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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gönnerisch bis göpel (Bd. 8, Sp. 954 bis 958)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gönnerisch, adj., vereinzelt für gönnerhaft (s. d.): er konnte sich noch nicht daran gewöhnen, das beifällige nicken, das gönnerische geltenlassen als eine nothwendige zuthat seiner stellung anzuerkennen Auerbach neues leben (1852) 1, 282; er hatte etwas auffällig gönnerisches ders. schr. (1892) 6, 64; nun, genossin Glyzcinski, was haben sie uns gutes mitzuteilen, sagte sie (die näherin) mit einem leisen gönnerischen ton in der stimme Lily Braun memoiren e. sozialistin (1911) 40.
 
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gönnermiene, f., der vom selbstgefälligen bewusztsein eines groszmütig hilfe, rat, gunst gewährenden handelns gezeichnete gesichtsausdruck. die zusammensetzung knüpft im allgemeinen an gönner B an. der gebrauch des wortes kann

[Bd. 8, Sp. 955]


auf eine nur eingebildete überlegenheit des gunst oder belehrung gewährenden zielen, die den beurteilenden sprecher das an sich negativ bewertete überhebliche verhalten lächelnd entschuldigen läszt: eine von mir selbst sehr reinlich gefertigte abschrift legte ich meinem freund Derones vor, welcher sie mit ganz besonderm anstand und einer wahrhaften gönnermiene aufnahm ... auf meine bescheidene frage, ob das stück wohl aufgeführt werden könne, versicherte er mir, dasz es gar nicht unmöglich sei. sehr vieles komme beim theater auf gunst an, und er beschütze mich von ganzem herzen Göthe I 26, 168 W.; nach langer prüfung sprach der alte, indem er eine gönnermiene annahm: was du kunst nennst, mein sohn, ist weiter nichts, als die gesetzkenntnisz G. Freytag ges. w. 4 (1887) 126; der noble schustergeselle schwebte wie ein genius vor seinen augen ... 'sie — ich will ... ein schuster werden!' — 'recht bursche ...', entgegnete der angeredete ..., während sein gesicht eine wahre gönnermiene umspielte. 'was thäte die welt, sage ich, wenn keine schuster wären' Brunner erz. u. schr. (1864) 1, 52. vereinzelt mehr an gönner A 2 d β anknüpfend, zur umschreibung eines anmaszenden und eingebildeten kunstverständnisses: da ist es denn klar, dasz das sammeln, ausstellen, verloosen von kunstwerken ... doch auch der zerstreuten naschhaftigkeit, eitelkeit und wohlweisen kenner- und gönner-miene ächt moderne nahrung giebt Vischer ästhetik (1846) 3, 1, 67. ein betont negativ wertender gebrauch zielt auf die beleidigende art, in der der hilfe oder gunst gewährende eine andere person ihre abhängigkeit spüren läszt: ich wollte mir lieber ... das tägliche brod von haus zu haus ... zusammenbetteln, als pensionen von leuten mit gönnermienen nehmen Zschokke sämtl. ausg. schr. (1824) 16, 76; wenn Gutzkow ... einwendungen gegen seine vorschläge erhob, wuszte ... Dingelstädt dem widerhaarigen ... generalsekretär seine untergeordnete stellung mit vornehmer gönnermiene merkbar zu machen F. Wehl zeit u. menschen (1889) 1, 273; die hochmüthige gönnermiene des czaren beleidigte ihren stolz Treitschke dt. gesch. (1897) 4, 535; der Ulrich Zimbel ... geleitete sie mit der gönnermiene hinein, die er für diese sorte gäste aufzusetzen pflegte W. Schäfer wendekreis (1937) 26.
 
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gönnerschaft, f. , abstraktbildung zu gönner B.
1) das verhältnis einer begünstigenden person zu einer begünstigten mit betonung des hilfe oder gunst gewährenden verhaltens. zuerst belegbar bei Adelung wb. 2 (1796) 754; nur im sg.: in Cöln jedoch an eine förmliche kunstakademie zu denken, möchte nicht nöthig noch räthlich sein. republicanische ... formen passen am besten in diesen gegenden, wenigstens für die freien künste. einsichtige kunstliebe und gönnerschaft setzt sich überall an die stelle der direction Göthe I 34, 80 W.; er entschlosz sich endlich, beim professor anzuklopfen und fragte, ob er sich vielleicht durch unbewuszte vernachlässigung auf der bühne die seinem talente geltende gönnerschaft verscherzt habe Holtei erz. schr. (1861) 36, 301; hatte in den ersten vierzehn tagen nur der vetter krämer um seine gönnerschaft geworben, so kamen in der dritten woche schon angesehene bürger und beamte Riehl gesch. a. alter zeit (1863) 1, 174; sein sohn aber wurde später mein besonderer gönner, eine gönnerschaft, der er in dem von ihm redigierten militär-wochenblatt in anerkennenden worten ... ausdruck gab Fontane ges. w. (1920) II 1, 198; es hatte ausnahmen gegeben, ... aber dafür auch solche auszeichnungen wie die gönnerschaft des musikmeisters Herm. Hesse glasperlenspiel (1943) 1, 214. ähnlich, aber wohl unter einflusz von gönnen II A (s. d.), im sinne von 'zustimmung', wobei nicht der sonst übliche gebrauch von gönner zugrunde liegt, sondern das grundwort den 'gönnenden' meint: und diese verbindung (mit Ottilie) erfreut sich der gönnerschaft, der väterlichen zustimmung Goethes? Th. Mann Lotte in Weimar (1946) 314. in negativer bewertung und zu prägnant abschätziger bedeutung neigend, im sinne von 'protektion'; häufiger im pl.: durch weiberschürzen, gönnerschaften, kabalen und

