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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldwiesenblume bis goldwürmchen (Bd. 8, Sp. 866 bis 867)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldwiesenblume, f., caltha palustris L.: dotterblumen oder goltwisenblumen Bock kreutterb. (1551) 54a; Tabernämontanus kräuterb. (1687) 1129; vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 745.
 
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goldwirker, m., handwerker, der golddurchwirkte stoffe herstellt: die farben selbst aber musten Beraleel und Ooliab mit der nadel nach der goldwircker art verändern an denen teppichen, die mit abgedachten farben gefärbet sein Ruysbroeck schr. (1701) 2, 25a. —
 
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goldwirkerei, f., tätigkeit des goldwirkers: die prachtstoffe ... der in Alexandreia kunstvoll betriebenen bunt- und goldwirkerei Mommsen röm. gesch. 5 (1885) 575. wohl auch für die werkstätte.
 
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goldwitterung, f., das äuszere kennzeichen vom vorhandensein einer goldmine, vgl. DWB witterung 8, sp. 827: segullum ... goldwitterung B. Faber thes. (1587) 737b; vgl. Kirsch cornucopiae (1723) 2, 157a; Steinbach dt. wb. (1734) 2, 987. —
 
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goldwoche, f., 'woche vor estomihi': in septimana que dicitur guleweke, que est ante esto mihi (Xanten 1300) dt. rechtswb. 4, 1000; goldwochen die quatemberwoche, vgl. Schmeller-Fr. 1, 896; vgl. oben goldfaste. —
 
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goldwolf, m., name des schakals: canis aureus Nemnich wb. d. naturgesch. 203; Brehm tierl. 2, 41 P.-L.; lupus aureus Oken allg. naturgesch. 7 (1838) 1555. übertragen als neuere bezeichnung für börsenjobber, vgl. Albert Heintze dt. sprachhort (1900)

[Bd. 8, Sp. 867]


262a. —
 
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goldwolke, f., vom sonnen- oder mondlicht beglänzte wolke. im bild:

aber den einsamen hüll'
in deine goldwolken!
Göthe I 2, 63 W. (Harzreise im winter).


 
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goldwort, n., wertvoller ausspruch, zu golden D 1 d, sp. 753: ja es redet Augustus Buchner rechte goldworte, wenn er saget ... Kuhlmann lehrhoff (1672) 404. —
 
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goldwürfel, m., goldener spielwürfel(?): aponi (ist die zauberlosung) goldwürffel in prunnen gworffen, was oben statt beschauen J. Herold heydenweldt (1554) p 5d. gold in würfelform: so dasz also der nutzlos herumfliegende goldstaub recht glücklich in einen einzigen goldwürfel geschmolzen Jean Paul w. 42/43, 55 Hempel.
 
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goldwurm, m., name verschiedener, nicht immer klar bestimmbarer goldfarbener tiere, bes. des glühwürmchens und der spanischen fliege. zumeist für aurelia oder cantharis, doch sind auch diese lat. bezeichnungen nicht eindeutig, z. b.: aurilia ... golt-, gold-, gultwurm (md. 15. jh.) Diefenbach gl. 62b; noctiluca golt wurm (obd. 1502) ders. nov. gl. 264b; vgl. noch ders. ml.-hd.-böhm. wb. 45; aurilena goltwurm gemma gemm. (1508) c 3b; aurelia Maaler teutsch spr. (1561) 189c; goldwürme aurelia Stieler stammb. (1691) 2584; 'gold-wurm, lat. aurelia, ist nicht das johaniswürmlein, wie einige davor halten, sondern ein viel grösseres gewürm, so wie gold gläntzet und zur sommers-zeit auf den feldern häuffig zu sehen ist' Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1250; cantarides goltwurm (Nürnb. 1482) Diefenbach gl. 96a; die würm (die cantarides oder paumwürm) sint grüen, aber wenn diu sunn scheint, sô sint si goltvar, und dar umb haizt man si auch goltwürm Konrad v. Megenberg buch d. natur 300, 1 Pf. mundartlich auch für andere käfer. obersächs. für den marienkäfer, coccinella septempunctata, vgl. teuthonista 6 (1929) 252; für den goldkäfer, carabus auratus, vgl. Schambach 67a; für den rosenkäfer, vgl. Reinwald Henneberg 2, 53; vgl. auch oben goldkäfer; für den ringelwurm (gleiskäfer, glanzwurm, goldmaus, stachelrücken, seemaus), aphrodita aculeata: der goldwurm, der gleiskäfer le bupreste, richard Schwan nouv. dict. (1783) 1, 777b; ich habe mich bisher oft gewundert, warum ich mich Seemaus schreibe, wie der schleimwurm gleichen namens, der wegen seiner herrlichen angebornen goldstacheln auch glanz- und goldwurm und goldmaus heiszt Jean Paul w. 45/47, 396 Hempel; vgl. noch Nemnich wb. d. naturgesch. 203; Oken allg. naturgesch. 5 (1835) 573; Campe 2, 384a. nicht näher bestimmbar: oberst von der Busch litt ... an dem in Guinea ... vorkommenden goldwurm, einem im menschlichen körper sich einnistenden ... insecte Gutzkow ges. w. (1872) 3, 336. kärntnisch und steirisch für den salamander, vgl. Unger-Khull steir. 299b u. hdwb. d. dt. aberglaubens 3, 939. in Tirol name eines fabeltiers, vgl. hdwb. d. dt. aberglaubens 3, 938. übertragen für einen habgierigen menschen: was begegnet aber letztlich solchen begirlichen geitzhälsen vnd goldwürmen Albertinus hirnschleiffer (1664) 259. für die zur fixen idee gewordene sucht nach gold: Castagna war zwar oberster bergwercksverwalter der republik, allein er musz doch auch den goldwurm gehabt haben, weil er den Becher glauben machte, dasz man in jedem laboratorio eine immerwährende erzgrube anlegen könnte Adelung gesch. d. menschl. narrheit (1785) 1, 131. —
 
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goldwürmchen, n., dimin. z. vorigen: am Johannistage (1713) gieng eines klemperers sohn mit sinem bruder zum thore hinauf, um sogenannte goldwürmchen aufzusuchen Rabenstein aufr. beytr. z. entthronung d. aberglaubens (1786) 36; goldwürmchen meloe vesicatorius Nemnich wb. d. naturgesch. 203. als kosewort: nun du (der verleger Dieterich) bist doch mein goldwürmchen, dass du es noch so gnädig machst Bürger br. 3, nr. 664 Strodtm. für einen kürzeren goldfaden: trotteln seynd kleine qvasten von knötgen, schmeltz, weissen corallen und goldwürmergen gedrehet, werden an die enden der halstücher genähet Amaranthes frauenz.-lex. 2045. —

 

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