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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gossenstück bis götchen (Bd. 8, Sp. 983 bis 985)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -stück, n., prismatischer roheisenblock, massel. zu gleichbed. 3 gose, gosse: man hat auf mehreren eisenhütten, z. b. am Harz, die methode eingeführt, das roheisen in sogenannte gossenstücke ... laufen zu lassen, wozu die leisten in dem hüttensande gemacht werden Blumhof eisenhüttenkunde (1817) 2, 207 s. v. gans.
 
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-wasser, n.: der himmel spiegelt sich auch in einer schaumblase des gossen-wassers B. Goltz zur physiognomie (1859) 177.
 
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gost, m., 'russischer kaufmann', s. 2gose.
 
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gost, göst, adj., 'nicht milchgebend, unfruchtbar', s. DWB güst teil 4, 1, 6, sp. 1205.
 
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gosz, m. (n.), verbalnomen zu gieszen (vgl. DWB gosz 'trichter' s. v. 2gosse). neben dem verbalabstraktum gusz

[Bd. 8, Sp. 984]


steht ahd. mhd. schwach bezeugtes goz oder (und) gôz (urspr. ist für das m. gôz, für das n. goz wahrscheinlicher), als masc. 'regengusz', Lexer mhd. wb. 1, 1063, als neutr. in den konkret-speziellen bedeutungen 'gegossener gegenstand, gegossenes bildwerk': fusile goz (12. jh.) ahd. gl. 3, 695, 36 St.-S.; Lexer a. a. o.; ferner 'gegossene füllungsteile eines gewölbes' (zur sache vgl. Mothes ill. bau-lex. [1881] 2, 549b 'guszgewölbe'):

die hœhe deist der hohe muot,
der sich uf in diu wolken tuot;
dem ist ouch nihtes ze vil,
die wile er sich gehaben wil
hin uf, da sich der tugende goz
ze samene welbet an ein sloz
Gottfried v. Straszburg Tristan 16943 Ranke;

ouch han ich an die liehten want
miner ougen weide vil gewant
und han mich oben an daz goz,
an daz gewelbe und an daz sloz
mit blicken vil gevlizzen ebda 17127;

nhd. ist für diese bedeutungen gusz (guszgewölbe) eingetreten; in mundartlichen resten bege net gosz 'in einer form erstarrte schmalz-, unschlitt- oder wachsmasse' (wofür sonst auch DWB gusz, vgl. d. teil 4, 1, 4, sp. 1217): gosz, m. Unger-Khull steir. 300b; gōss 'gestandene masse', ehemals von milch, unschlitt, schmalz gebräuchlich, dimin. gössle 'unschlittklumpen', auch 'gefäsz für schmalz', goss, gosslet, n., 'stöckchen schmalz' Fischer schwäb. 3, 754; ithem 3 gulden 4 hllr vür einen gosz onslechtes der weig lviii  und vür xxvi  rohes ungesmelzten unslechtes Elsen v. Holczhusen inventar (Frankf. archiv 1410, handschr.); ein ... mundsalben. nim meyenschmaltz 1 pfund, mettwachs 1 vierling. lasz vnder einander zergehen: geusz kleine göszlin darausz. brauchs wann du wilt Gäbelkover artzneyb. (1596) 2, 114.
 
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göszchen, n., münzname, ursprünglich die Goslarer scherfe. mnd. gosler und goske(n), göske(n), gosche(n) 'goslarscher pfennig', s. Lasch-Borchling 1, 2, 137, vgl. mnl. (in den ostprovinzen) gosseler Verwijs-Verdam 2, 2078. seit dem 16. jh. wurde die bezeichnung göszchen, auch gösger (köln. jöstcher), auf andere geringwertige nordwestdeutsche münzen übertragen (vgl. Schrötter münzwesen 1, 163 in: acta Borussica). göszchen eine niedersächsischrheinische scheidemünze: Adelung 2 (1775) 752; Jacobsson techn. wb. 5 (1793) 722b; Campe 2 (1808) 425a; Schaffer dt.-frz. 1 (1836) 755a. — speziell hieszen clevische gösger die unter Friedrich I. geprägten schlechten sechspfennigstücke (die 'roten sechser'): das general p. directorium hat aus dem ... bericht ersehen, welcher gestalt der churpfälzische gesandte zu Regensburg eine valvation der düsseldorffschen stüver gegen so genannte clevische göszger oder hiesige 6 pf. stücken unter der hand herumgehen lasse (1737) münzwesen 1, 507 in: acta Borussica.
 
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goszlinger, m., leichtes schiffsgeschütz. eingedeutscht aus nl. goteling 'guszeiserner gegenstand', 'geschütz aus gegossenem eisen oder metall' (anfangs schlechthin, zur unterscheidung von geschmiedeten geschützen, dann bezeichnung einer art leichterer [schiffs-] kanonen, s. woordenb. d. nederl. taal 5, 453). noch als nl. gebucht bei Fäsch kriegs-lex. (1735) berche, h(oll.) gooteling, ist eine art von geschütze, dessen man sich vor alters auf den schiffen bediente, und von metall waren, die aber von eisen gegossen waren, hieszen barces 88a: goszlinger ein ehemals auf den schiffen gebräuchliches geschütz von mittlerer grösze Jacobsson technol. wb. 2 (1782) 141b; Voigtel hdt. hdwb. 2 (1794) 116a; gostlinger Campe 2 (1808) 425a. dazu: göszlingsschusz, m., als masz für geschätzte entfernungen, nur in unverschobener form bezeugt: auff den abend sind wir an der westseite von der insel Guagam ... ein gotelingsschusz von dem land zu anckern kommen Decker diurnal (1629) 59 bei Kluge seemannsspr. 325; nord-ost von Grauharen ein götlingsschusz ist ein klein niedriger bergholm Manson seeb. (1717) 5 ebda; vgl. gotelingschot woordenb. d. nederl. taal 5, 454.