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parteitrotz werden die meisten stellen besetzt Zschokke sämtl. ausg. schr. (1824) 22, 119; kennt einer von ihnen das unverschämte weib, die unbekannterweise mich mit dem titel ihres verpflichteten, ihres schützlings beschimpft, so nennen sie mir's, denn nur durch ihre öffentliche erniedrigung kann ich mich von dem brandmal ihrer gönnerschaft befreien Nestroy ges. w. (1890) 6, 116;

weil er (Schiller), sich selbst vertrauend, nur durch sich selbst geschult,
um eure (der romantiker) gönnerschaften nicht kleinlich hat gebuhlt
J. Frey ges. dicht. (1899) 164.

mehr an gönner A 2 c anknüpfend, auf den vertreter, befürworter einer einrichtung bezogen: diese zoten (in den ersten wörtersammlungen zur gaunersprache) stechen um so mehr ins auge, als sie durch ihre meistens fremdartige, gelehrte, klerikale form die vaterschaft und gönnerschaft derselben prostitution scharf kennzeichnen, welche wiederum in denselben vocabularien die väter und gönner mit einer flut gemeiner bezeichnungen herabwürdigt Avé-Lallemant gaunerthum 3 (1862) 167.
2) kollektiv, 'die gönner': viele gönnerschaften haben Campe 2 (1808) 424b; umgestaltet hat er (der dichter) ihn (den Rotherstoff) in Tirol und Baiern, ... wo seine hörer- und gönnerschaft ... gewohnt haben wird Gervinus gesch. d. dt. dicht. (1853) 1, 202; den allmälig eintretenden mangel an zulauf zu den declamationen ergänzte anfangs und ersetzte endlich ganz die goldene groszmuth gekrönter gönnerschaft Chézy erinnerungen (1822) 1, 38.
 
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gönnerstolz, m., zu gönner B, von dem selbstgefällig gehobenen gefühl eines herablassend hilfe oder gunst gewährenden:

der arme, der vielleicht als freund, ihn (den reichen) bessern würde,
ist sein gebohrner knecht. mehr als des schicksals bürde,
drückt seiner gnade joch.
von gönnerstolz gebläht, bleibt er in seiner höhe,
und wähnt, dasz jener da sein Midasohr nicht sehe; —
und jener sieht es doch
J. A. Ebert ep. u. verm. ged. (1789) 256.


 
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gönnig, adj., zu gönne, f. (s. d.), günstig, geneigt: fauus gunddig (md. 15. jh.) Diefenbach gl. 228b; fauorabilis gunnich (nd. 15. jh.) nov. gl. 169a; sues kerde dat erste ghelucke dat gunneghe anghesichte (faciem favorabilem) van ome vnde karde ome den rugge tho (15. jh.) bei Schiller-Lübben 2, 166; mich wundert ser diser wort, daz jr söllich sach ann mich vordert das einem günnig der aller sach wäre nider gelegen nicht wäre czu thun histori von der küniglichen statt Troia (1499) 51a. mundartlich noch gunnig, gönnig im sinne von 'freigebig' schweiz. id. 2, 334. — als ältere gleichbedeutende ableitung zu gönne, f., kennt das mhd. ein adj. günlich: Rudolf v. Ems weltchron. 11818 Ehrismann; kl. mhd. erz. 163, 226 Leitzmann. dazu wohl die mystischer sprache angehörende abstraktbildung günlichi, f., 'herrlichkeit': Elsbet Stagel leben d. schwestern zu Tösz 68, 28 Vetter; H. Seuse dt. schr. 23, 2; Bihlm.; ebda. 95, 7; 246, 19 u. ö.; und vereinzelt weiter wirkendes günlicheit ebda 547, 34; 550, 9; günlichkait Niclas v. Wyle translat. 240 Keller.
 
