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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gomer bis gon (Bd. 8, Sp. 882 bis 883)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gomer, gömer, m., wächter. nomen agentis zu gomen (s. d.) für häufigeres gaumer teil 4, 1, 1, sp. 1582: darauf wird die verstrickte person von dem weibel und sechs bewaffneten gömern ... in den ring begleitet Osenbrüggen kulturgeschichtl. bilder a. d. Schweiz 185.
 
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gomer, n., ein hohlmasz. in bibelübersetzungen aus hebr. (ōmer) und lat. gomor übernommen: wann gomor was das x teil dreier metzen erste dt. bibel 3, 277 lit. ver.; vnd massten z der masz gomor ebda 275; sonst übersetzt die erste dt. bibel lat. gomor stets mit masz, während Luther an den entsprechenden stellen immer gomor gebraucht: nim ein krglen, vnd thu ein gomor vol man drein 2. Mos. 16, 33; ein gomor aber, ist das zehende teil eins epha ebda 36; vgl. ebda 16; 18; 22; 32; denn ein gomer ist das zehende theil eines scheffels Mathesius Sarepta (1571) 171a.
 
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gommel, f., von weibern in tadelndem sinne, s. DWB gammel, f., teil 4, 1, 1, sp. 1212: sonderlich an der aschermitwochen halten die alten gommeln viel von hochspringen, dass jnen der flachs lang wachsen sol theatrum diabolorum (1569) 256b.
 
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gommer, m., triticum polonicum, polnischer weizen. nebenformen: ganer, gümmer; vgl. Schkuhr botan. hdb. (1791) 1, 61; Nemnich dt. wb. d. naturgesch. 203; Mrongovius dt.-poln. wb. 356a; 'nirgends gebaut, zu betrügerischem handel wegen der groszen körner oft verwendet' Pritzel-Jessen pflanzenn. 411; vgl. Muspratt chemie (1888) 2, 10.
 
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gommitzen, vb., s. gaumitzen teil 4, 1, 1, sp. 1582.
 
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gomorra, biblischer städtename, literarisch vor allem in der verbindung Sodom und Gomorra. unter einflusz der erzählung 1. Mos. 19 von der verderbnis und zerstörung beider städte wird die verbindung im vergleich für sündhafte orte oder für einen verwerflichen zustand angezogen: der ... pastor, der die neue wirthschaft nie anders als 'Zipperleins wald- und wasserleiden' nannte, hatte in seiner sonntagspredigt schon die deutlichsten anspielungen auf Sodom und Gomorrha fallen lassen Storm s. w. (1899)

[Bd. 8, Sp. 883]


5, 284. als sinnbild der verderbnis: Sodom und Gomorra dahier! G. Hauptmann Rose Bernd (1904) 79; sie (Elise) hat meine sorge getheilt, dasz in jenem Sodoma und Gomorrha irgend eine ränkevolle person unter erborgter tugendglorie eingang in ihre (L. Schückings) arglose theilnahme finden und sie betrügen möchte, ... (es schien uns) in einem solchen hause könne alles nur lug und trug und zu ihrem verderben sein A. v. Droste-Hülshoff briefe an L. Schücking (1893) 178. —
 
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gomorrisch, adj. zu Gomorra (s. d.). in vereinzelter erweiterung der redensarten mit sodomitisch, in denen die widernatürliche unzucht unter mönchen und geistlichen umschrieben wird: die bepstlichen und cardinalisschen keuscheit ..., welche ist eine besondere keuscheit uber die gemeinen geistlichen keuscheit und heisst auff welsch puseronen, nemlich die sodomitische und gomorrische keuscheit Luther 30, 3, 303 W.
 
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gompelmann, m., possenreiszer. zu gompen, vb. (s. d.): item 2 m Coster des herzogen us der Masaw gompelman (1409) Marienb. tresslerb. 534 Joachim. vgl. gumpelmann t. 4, 1, 6, sp. 1100.
 
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gompen, vb., s. DWB gumpen teil 4, 1, 6, sp. 1100.
 
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gon, gohn, m., ein schöpfgefäsz mit stiel, das besonders zum milchschöpfen verwendet wird. das wort ist mundartlich auf das schweizer. beschränkt; die herkunft ist nicht ermittelt; nebenformen: gol, gorn, gurn u. ä.; auch als dim.: goni, gon(d)li, gön(d)li; der vokal ist meist lang; vgl. schweiz. id. 2, 330: weler smit deheim rosse (zu ader) lât, der soll das bluot enpfahen in ein kübel oder in ein gon (1300) schweiz. id. a. a. o.; ein lang hltzin gschirr mit handhaben, darmit man öl in die vasz schöppft, ein schöpffgatzen oder gon, oder kellen Frisius dict. (1556) 188a s. v. capula; da risz vnd schält man den wein ausz potten, ausz pinten, ausz kelchen, napffen, gonen Fischart Garg. 123 ndr.; und Anne Bäbi sei je länger je wunderlicher, und wenn eine gable oder ein gohn nicht immer am gleichen orte sei, so hätte es mut, zu balgen J. Gotthelf s. w. 5, 43 Hunziker-Bl.hierher vielleicht auch in etwas abweichender bedeutung: gonne ist auch ein fasz, bier oder andere nasse dinge auf den schiffen einzuschiffen Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1258; vgl.gono sack Ostwald rinnsteinspr. (1906) 61.
 
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gon, gohn, m., der für eine feldarbeit vorgesteckte raum u. ä., s. DWB jahn, m., teil 4, 2, sp. 2229.

 

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