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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gondelbefahren bis gondeltasse (Bd. 8, Sp. 885 bis 886)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gondelbefahren, adj. part.: diese schöne, schwarzhaarige schwester Struwelpeters, die seifenintakt auf einen gondelbefahrenen rinnstein (kanal in Venedig) niedersah, war mir wie das bild Venezias selbst erschienen Fontane ges. w. (1920) II 4, 375. —
 
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gondelchen, n., diminutiv zu 1gondel:

vorn alten unflats-kahn, der gantz zerbrechlich war,
hiesz ich den Charon strakks ein gundelchen darbringen
W. Scherffer geist- u. weltl. ged. (1652) 1, 441. —

gondeler, m., führer einer gondel, gondoliere: ja auch die bettler weisz er zu seinem vorhaben zu brauchen ... item, die gondeler und fergen, die taglöhner Garzoni allg. schaupl. (1641) 694b. —
 
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gondelfahrer, m., gondoliere: cymbulae vel scaphae ductor der gondolierer oder gondelfahrer Comenius orbis pictus (1737) 2, 74; der bettler auf dem lande, der gondelfahrer auf dem meer singt abentheuer seines Ariosts Herder 8, 411 S.
 
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gondelfahrt, f.: er gedachte der gestrigen gondelfahrt und seiner geträumten seligkeit Gaudy s. w. (1844) 14, 153; ein glückliches, vornehmes ehepaar, das eben von einer gondelfahrt zurückkehrt Vischer kritische gänge, n. f. 1 (1860) 41; die verlockendsten phantasiebilder von gondelfahrten im mondschein H. Seidel Leberecht Hühnchen (1928) 330. —
 
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gondelflottille, f.: er war ein binnenlandsmensch und hatte von schiffen schwerlich mehr gesehen als eine gondelflottille zwischen Treptow und Stralau Fontane ges. w. (1920) II 1, 137. —
 
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gondelführer, m.: der gondelführer le gondolier Schwan nouveau dict. 1 (1783) 777b; der venezianische adel war mit dem gondelführer vertraulich Niebuhr röm. gesch. (1811) 3, 354; der rothbärtige gondelführer that aus respect schier fuszfälle vor mir Rosegger schr. (1895) II 12, 366. —
 
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gondelkäfig, m., kleines fahrgastgehäuse, sogen. kappe einer venezianischen gondel: die ersten schnäbel von blankem eisenblech, die schwarzen gondelkäfige, alles grüszte mich wie eine alte bekanntschaft Göthe I 30, 97 W.
 
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gondellied, n.: oder war's nicht das gondellied, das wir damals auf dem see von Enghien sangen? Gutzkow ritter (1850) 5, 9;

gondeln, lichter, musik —
trunken schwamm's in die dämmerung hinaus
...
meine seele, ein saitenspiel,
sang sich, unsichtbar berührt,
heimlich ein gondellied dazu
Fr. Nietzsche w. 1 (1931) 48. —

gondelmodell, n.: mein vater besasz ein schönes mitgebrachtes gondelmodell Göthe I 30, 97 W.
 
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gondeln, vb., meist in komposition. eigentlich 'in einer gondel, einem kleinen wasserfahrzeug fahren': wir gondelten etwas aufm see und erwarteten das dampfboot Rauch an Rietschel (1829) 1, 40; während ich die Donau herabglitt, im Goldenen Horn herumgondelte, die fluthende strömung des Bosporus durchschnitt Fallmerayer fragm. a. d. Orient (1845) 1, 3; bis zur innersten hafenspitze hineingondeln ... mag er allerdings ders. w. (1861) 1, 19; ja, kinder, wie wir nu da so 'rüber gondelten (über den Alsensund bei Düppel), da lag das schwarze biest (ein kriegsschiff) immer dicht neben uns Fontane ges. w. (1905) I 10, 221; im sommer wird er ein motorboot haben und mit den mädchen auf dem Teupitzsee herumgondeln Feuchtwanger geschw. Oppermann (1948) 131. — aber auch für das fahren in (bzw. von) seeschiffen, luftschiffen und flugzeugen: 'nen Amerikaner, der eigens herüber gegondelt ist Bierbaum studentenbeichten (1893) 1, 168; aber heutzutag, da die luftschiffe hinüber-, herübergondeln und die vielen dampfer gehn, ist es (eine reise nach Amerika) ganz alltäglich F. Schnack goldgräber in Franken (1930) 110; er legte die papiere, die der in den lüften (im flugzeug) gondelnde Niehls auf erden zurückgelassen hatte, dem nachfolger Brauns vor A. Seghers die toten bleiben jung (1950) 647. — im berlin. für (gemächliches) fahren und gehen überhaupt: jondeln gehen, auf dem wasser fahren. losjondeln abgehen H. Meyer d. richtige Berliner (1878) 17a; Brendicke Berlin 129a; und nun

[Bd. 8, Sp. 886]


sage, was beginnen wir, wohin gondeln wir? — ich bitte dich, Ezel, nur keine berolinismen Fontane ges. w. (1905) I 3, 21; onkel Fritz nahm einen hausschlüssel, auf dem er gerade so pfiff, wie eine lokomotive, und wir gondelten los (im kremser), durchs Prenzlauer thor, die Prenzlauer chaussee entlang Stinde familie Buchholz (1884) 1, 52; na, ich gondele nächstens los. ferien müssen auch mal sein Rudolf Presber der untermensch u. a. satiren (1904) 48. —
 
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gondelrand, m.: als ich bei hohem sonnenschein durch die lagunen fuhr und auf den gondelrändern die gondoliere, leicht schwebend, buntbekleidet, rudernd, betrachtete Göthe I 30, 133 W.
 
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gondeltasse, f., auch gondel, f., schmales, hohes trinkgefäsz ohne henkel, nach gleichbed. frz. gondole: gondeltasse ein trinkgeschirr ohne fusz und henkel, in gestalt einer gondel Jacobsson technol. wb. 2 (1782) 140a. —

 

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