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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldwaschen bis goldwespe (Bd. 8, Sp. 865 bis 866)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldwaschen, verb. subst., goldgewinnung durch waschen, vgl. Meyer gr. konvers.-lex. (1907) 8, 83; zu G(otzdorf) auf unsern grünten haben wir das goldwaschen (1530) österr. weist. 8, 744 anm.; sie ist meine schwester, und ich wollte sie abholen, da die groszmutter in Siebenbürgen gestorben, wo sie sich mit goldwaschen ernährten Cl. Brentano ges. schr. (1852) 4, 267. —
 
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goldwäscher, m.: ferner sall unser orberer alle vierzehen tage alle zechen befaren ... doneben wann die goldwäscher waschen, dass er seinem eide und pflicht noch von der wesche nicht abweiche und das entpfangen gold von stund an die orberey uberantwurte (1529) cod. dipl. Silesiae 21, nr. 439 Wuttke. übertragen: ihr modernen poeten seid gute brasilianische goldwäscher. ihr schlammt aus dem sande der flüsse die körner wol heraus Gutzkow ges. w. (1872) 5, 136. —
 
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goldwäscherei, f. 1) was goldwaschen, goldwäsche 1: bey der goldwäscherey des fluszsandes bediente man sich des verquickens von jeher allg. dt. bibl. (1765) 73, 23. 2) was goldwäsche 2: es sind 5 goldseifenwerke und an den meisten flüssen goldwäschereien im lande allg. dt. bibl. (1765) 104, 499; zu den münzen gehören auch die ... aus dem ertrage von bergwercken und goldwäschereien geschlagenen ausbeutungen Luschin v. Ebengreuth münzkunde (1904) 18. —
 
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goldwaschwerk, n. 1) was goldseife 2, vgl. dort den ersten beleg: da die reichsten goldwaschwerke in Brasilien ... aus 2 tonnen an 20 gran geben Ritter erdkde (1822) 1, 372. 2) früher auch für das rohmaterial, den zu waschenden goldsand etc.: das ander buch beschreibt, wie die goldertz zu erkennen, zu rösten, anzusieden, vnd zu probirn seind, item vom waschen, rein machen vnnd anquicken desz goltweschwercks Ercker beschr. aller min. ertzt (1580) 41b.
 
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goldwasser, n., universalmittel der älteren heilkunde, vgl. DWB güldenwasser, DWB goldtinktur, DWB trinkgold: aurum potabile Stieler stammb. 2444; für das 'löschwasser': 'goldwasser, das ist wasser, darinn glünd goldt abgelescht ist, aqua extinctionis auri candentis' Wirsung artzneyb. (1588) reg. besonders für verschiedene (kräuter) liköre, in denen feine flitter blattgold herumschwimmen, vgl. Jacobsson technol. wb. (1781) 2, 139a; Meyer gr. konvers.-lex. (1907) 8, 111a; am bekanntesten ist das Danziger goldwasser: wir männer nahmen noch zur stärkung einige schlucke von dem schweizerischen kirschwasser, welches dem Danziger goldwasser an stärke und wohlgeschmack nichts nachgiebt Stolberg ges. w. (1820) 6, 235. von hier aus: tausend danck für die bouteille! der himmel gebe dir dafür das ewige goldwasser Lichtenberg br. (1901) 2, 21. —
 
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goldweide, f., name der weidenspielart salix alba, var. vitellina nach den goldfarbenen zweigen, vgl. Noel Chomel öcon. lex. (1750) 8, 2282; Pritzel-Jessen volksn. d. pflanzen 353. —
 
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goldweidenrinde, f., als antiseptisches mittel verwandt: mein politisch phlegma widerstand diesmal den ausbrüchen des zorns so gut, als die roszkastanien oder die goldweidenrinde der fäulnisz des rindfleisches nach den Bucholzischen versuchen über antiseptische substanzen Musäus physiogn. reisen (1778) 2, 103. —
 
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goldweiszblume, f., was goldwiesenblume (s. d.): chrysanthemo, caltha a Vergilio dicitur, heyst auch chacla, et acantha, dotterblum, goldweiszblum, moszblum Er. Alberus dict. (1540) dd 2b; vgl. Bock kreutterb. (1539) 1, 35b.
 
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goldwerk, n. 1) aus gold gefertigtes, bes. schmuck:

sihes du, Walther, hinen berg?
obe er durchslagen goltwerg
von grunde in rechter swere
biz an die hohe were ...
sich, der muste e begeben sin, ...
e daz ich scheiden wulde
mich von miner brude leben d. hl. Elisabeth 1310 Rieger;

solch kostlich seyden und golltwerck und wurtze, die nur zur pracht und keynem nutz dienet Luther 15, 294 W. auch: 'gold-werck lat. picturae auratae, frantz. dorures, nennet man allerhand auf holtz, eisen und stein mit golde

[Bd. 8, Sp. 866]


gemahltes laub- oder blum-werck' Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1250; vgl. Jacobsson techn. wb. (1781) 2, 139a. 2) früher auch für das gold enthaltende rohmaterial, überhaupt für goldvorkommen: (ich achte den Nil) viel zu klein darzu, dasz er so viel reicher goldtwerck, sand und bäche, an so viel vnzehlichen örtern in der welt, mit golt solt vberschüttet haben Ercker beschr. aller. miner. ertzt (1580) 42a. dann enger als 'goldgrube', 'goldbergwerk': aurifodina goltwerk (md., obd. 15. jh.) Diefenbach gl. 62a; das vnse erbherre der herczoge von alder zcu rechte aller goltwerke, di vmmen goltberge (bei Liegnitz) sin gewest ... oberste liher gewest sy (1342) urk.-buch d. st. Liegnitz 87 Schirrm.; stunde auch ein goltwerc uf uf unsern guten, daz sal unser egnanten hern s(n) und sal zcu iren gnadin steen (1377) urk.-buch d. st. Freiberg i. S. 2, 40; neben den eigentlichen goldwerken zeigte man mir noch die groszen eisengieszereien und maschinenwerkstätten, in denen die für den grubenbetrieb erforderlichen maschinen an ort und stelle hergestellt werden Hesse-Wartegg zw. Anden u. Amazonas 263. übertragen:

das grab, so schwartz es sonst, ist euch (totengräbern) doch rein und weisz,
ein gold- und silberwerck, ja irdisch paradeis
C. Abel Boileau (1729) 315.


 
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goldwert, m., metallwert des goldes, auch goldeswert, das daneben in anderer bedeutung gebräuchlich, vgl. oben DWB goldeswert: ein paar goldene griechische (münzen), wenn sie schön sind, wären mir wohl auch wünschenswerth ... der preis müszte freylich zu dem goldeswerthe nicht ganz unverhältniszmäszig seyn Göthe IV 17, 276 W. übertragen: wir sprechen viel weniger in Deutschland (als in Frankreich) und vielleicht deshalb sind die worte noch nicht so abgegriffen, noch nicht so um den vollen goldwerth gebracht H. Laube ges. schr. (1875) 4, 5. bes. als währungstechnischer terminus: wir (die regierung) haben vom deutschen volke über neunzigtausend millionen mark goldwert geborgt A. Zweig einsetzung e. königs (1950) 241. selten im plural: wie finanzielle genies immer verstanden haben, aus papierwerten goldwerte zu machen Fontane ges. w. (1920) III 4, 497. zur sache vgl. ferner Bott hdwb. d. kaufmanns (1925) 2, 738a. —
 
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goldwespe, f., name der wespenart chrysis ignita L., vgl. Adelung versuch 2 (1775) 748; Brehm tierl. 9, 311 P.-L.

 

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