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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gosenbruder bis göspel (Bd. 8, Sp. 976 bis 977)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gosenbruder, m.: 'liebhaber der gose' Albrecht Leipzig 124a. —
 
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gosezise, f., 'getränkesteuer auf gose': meyne upname: van goseczise Diderik Ridder 2 p. 8 s. (1457) urk.-buch d. st. Hildesheim 7, 636.
 
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gose, m., meist plur. gosen, 'privilegierter russ. kaufmann', auch gost, gosi. entlehnt aus russ. gost 'gast', aruss. auch 'fremder, angereister kaufmann', s. Vasmer russ. etym. wb. 1, 300; vgl. gosti (plur.) 'bevollmächtigte (stavlenniki) der regierung aus den reihen der reichen kaufleute' A. Tolstoi Peter d. erste (1947) 373 (deutsch 1951) 2, 51. zu erwägen ist einwirkung von chozjáin (gespr. chazjáin) 'wirt, herr', als eigentümer eines handlungshauses 'prinzipal' Pawlowsky russ.-dt. wb. (1911) 1701b: dann (folgten) die fürnembsten gosen oder kauffleute A. Olearius persian. reisebeschr. (1663) 133; gosen moscowitische kauffleute Apinus gloss. nov. (1728) 250; gose, plur. gosen, ein muskowitischer kauffmann Steinbach dt. wb. (1734) 1, 621; gosi, oder gost und gosen, bedeutet so viel, als ein

[Bd. 8, Sp. 977]


fremder oder gast. in Russland werden diejenigen kauffleute so genannt, welche ausserhalb landes ... im gantzen handeln Noël Chomel öcon. lex. 4 (1751) 1265; eigentlich aber verstehet man unter den gosen oder gosten nur diejenigen, welche für rechnung der krone handeln, und eigentlich die kaiserlichen factore sind Krünitz öcon. encycl. 19 (1780) 588; gosen ruszische kaufleute Schrader dt.-frz. wb. (1781) 1, 564.
 
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gose, gosse, f., priṣmatischer roheisenblock, massel. n-lose form für gleichbed. gans (s. d. II 4 d, teil 4, 1, 1, sp. 1265), auch ganz, gänze; vgl. gosseneisen, gossenstück: gose wird auf den nassauischen hüttenwerken die geschmolzene masse eisen genannt, die alle 6 stunden aus dem hohen ofen gelassen wird. die figur der gose ist von der auf andern hüttenwerken, wo sie gans heiszt, nicht verschieden Jacobsson technol. wb. 5 (1793) 722b; gose (auf den siegenschen und benachbarten eisenhütten) die masse von roheisen, welche alle 6 oder 8 stunden aus dem hochofen abgestochen oder abgelassen wird Blumhof eisenhüttenkunde (1817) 2, 472; gosse gar geblasenes eisenstück von prismatischer form (Siegerl. 1839) rhein. wb. 2, 1310; gōase ein längeres stück roheisen Heinzerling-Reuter Siegerl. 94b.
 
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göse, gösen, f. (m.), fischname, cyprinus jeses L., 'alant', s. gise teil 4, 1, 4, sp. 7566. vgl. schwed. gös 'lucioperca sandra', ä. schwed. gius, s. Falk-Torp 122: gösen oder jösen ein fisch, breitlich, schuppig, in flüssen, werden so grosz als karpen Frisch dt.-lat. (1741) 1, 361c; göse, f. Schwan nouv. dict. (1783) 1, 778a; Voigtel hdwb. 2 (1794) 116a; massen der göse am kopffe und auf dem rücken blaulicht siehet Döbel jägerpract. (1754) 4, 71.
 
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göselitz, m., fischname, cyprinus nasus, s. DWB gesen teil 4, 1, 2, sp. 4068, vgl. oben göse.
 
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gösen, gossen, vb., 'aufbrausen, gären', wohl zu gären (s. d. teil 4, 1, 1, sp. 1349), doch bleibt der zusammenhang dunkel gösen, giren effervescere, exspumare, ebullire, aufstoszen Schönsleder prompt. (1618) x 5a; v 8a; das jäsen, gieren oder blasen wird auch giessen oder gossen genennt, und solche jäst oder gäst bestehen in aufgetriebenen blasen ... wie man siehet bey dem neuen wein und jungen bier Harsdörffer teut. secr. (1656) 2, 670.
 
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gösger, m., münzname, s. DWB göszchen.
 
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gosler, m., münzname, s. DWB göszchen.
 
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gospe, göspe, f., hohle hand, vgl. DWB gäspe teil 4, 1, 1, sp. 1434 und gauspe sp. 1589. mnd. g spe, göspe = gpse gefüllte doppelhohlhand Lasch-Borchling 1, 2, 137; göspe die halb geschlossene hohle hand Adelung 2 (1775) 752: folgende (wörter) sein so gleich untereinander, als jemahls welche sein können: ... ἀγοστός (cavitas manus) gospe Morhof unterr. v. d. dt. spr. (1682) 145; nim scharfe aschen 2 gospen voll vnd 2 gospen vngeleschten kalch, stosz es klein (1620) in: Alemannia 18, 26.
 
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göspel, f., hohle hand, s. oben gospe und gauspel teil 4, 1, 1, sp. 1589; zum suffix vgl. gispe teil 4, 1, 4, sp. 7566: wenn man anfehet zu pflügen, menget man inen (den pflugochsen) see oder treber, kleien oder schrot, etwan ein par göspeln voll mit unter den hexel Coler hausb. 4 (1598) t 3b.

 

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