[Bd. 8, Sp. 985]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goszsack, m., schöpfbehälter am rad einer wassermühle. zu gieszen, vgl. DWB gosz s. v. 2gosse: die leufte, unszlitt, ohle, geleuchte ... aufschuttfasse, mulden, goszsecke, tücher auf die mühlen ... und alle andere noturft, was zu dem radekasten und in die mühle gehöret, sollen die müller selbst zu schaffen und zu halten schuldig sein (2. hälfte d. 16. jhs.) haushaltung in vorwerken 152 Ermisch-W.; gossack schöpfkasten an mühlrädern Mothes ill. baulex. (1881) 2, 485.
 
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goszstein, m., effusorium, ausguszbecken in form eines ausgehöhlten steines. wohl zu gosz in der bed. 'eingusz' (s. 2gosse). daneben guszstein (teil 4, 1, 6, sp. 1224) und jüngeres gossenstein (in anlehnung an 1gosse 2 b, s. d.): goszstein Schottel hauptspr. (1663) 512; goszstein aquiminarium Stieler stammb. (1691) 2139; spül-stein, wasser-stein, gosz- o. gusz-stein Kramer t.-ital. 2 (1702) 949c; goszstein ist ein hohl ausgehauener stein, mit einem langen kupfernen oder blechernen canal und röhre, meistentheils vor dem küchen-fenster angemacht, worein die magd die spielig-gelte auszugieszen pfleget Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 677; gosse ein ort in der küche, wohin man das unreine wasser ausgiesset, wird auch sonsten der gusz genennet, und weil es meistens ein etwas ausgehöhlter stein ist, so heiszt es der goszstein Frisch t.-lat. (1741) 1, 361; giesz-stein, gosz-stein, gusz-stein Noel Chomel öcon. lex. (1750) 8, 383 s. v. rön-stein; gossenstein kurze steinerne rinne, welche am kopf viel gröszer, als am ende ist. man gebraucht dieselbe ... in küchen, waschhäusern, und dergleichen, da man sie dergestalt einmauert, dasz der kopf in der küche, das ende aber auszerhalb der mauer auf die gasse hervorraget Voch allg. baulex. (1781) 126b; gossstein ein ausgehöhlter stein Helfft wb. d. landbaukunst (1836) 158; goszstein, auch guszstein, schüttstein genannt Mothes ill. baulex. 2 (1882) 485b; gossenstein, gossstein, wasserstein Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 308; der gossenstein sollte allerdings ein stein von solchen sein, die eine gosse bilden, hat aber gewöhnlich die bedeutung des ausgusssteins für die küchenabwässer Schönermark-Stüber hochbaulex. (1902) 477: o hätte denn ein solcher ... zu fressen, ... was sie muthwillig hat verderben lassen, oder auff den goszstein geschüttet Schupp schr. (1663) 341; die kupferne rinne zum goszstein darff auch flickens, weil sie ausleufft Jac. Thomasius aufzeichn. 63 Sachse; (ich bemerkte) wie architektonisch klug anrichte, gossenstein, topf- und tellerbretter angebracht seien Göthe I 33, 109 W.; da kam eine weisse ente zum gossenstein in die küche geschwommen br. Grimm kinder- u. hausmärchen (1812) 2, 257;

der brummer zupfte die flieg' am bein
und warf sie tief in den gossenstein
Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. (1890) 2, 275;

eigentlich hat sie nur die rosinen in den gossenstein geworfen Fr. Huch ges. w. (1925) 1, 61. —
 
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gosztröglein, n., zu 2gosse 1 a: 'aufschüttkasten, mühltrichter' (auch gosz, goszen) Schmeller 1, 950 (vgl. 1tröglein 1 b, teil 11, 1, 2, sp. 794); genauer wohl 'die rumpfmulde', vgl. gosztrühel, n., zu 2gosse 1 a (trühel ist hier als diminutiv zu trog aufzufassen, vgl. teil 11, 1, 2, sp. 1328 und trühlein, sp. 1332): rumpfmulde ist eine kleine mulde, welche die aus dem rumpfe fallenden körner auffängt und durch das loch des obern mühlsteines auf den bodenstein zettelt (l'auget); in Öst. heiszt sie gosztrühel Popowitsch versuch (1780) 402.
 
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götchen, n., pate, täufling, s. u. götlein, n.dazu götchengeschenk(?), n., patengeschenk. in der form götgesgeschenk: der schwester Anna Sibilla zum jungen ihrer magd verehrt wegen überbrachten götgesgeschenk ... fl. 1 (1690) bei Karl Bräuer studien 2, 279.

 

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