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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
göllerlein bis golschhandel (Bd. 8, Sp. 878 bis 879)
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[Bd. 8, Sp. 878]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) göllerlein, n., dim. zu goller (s. d.): halszgöllerle s. v. fasciola Frisius dict. (1556) 545b; göllerlin, gölderlin (16. jh.) s. v. göller schweiz. id. 2, 218; 'göllerlein ein kleines tuch, welches man den kindern unter dem halse vor die brust bindet, damit sie sich im essen nicht beschmutzen' Jacobsson technol. wb. (1781) 5, 721; mit solchem reytzen durch kstliche ding werden iunckfrawen geschendt, ehefrawen zu bulerin, lauffen zu den pfaffen, zu reichen apten, thon was man wil, darumb das sie auch hubsche gollerlin, messerlin ... etc. haben Eberlin v. Günzburg s. schr. 3, 159 ndr. vgl. köllerlein teil 5, sp. 1617.
 
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gollern, vb., für häufigeres kollern 4 a, teil 5, sp. 1618: der hund bellte im hofe und der truthahn gollerte in dem unverhofften rumor Eichendorff s. w. (1864) 3, 373; einige (der gesellen) wollten sich galant zeigen und scharrten und gollerten wie aufgeblasene truthähne um sie (das mädchen) herum ebda 3, 422.
 
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göllern, vb., vereinzelt für sonstiges kollern 'rollen, kugeln', teil 5, sp. 1619. 'würfeln': wir göllern, trumpfen, paschen lieder d. 30jähr. krieges 129 Weller.
 
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gollicht, n., unschlittlicht, s. gaulicht teil 4, 1, 1, sp. 1572. dazu nachzutragen: wie wol wir kien, slaissen, stro, gollicht und solch klain ding nit rechen (bei aufstellung einer rechnung) (15. jh. Nürnberg) städtechron. 10, 317;

das volck zünd an golliecht und schlaissen (kienspanlichte),
den finstern winter wegk zu schmaissen
Hans Sachs 4, 265 lit. ver.;

vgl. auch Bücher berufswb. 54.
 
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golmer, m., f., s. DWB gaulammer teil 4, 1, 1, sp. 1572 und goldammer teil 4, 1, 5, sp. 711.
 
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golp, m. 1) wasserstrudel, -gusz; groszer schluck: golpe wirbel auff dem wasser. gurges, vorago Henisch teutsche spr. (1616) 1, 1678; golp neben gomp, kolk Stieler stammb. (1691) 684; vgl. Harsdörffer poet. trichter (1648) 2, 144; gölp neben gülp rhein. wb. 2, 1304; 1485; gulp brem.-nds. wb. 2, 556; Doornkaat-Koolman 706b; mnl. golpe Kilian (1599) 156; nl. gulp woordenboek 5, 1262; engl. gulp Murray 4, 505. — in der form gölpsch Hönig Köln 67, gülpsch rhein. wb. 2, 1485 auch 'aufstoszen, rülps, erbrechen'. — 2) schweiz. golp, m., 'schwingende bewegung des wassers in einem geschirr' schweiz. id. 2, 234. vgl. die folgenden verben und 1golf 2.
 
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golpen, vb., mnl. gelven, golven strömen, flieszen Verwijs-Verdam 2, 1306; nl. gulpen gierig trinken, sich erbrechen, in breiten strahlen herausflieszen woordenboek 5, 1265; engl. gulp gierig verschlingen, aufstoszen, sich erbrechen Murray 5, 505; dän. gylpe (älter auch gulpe) aufstoszen, sich erbrechen, schluchzen, wie ein rabe schreien Falk-Torp 363; schwed. dial. gylpä sich erbrechen Rietz sv. dialekt-lexikon 223; norw. golpa aufstoszen Torp 192. 1) gieszen, guszweise herausstürzen; aufstoszen, erbrechen: golpe Jensen Wiedingharde 163a; gulpen Doornkaat-Koolman 707a; gülpen, gülpschen rhein. wb. 2, 1485; vgl. auch kolpern teil 5, sp. 1622. — 2) in obd. maa. vom geräusch einer in einem gefäsz sich bewegenden flüssigkeit, auch schwanken, stolpern. schallnachahmend wie gelfen (s. d.), golken (s. d.), goltern (s. d.), gelzen (t. 4, 1, 2, 3121), in denen die grundwurzel ghel (in gellen) verschieden erweitert ist, s. Walde-Pokorny 1, 628.
 