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gönnung, f., erlaubnis, gunst. vornehmlich im 15. und 16. jh. belegtes nomen actionis zu gönnen: gundung (15. jh.) s. v. indulgentia Diefenbach gl. 295b; s. v. zelus ebda 635a; gündung s. v. autoritas voc. pred. (1486) C 4a; gönnung s. v. gunst Stieler stammb. (1691) 684; vgl.gunnunge Lexer 1, 1119; hist. bei Fischer schwäb. 3, 750. das wort gehört vornehmlich, aber nicht ausschlieszlich der rechtssprache an, vgl. dt. rechtswb. 4, 1004: als wir (könig Sigmund) nechste zu Franckfurt von gunnunge gotleicher gutikeite czu romischem kunig recht und redlich erkorn sein (1411) Frankfurts reichscorresp. 1, 186 Janssen; wann ouch ein burger oder hindersehsze etlich zinse an sich lset von bitte oder gnnunge des, der die zinse git, so soll derselbe, der solich tt und das gelt uszgit, davon sin hant verzollen (15. jh.) bei Eheberg verf.- u. verw.- u. wirtschaftsgesch. d. st. Straszburg 1, 510;

[Bd. 8, Sp. 957]


ausz günnung der barmhertzigkait H. Braunschweig chirurgia (1539) 36a.
 
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gönseln, vb., wehklagen, winseln, umschmeicheln. nebenform zu günsen, günseln teil 4, 1, 6, sp. 1104: se wuiten on gönselten so lang bis he sienen wöllen zur heirath drein gab quelle a. Elbing bei Frischbier pr. wb. 1, 246a.
 
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gonst, f., gonstig, gönstig, adj., adv.; gonstiglich, adv., s. DWB gunst, DWB günstig, DWB günstiglich.
 
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gope, f., s. DWB goppe.
 
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göpel, m. , eine maschine (windewerk oder übersetzungsgetriebe) zum heben von lasten und zum betrieb von arbeitsmaschinen. seit dem 16. jh., zuerst im sächs. bergbaugebiet belegt: gepel machina ... qua ... res fossiles extrahuntur Agricola de re metall. (1556) v 2d, vgl. ebda y 3b; gepell Bech Agricolas bergwerckb. (1557) 125; 135; 157 u. ö.; gepel Mathesius Sarepta (1571) 15b; 145b; gäpel Loehneyss bericht v. bergw. (1617) 60; Junghans gräublein ertz (1680) c 1d; göppel Span bergrechtsspiegel (1698) 146. die länge des vokals ist durch diphthongierung gesichert: geipel neben gäbel Berward interpres (1673) 11. in der heute üblichen schriftsprachlichen form göpel zuerst chursächs. bergordn. v. 1573 (1673) art. 43 abs. 3; Mathesius Sarepta (1679) 60; 572. herkunft unsicher; vgl. im slavischen das tschech. hýbati, obersorb. hibać, niedersorb. gibaś 'bewegen' (s. Berneker 373) und davon abgeleitete nom. ag., z. b. tschech. hybadlo 'bewegungswerkzeug', obersorb. hibak 'lokomotive'. doch wäre bei entlehnung vor dem wandel von g>h im tschech. und obersorb. diphthongierung des i zu erwarten.
göpel scheint zunächst auf die md. bergmannssprache beschränkt zu sein, darüber hinaus ist es bis ins 19. jh. hinein nur lexikalisch belegt (s. u.). neben formen mit anlautendem g erscheint gelegentlich keppel, z. b. Hederich t.-lat. lex. (1777) s. v. göpel; vgl. die rückführung von gepel, göpel auf kappe, käppel bei Frisch t.-lat. wb. (1741) 1, 340a. heute findet sich das wort vor allem md.: gēw, gēb Gerbet Vogtland 110; gęwəl Hofmann niederhess. 109 und nd. (vor allem in der anwendung wie unter 2): göp'l, göüp'l Kück Lüneburg 598; gbḷ Mensing schlesw.-holst. 2, 453; jöepəl Block Eilsdorf 65; auch im schwäb.: g'ẹbl Fischer 3, 750; in der österr. bergmannssprache göppel, gappel Scheuchenstuel 103.
1) im bergbau.
a) eine fördermaschine mit zunächst von pferden umgetriebener senkrechter göpelwelle (s. d.), übersetzungsgetriebe und windewerk zum fördern von erzen, wasser u. a.: wann aber der schacht tieff ist, so treibendt vier pferdt den gepell vmb Bech Agricolas bergwerckb. (1557) 127; so ist der gepel auch ein schne kunst, da man mit rossen berg vnd wasser zu tag ausztreibet, vnd in einer schicht mehr herausz frdern kan, als an zweintzig haspeln Mathesius Sarepta (1571) 145b; machina tracta ab equis gepell Frischlin nomencl. (1586) 145b. dann jede fördermaschine, auch solche mit anderer antriebskraft: göpel, gaipel, geipel ist ein grosses gerste, damit grosse lasten aus den tiefen schchten gezogen werden bergmänn. wb. (1778) 238; göpel, ein hebewerkzeug, ... wird entweder von pferden umgedreht, oder von dem wasser oder dem winde in bewegung gesetzt Voigt hdwb. f. d. geschäftsführ. (1807) 1, 350; einige fahren an. der göpel fängt an zu gehen Körner w. 4, 150 Hempel. im übrigen vgl. die einschlägigen technischen wbb., z. b. Veith bergwb. 247. — häufig in zusammensetzungen mit göpel als grundwort und mit bezeichnung der antriebskraft, vgl. s. v. pferdegöpel teil 7, sp. 1684; der pferdegöpel veraltet im bergbau ende des 19. jh., vgl. Lueger (1894) 7, 146; wintgpel Loehneyss bericht v. bergw. (1617) 61, vgl. s. v. windgöpel teil 14, 2, sp. 303; wassergöpel Adelung vers. 5 (1786) 88, vgl. s. v. wassergöpel teil 13, sp. 2412. in jüngeren zusammensetzungen: dampfgöpel, turbinengöpel u. ä., vgl. Veith 247; Dannenberg bergm. wb. 158. an die mechanisierung des göpels knüpft bildlicher

