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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
göpelkaue bis göppitzen (Bd. 8, Sp. 958 bis 960)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) göpelkaue, f., 'der überbau über einem göpel' Veith bergwb. 286; erst seit dem 19. jh., als göpel nur noch die maschine bezeichnet, wird das gebäude, die kaue (vgl. s. v. kaue teil 5, sp. 310), über dem göpel besonders bezeichnet.
 
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göpelkunst, f., soviel wie göpel als maschine: allg. dt. bibl. 69 (1786) 269; vgl. s. v. 1göpel 1 a: der gepel ... ein schne kunst Mathesius Sarepta (1571) 145b; s. auch s. v. kunst II 5 c β, teil 5, sp. 2683. speziell eine vorrichtung zum ausfördern von wasser: 'göpelkunst eine von pferden mittels eines göpels in bewegung gesetzte wasserkunst' Mothes

[Bd. 8, Sp. 959]


ill. baulex. (1881) 2, 485. bildlich: groszartig soll nunmehr das kleinartigste der kleinlichsten kleinmeister sein, solcher, so aus dem staate gern eine französische göpelkunst erlärmen wollen, wobei sie natürlich die treiber bleiben Fr. L. Jahn w. (1887) 2, 749. —
 
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göpelmaschine, f., in bildlichem zusammenhang: wir sind keine pferde für göpelmaschinen Gerhart Hauptmann ges. w. (1942) I 6, 480. —
 
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göpelpferd, n., das vor den göpel gespannte pferd, das auf dem göpelherd (s. d.) im kreise getrieben wird und die senkrechte göpelwelle dreht; vgl. Minerophilus (1730) 307. im vergleich: es ist auch wahr, dasz wir uns wie göpelpferde beständig im kreise drehen, ohne jemals weiter zu kommen J. Krebs d. moderne Rübezahl (1837) 1, 211. —
 
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göpelwelle, f., die um ihre achse rotierende, senkrecht stehende welle des göpels, um die das seil (oder die kette) zum heben von lasten oder zum betrieb von arbeitsmaschinen gelegt ist; vgl. Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 4, 115. —
 
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göpelwerk, n., 'triebwerk der dresch- oder futtermaschine' Hofmann niederhess. 109: und wie vor dreiszig jahren ging ... im göpelwerk, die alte schindmähre mit einem abgerisznen ellernzweig schwach treibend, der neunzigjährige Kaspar-ohm Liliencron s. w. (1896) 3, 119. — zu weiteren, nur technisch gebrauchten zusammensetzungen sieh die einschlägigen wbb., vor allem Voigtel hd. hdwb. 2, 115; Veith bergwb. 248.
 
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gopeln, vb., (wenigstens zum teil) iterativum zu gopen, s. d., nur alem.: schweiz. id. 2, 389, Fischer schwäb. 3, 750; vgl. s. v. gobeln teil 4, 1, 5, sp. 660. dazu ableitungen wie gopler, m.; goplig, adj.: schweiz. id. 2, 389; vgl. gobelig teil 4, 1, 5, sp. 659.
 
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gopen, vb., colludere, spielen, possenhaft tändeln, sich mutwillig herumbalgen (von menschen und tieren); sich dumm, unbeholfen bewegen. ebenso wie das zum teil dazu gehörende iterativum gopeln (s. d.) fast nur alem., bes. schweiz., für weiter verbreitetes gabeln teil 4, 1, 1, sp. 1122. nebenformen: gaupen, gappen, galpen u. ä. Stalder schweiz. id. 1, 417, Fischer schwäb. 3, 750, schweiz. id. 2, 388; goppen Höfer Österr. 1, 309; goben Schmeller-Frommann 1, 862: mit anderen schimpffen, spilen, kurtzweylen, vnd gopen Frisius (1556) 248b s. v. colludo; gopen wie die jungen hund oder katzen Maaler teutsch spr. (1561) 190a; Frisch t.-lat. (1741) 1, 361b; kinderspil, als wann die halbgewachsne kinder mit ainandern sich paaren und gaupen Zimmer. chron. 23, 204 Barack; das wysele, damit es jn (den hasen) betriege, so spilt und gopet es mit jm Forer Gesners thierb. (1583) 70a. dazu mehrere, vor allem alem. belegte ableitungen wie gope, m., goper, m., gopig, adj., vgl. Martin-Lienhart elsäss. 1, 227, schweiz. id. 2, 388, Lexer Kärnten 118; gofe, m. Fischer schwäb. 3, 735; sieh auch 2göpel.
 
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goppe, gope, f., jacke, rock. md. im 15. u. 16. jh. gelegentlich für häufigeres jope, joppe, juppe teil 4, 2, sp. 2336; vgl. auch gippe teil 4, 1, 4, sp. 7535. frühester beleg in der zusammensetzung: ein vntergoppen (1432) Diefenbach nov. gl. 57a s. v. bombasium;

es het ein bauer ein gopen dick,
darinnen het er vier hundert stck (1531) bergreihen 102 ndr.

in übertragenem gebrauch: hie sitzt der juncker Hans in der roten gopen Luther 20, 586 W. (die rote gope galt als vornehm, hier bezeichnet sie eine eingebildete vornehmheit oder überhaupt eingebildetheit, vgl. die anm. von Pietsch s. 807);

dem todt zu trotz vnd widerdries
hinausz zu schwimmen sich beflies,
der todt sahe was er für ein han
an jm hat, vnd wolt nicht hinan,
wie er im sinn hat mit der sissen,
oder jn in die goppen schiessen:
dorfft zwar den tropffen nit vertrawen,
lies jn also sein strasz hinhawen. (1600)
Fuchs mückenkrieg 82, 318 Genthe.

die ausgabe von 1612 ändert an der betreffenden stelle:

wie er im sinn hett jhn zu schiessen,
sein trotz und hochmuth jhm zu büssen ebda.

[Bd. 8, Sp. 960]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) göppel, m., gestürzte gabel (herald.). das wort ist erst in den wappenbüchern des 19. jhs. belegt, das wappenzeichen selbst ist seit dem 15. jh. bekannt, vgl. Siebmacher wappenbuch (1889) 5, 1, taf. 50, ebda. einleitungsbd. b 42; Querfurth wb. d. herald. terminol. 56.
 
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göppitzen, vb., rülpsen; soviel wie koppezen teil 5, sp. 1791: sie sagten, dasz das ausspeien und göppitzen nirgentsher komme als vom übrigen essen Albertinus hofschul (1610) 163b; ders., zeitkürtzer (1603) 158.

 

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