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golsch, m., golschen und zahlreiche nebenformen (s. u.), ein blau und weisz, überhaupt farbig gestreifter oder gewürfelter grober baumwoll- oder leinenstoff, der besonders im ausgehenden mittelalter und im beginn der neuzeit gehandelt wird. seit dem 14. jh. belegt, bes. obd.: swaz fürbaz golsch oder zwilchs oder mittlers von frömden plaichen herchümt, den sol niemant hie chaufen (14. jh.) stadtrecht v. München art. 377 Auer; ain gemainer golschen soll haben neuntzigk elen, vnd sol nicht ringer geswaiffen werden ab sechtzehn drey vnd zwaintzigk (Passau) hist. bei Schmeller-Fr. bair. 1, 893; vil andere leinwat, als golschen, spinet, gallisch, cöllisch ...

[Bd. 8, Sp. 879]


bey jhnen (den Schwaben) gemacht wirt Seb. Franck weltbuch (1567) 53a; die damalige (15. jh.) weberwaare war hauptsächlich barchet, golschen, (kölsch) und haustücher P. v. Stetten reichsstadt Augsburg 1 (1779) 208. auch golz: auch schüllen sie furwar noch golz noch parchant, noch leinwat ... vorkauffen (1348) Altprager stadtrecht 39 Röszler; golchcz (1424) bei Brenner-Hartmann Bayerns maa. 2, 439; golcz Tucher baumeisterb. (1470) 299 lit. ver.; goltsch : vnd den goltsch sullen sie gut machin (1387) Korn schles. urk. z. gesch. d. gewerberechts 81; golisch hist. bei Schmeller-Fr. bair. 1, 893; gölsch bei Fischer schwäb. 4, 581 s. v. kölnisch. daneben häufig formen mit anlautendem k: köllisch, kölsch, kelsch u. ä., seit dem 15. jh.; s. DWB kölsch 2, teil 5, sp. 1622, ferner Lexer 1, 1666; Martin-Lienhart elsäss. 1, 435; Fischer a. a. o.; schweiz. id. 3, 246; Schmeller-Fr. a. a. o. seit dem 18. jh. schwindet das wort in den nördlichen maa., vgl. für das hennebergische Frommann dt. maa. 2, 212 anm.; es hält sich mundartl. im alem., bes. in formen mit hartem anlaut, vgl. die angegebenen ma.-wbb.die formen mit anlautendem k und attributive verbindungen wie kollischer barchant (15. jh.) teil 5, sp. 1622 s. v. kölsch, kolnisch kussintuch (1401) bei Fischer schwäb. 4, 581 s. v. kölnisch 1 lassen vermuten, dasz golsch, kölsch usw. eine substantivierung aus kölnisch, adj., ist; aber s. oben Seb. Franck, der golschen und cöllisch offenbar nicht synonym verwendet.
 
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golschen, adj. zu golsch: golscheins leineins tuech hist. bei Schmeller-Fr. bair. 1, 893 s. v. golisch; vgl.kölschen Fischer schwäb. 4, 582 s. v. kölnisch 2.
 
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golsch-komposita durchweg mit golschen-, gölschen- als erstem glied:
 
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-handel, m.: zu dem gölschenhandel wurde auf dem judenhof ein eigenes gölschenhaus erbaut, das man keller hiesz Jäger Ulm im mittelalter 599. —

 

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