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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldwaschwerk bis goldwirker (Bd. 8, Sp. 865 bis 866)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldwaschwerk, n. 1) was goldseife 2, vgl. dort den ersten beleg: da die reichsten goldwaschwerke in Brasilien ... aus 2 tonnen an 20 gran geben Ritter erdkde (1822) 1, 372. 2) früher auch für das rohmaterial, den zu waschenden goldsand etc.: das ander buch beschreibt, wie die goldertz zu erkennen, zu rösten, anzusieden, vnd zu probirn seind, item vom waschen, rein machen vnnd anquicken desz goltweschwercks Ercker beschr. aller min. ertzt (1580) 41b.
 
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goldwasser, n., universalmittel der älteren heilkunde, vgl. DWB güldenwasser, DWB goldtinktur, DWB trinkgold: aurum potabile Stieler stammb. 2444; für das 'löschwasser': 'goldwasser, das ist wasser, darinn glünd goldt abgelescht ist, aqua extinctionis auri candentis' Wirsung artzneyb. (1588) reg. besonders für verschiedene (kräuter) liköre, in denen feine flitter blattgold herumschwimmen, vgl. Jacobsson technol. wb. (1781) 2, 139a; Meyer gr. konvers.-lex. (1907) 8, 111a; am bekanntesten ist das Danziger goldwasser: wir männer nahmen noch zur stärkung einige schlucke von dem schweizerischen kirschwasser, welches dem Danziger goldwasser an stärke und wohlgeschmack nichts nachgiebt Stolberg ges. w. (1820) 6, 235. von hier aus: tausend danck für die bouteille! der himmel gebe dir dafür das ewige goldwasser Lichtenberg br. (1901) 2, 21. —
 
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goldweide, f., name der weidenspielart salix alba, var. vitellina nach den goldfarbenen zweigen, vgl. Noel Chomel öcon. lex. (1750) 8, 2282; Pritzel-Jessen volksn. d. pflanzen 353. —
 
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goldweidenrinde, f., als antiseptisches mittel verwandt: mein politisch phlegma widerstand diesmal den ausbrüchen des zorns so gut, als die roszkastanien oder die goldweidenrinde der fäulnisz des rindfleisches nach den Bucholzischen versuchen über antiseptische substanzen Musäus physiogn. reisen (1778) 2, 103. —
 
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goldweiszblume, f., was goldwiesenblume (s. d.): chrysanthemo, caltha a Vergilio dicitur, heyst auch chacla, et acantha, dotterblum, goldweiszblum, moszblum Er. Alberus dict. (1540) dd 2b; vgl. Bock kreutterb. (1539) 1, 35b.
 
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goldwerk, n. 1) aus gold gefertigtes, bes. schmuck:

sihes du, Walther, hinen berg?
obe er durchslagen goltwerg
von grunde in rechter swere
biz an die hohe were ...
sich, der muste e begeben sin, ...
e daz ich scheiden wulde
mich von miner brude leben d. hl. Elisabeth 1310 Rieger;

solch kostlich seyden und golltwerck und wurtze, die nur zur pracht und keynem nutz dienet Luther 15, 294 W. auch: 'gold-werck lat. picturae auratae, frantz. dorures, nennet man allerhand auf holtz, eisen und stein mit golde

[Bd. 8, Sp. 866]


gemahltes laub- oder blum-werck' Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1250; vgl. Jacobsson techn. wb. (1781) 2, 139a. 2) früher auch für das gold enthaltende rohmaterial, überhaupt für goldvorkommen: (ich achte den Nil) viel zu klein darzu, dasz er so viel reicher goldtwerck, sand und bäche, an so viel vnzehlichen örtern in der welt, mit golt solt vberschüttet haben Ercker beschr. aller. miner. ertzt (1580) 42a. dann enger als 'goldgrube', 'goldbergwerk': aurifodina goltwerk (md., obd. 15. jh.) Diefenbach gl. 62a; das vnse erbherre der herczoge von alder zcu rechte aller goltwerke, di vmmen goltberge (bei Liegnitz) sin gewest ... oberste liher gewest sy (1342) urk.-buch d. st. Liegnitz 87 Schirrm.; stunde auch ein goltwerc uf uf unsern guten, daz sal unser egnanten hern s(n) und sal zcu iren gnadin steen (1377) urk.-buch d. st. Freiberg i. S. 2, 40; neben den eigentlichen goldwerken zeigte man mir noch die groszen eisengieszereien und maschinenwerkstätten, in denen die für den grubenbetrieb erforderlichen maschinen an ort und stelle hergestellt werden Hesse-Wartegg zw. Anden u. Amazonas 263. übertragen:

das grab, so schwartz es sonst, ist euch (totengräbern) doch rein und weisz,
ein gold- und silberwerck, ja irdisch paradeis
C. Abel Boileau (1729) 315.


 
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goldwert, m., metallwert des goldes, auch goldeswert, das daneben in anderer bedeutung gebräuchlich, vgl. oben DWB goldeswert: ein paar goldene griechische (münzen), wenn sie schön sind, wären mir wohl auch wünschenswerth ... der preis müszte freylich zu dem goldeswerthe nicht ganz unverhältniszmäszig seyn Göthe IV 17, 276 W. übertragen: wir sprechen viel weniger in Deutschland (als in Frankreich) und vielleicht deshalb sind die worte noch nicht so abgegriffen, noch nicht so um den vollen goldwerth gebracht H. Laube ges. schr. (1875) 4, 5. bes. als währungstechnischer terminus: wir (die regierung) haben vom deutschen volke über neunzigtausend millionen mark goldwert geborgt A. Zweig einsetzung e. königs (1950) 241. selten im plural: wie finanzielle genies immer verstanden haben, aus papierwerten goldwerte zu machen Fontane ges. w. (1920) III 4, 497. zur sache vgl. ferner Bott hdwb. d. kaufmanns (1925) 2, 738a. —
 
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goldwespe, f., name der wespenart chrysis ignita L., vgl. Adelung versuch 2 (1775) 748; Brehm tierl. 9, 311 P.-L.
 
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goldwiebel, m., goldfarbener käfer: cicendela golduuiuil kleinere altsächs. sprachdenkm. 107, 27 Wadstein; vgl. ebda 188b; goldwibel goldkäfer, scarabaeus auratus Kehrein Nassau 168; desgleichen seind über die masz stark und gewaltig die klein goldwibeln, cantharides in der apothek genant J. Dryander steinwehthum (1538) b 2a. —
 
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goldwiesenblume, f., caltha palustris L.: dotterblumen oder goltwisenblumen Bock kreutterb. (1551) 54a; Tabernämontanus kräuterb. (1687) 1129; vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 745.
 
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goldwirker, m., handwerker, der golddurchwirkte stoffe herstellt: die farben selbst aber musten Beraleel und Ooliab mit der nadel nach der goldwircker art verändern an denen teppichen, die mit abgedachten farben gefärbet sein Ruysbroeck schr. (1701) 2, 25a. —

 

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