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gebrauch an: was die tintgöpel der unterhaltungsblätter fördern, ist nicht viel gewichtiger Fr. L. Jahn w. 2 (1885) 413.
b) die fördermaschine zusammen mit dem über ihr errichteten kegelförmigen gebäude, dessen oben zusammengefügte balken (säulen) die senkrecht stehende göpelwelle halten: gepel ist ein rundt gebw, darinnen ein eisern seil vber den korb der spindel sich auff vnd abwint damit man grosse tonnen ertz oder bergk mit pferden heraus treibt Loehneyss bericht v. bergw. (1617) 11; vgl. Minerophilus bergwerckslex. (1730) 306; Adelung vers. 2 (1775) 750. durch die in der form eines kegels aufgerichteten säulen entsteht ein vmblauff im gepell Bech Agricolas bergwerckb. (1557) 126 (area rotunda vmblauf im gepel Agricola de re metall. [1556] v 2d), vgl. s. v. umlauf B 2 teil 11, 2, sp. 1003. vielleicht hat die lautliche oder orthographische ähnlichkeit von gepel 'machina' und keppel 'aedificium' zu diesem bis zum ende des 18. jhs. währenden gebrauch beigetragen; wahrscheinlicher aber ist es, dasz diese verwendung von anfang an gebräuchlich ist und dasz lexikographen die ihnen in der bedeutung 'aedificium' geläufige form keppel gelegentlich auch für sonst geltendes gepel verwenden, vgl. oben.
2) in der landwirtschaft seit dem 19. jh. bezeichnung für ähnlich konstruierte maschinen, die als triebwerk von dresch- oder futtermaschinen dienen und meist von pferden gezogen werden, vgl. Hofmann niederhess. 109; Mensing schlesw.-holst. 2, 453: bei gröszeren betrieben wird eine gezahnte holzwalze durch pferd und göpel über die tenne gerollt, und damit ist die gewöhnliche sorte des maté fertig Hesse-Wartegg zw. Anden u. Amazonas 2491.
3) dem neueren literarischen gebrauch des wortes liegt die vorstellung des von tieren gezogenen göpels zugrunde. im hinblick auf die schwere einer aufgabe: sie verlangen doch auch nicht von der amsel, sie soll den göpel ziehen Emil Strausz freund Hein (1921) 326. die gleichförmig kreisende bewegung des göpels und des eingespannten zugtieres ermöglichen den eigentlichen gebrauch des wortes in vergleichendem oder übertragenem zusammenhang. sentenzartig: 'je ja, je dann', lachte Hanns, 'ich komm gleich wieder des wegs, sagt's rosz im göpel' Anzengruber ges. w. (1890) 4, 341. im vergleich: dieses dasein als stehende bewegung; ... also weniger noch als ein blindes pferd, das, den göpel bewegend, im kreise geht Langgässer d. unauslöschl. siegel (1946) 413. bildlich:

wir gehn im göpel nacht und tag
und sehen keine frucht von unsrer plag
Hofmannsthal Salzb. gr. welttheater (1930) 54.


 
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göpel, m., nomen agentis zu dem alem. vb. gopen, soviel wie goper, gope, närrische, grobe person; dummer, unbeholfener mensch, siehe s. v. gopen. nur in einem nichtobd. beleg: wie viel boszhafftige weiber jhre menner lappen gpel, narren heiszen, andere schandnamen geben, oder dutzen H. Roth brautpred. (1596) 2, 134b.

 

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