich: für sie ist die liebe eine grabeslampe, die nicht leuchtet, nicht wärmt, nur die verwesung erkennen macht (1812) Therese Huber an Bötticher bei Geiger leben u. br. einer dt. frau (1901) 15; da leuchtete ... jene grabeslampe auf, die der schöpfer, wie man weisz, im lebendigen grabe der seele angezündet Görres ges. schr. (1854) 5, 305.
 
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grabland, n., s. DWB grabeland.
 
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grablege, f., älter in den aus grablegede kontrahierten und verkürzten formen grableyde, grabeleyde, grabeley, grabley, dasselbe was jüngeres grablegung (s. d.). 'bestattung', älter offenbar aufs westmd. beschränkt: 170 phunt hallere, dy dy grabeleyde und die bestadunge ... kostete (hess. 1331) bei Dieffenbach-Wülcker 632;

[Bd. 8, Sp. 1617]


und (Jesus) sprag 'wat wizzint ir yre?
si hait wail gedan,
si wil myne grabeleyde vur begain' (hs. nach 1373) in: zs. f. dt. altert. 17, 37;

eyn mensche, das da hait entphangen das heylige oley und iss stirbt, ist dem pherner schuldig 5 sch. heller minus 3 heller zu grabley (rhein. 15. jh.) in: qu. z. gesch. d. sendgerichte 162, 33 Koeniger; vgl. 39; 43. auch für die zu entrichtende bestattungsgebühr: die jhene, die da sint von den jaren des heilgen olys (d. h. wohl: die ihrem lebensalter nach zum empfang des sterbesakraments berechtigt sind), sint grabeleyde schuldich 7 schilling (rhein. 1517) ebda 157, 2. diese gebühr anscheinend auch als maszstab für zahlungen an die kirche aus anderen gründen: obe eyns wolt anders wohin ghen und griffen zu der heyligen ee, so ist schuldich die grabeley 7 schilling (rhein. 16. jh.) ebda 156, 46. jünger nur in gelegentlichem spontangebrauch, soviel wie 'ort der grablegung': ein zweig der familie Rechberg hatte dort (in St. Blasien) ehedem die grablege gehabt Isolde Kurz Florentiner nov. (1937) 137; (Speyer) begleitet die schicksale des groszen und oft unglücklichen, immer kaiserlich denkenden geschlechtes (der Salier), es ist seine grablege geworden Pinder kunst d. dt. kaiserzeit (1935) 1, 134. —
 
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grablegung, f., jüngere bildung anstelle der vorigen. 1) im eigentlichen sinne 'bestattung eines toten', im ganzen unhäufig: grablegung (Fausts) (überschr. in Faust II, 5. akt) Göthe I 15, 317 W.; an so 'nem groszen begräbnisfest, da hat die hohe geistlichkeit ihre scheene iebervorteilung. desto zahlreicher so eine grablegung gehandhabt wird, je umfänglicher auch die offertorien flieszen Gerhart Hauptmann die weber (1892) 50. von da aus uneigentlich: allgemeine widerlegung und grablegung der genitiv- und s-verfechter der sache Jean Paul w. 54, 59 Hempel. 2) speziell als kunstgeschichtlicher terminus für die bildliche darstellung einer bestattung, vorwiegendund hier auch prägnantvom begräbnis Christi (vgl. in ähnlicher verwendung kreuzabnahme, beweinung): die berühmte grablegung ist zwar herrlich kolorirt, aber in der zeichnung verunglückt J. G. Forster s. schr. (1843) 3, 69; Albrecht Dürers grablegung Göthe IV 32, 203 W.; passionsaltäre, kreuzigungsgruppen, ölberge, stationswege, grablegungen, dazu der bilddruck — ein unermeszlicher überschwang Dehio gesch. d. dt. kunst 3 (1926) 50; Mariens tod, grablegung, himmelfahrt und krönung (am querhaus des Straszburger münsters) ebda 1 (1919) 335; reliefs in gyps von Canovas übrigen arbeiten. eine grablegung des Socrates durch seine freunde Seume spazierg. nach Syrakus (1803) 102.

 

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