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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldveilchen bis goldwährung (Bd. 8, Sp. 862 bis 864)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldveilchen, n., name der pflanze chrysosplenium alternifolium, vgl. Schkuhr botan. hdb. (1791) 1, 338; Holl pflanzennamen 132b; Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 1, 982. —
 
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goldverblaser, m., was goldblaser (s. d.): ihr herren lapides philosophorum ... ihr leutbescheisser, ihr goldverblaser ... ihr irret euch hie Moscherosch gesichte (1650) 1, 490. —
 
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goldverbrämt, part. adj.:

denn dir die grillen zu verjagen
bin ich, als edler junker, hier,
in rothem goldverbrämtem kleide
Göthe I 14, 75 W.


 
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goldvermengt, part. adj., was goldgemengt (s. d.), nur barock:

schau doch ihre junge jahr
und die alabaster stirne, schau das goldvermengte haar
Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 2, 38.


 
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goldverziert, part. adj.: die werke genannter dichter standen in franzband ehrenvoll mit goldverziertem rücken in meines vaters büchersammlung Göthe I 41, 2, 267 W.
 
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goldverzierung, f.: ein armband, von einem ... korallenzweige, reich mit goldverzierung Gutzkow zauberer v. Rom (1858) 4, 207. —
 
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goldvitriol, m., n., 'eine verbindung der vitriolsäure mit dem golde' Jacobsson technol. wb. (1793) 5, 719b.
 
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goldvogel, m. 1) für verschiedene goldfarbene vögel: aurificeps (ende 14. jhs.) Diefenbach gl. 62a; galbula Oken allg. naturgesch. 7 (1837) 219. im märchen der goldene und goldeier legende glücksvogel, vgl. hdwb. d. dt. märchens 2, 503b. 2) in verschiedener anwendung auf

[Bd. 8, Sp. 863]


menschen, gewöhnlich in scherzhaftem oder spöttischem ton. für einen reichen menschen: wenn's den herzog noch lüstet, die sprenkel zuzuziehen, findet er den goldvogel ausgeflogen H. Schmid ges. schr. 221, 105. auch für den alchimisten: die gold-vögel (dürfen sich nicht) darüber wundern, dasz der unsichtbarmachende stein, welchen sie daraus (aus der mohnraute) bereiten wollen, noch bisher unsichtbar geblieben ist Ehrhart pflanzenhistorie (1753) 7, 137. als kosewort: Narziss hatte recht wohl bemerkt, welch ein holder goldvogel (der knabe Goldmund) ihm da zugeflogen war H. Hesse Narziss u. Goldmund (1948) 11. 3) für einen goldfarbenen käfer 'cetonia aurata', 'carabus auratus', vgl. Reinwald Henneberg 2, 53; Spiess Henneberg 81; Fischer schwäb. 3, 743. sieh auch s. v. goldkäfer, goldschmied 2. 4) scherzhaft für goldmünzen, die, mit launiger anspielung auf das verfliegen des geldes, auch gelbe vögel, ebenso engl. yellow birds oder spezialisierend canaries 'kanarienvögel' genannt werden, s. Riegler tier im spiegel der sprache (1907) 101 u. vogel 17 f, sp. 402. 5) mundartlich auch 'städtischer arrest'; vgl. Fischer schwäb. 3, 743. —
 
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goldvögelchen, goldvög(e)lein, n., für verschiedene goldfarbene vögel. was goldhähnchen (s. d.), vgl. Brehm tierl. 4, 146 P.-L.; mundartl. was distelfink (s. d.), vgl. luxemb. ma. 149. auch für einen gelben schmetterling, vgl. schweiz. id. 1, 693: der rosennachtfalter oder das goldvögelchen sitzt still auf der erde J. Paul w. 20/23, 238 Hempel. für ein reiches, heiratsfähiges mädchen: die Lechthaler glücksgöttin (könne ihm) irgend ein gold- und herzensvöglein zuflattern lassen Kürnberger nov. (1861) 2, 141; vgl. schweiz. id. 1, 693. ferner als kosewort: was fehlt dir denn, Fränzchen? komm, mein goldvöglein, sag mir's Kürnberger siegelringe (1874) 43. als 'goldstück' schweiz. id. 1, 693.
 
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goldwaage, f., empfindliche waage zum wiegen von gold, goldmünzen: di goldwag la balanza de Lapi vocab. (1479) c 3a; libella goldwage (1517) Diefenbach nov. gl. 233a; vgl. ders. gl. 534b; statera ein wag, schnellwag, goldwag Frisius dict. (1556) 1239b; trutina goldwag, schüsselwag ebda 1333; libra auri goltwag Frischlin nomencl. (1586) 118a; alle wagen, goltwagen und silber wagen und gewechte der montze zu Mentze (Mainz 1365) städtechron. 17, 351; wie manche münze gilt nicht im handel und wandel, die am probiersteine gestrichen, und auf der goldwage geprüfet, am schrote und korne nicht ächt seyn würde? anmuth. gelehrs. (1751) 8, 524 Gottsched; er hat einen hund nöthig wie der bettler eine goldwaag (d. h. überhaupt nicht) Kirchhofer schweiz. sprüchw. (1824) 350; vgl. K. Rother die schles. sprichw. (1928) 157. häufig übertragen und in verschiedenartigem vergleich, z. b.: gelt ist die goltwag vnd probstein Seb. Franck sprichw. (1541) 2, 155a; also soll man alle gsatz gegen dem probstein der gerechtigkeit und billicheit halten, si mit der goldwag der warheit examinieren und regulieren ders. Germ. chron. (1531) 458b; können sie (die sachwalter vor gericht) nicht mit zweyen zungen reden und nach der goldwaag ihrer sekkelfüllenden gerechtigkeit auf beiden achseln gleich tragen Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 5, 232; wenn die herren recensenten, anstatt der kritischen goldwaage, die gemeine schneiderelle zur hand nehmen Bürger br. 3, 219 Strodtmann; das fürstliche schelmenstück drükt wohl die goldwaage menschlicher sünden entzwei Schiller 3, 159 G.; ein sehr zartes, mit der genauigkeit einer goldwaage ... entscheidendes gewissen Schopenhauer w. 1, 318 Gr.; die juweliere verloren vor dieser resoluten gräfin ihren ganzen künstlerstolz, sie ... hüteten sich, die goldwage ihres ehrgefühls durch irgend eine erkenntlichkeit zu verstimmen qu. v. j. 1911. besonders etwas auf der goldwaage wägen, auf die goldwaage legen u. ä. für 'genau prüfen', 'sorgfältig erwägen' usw.: darum lese man der väter bücher mit unterscheid und bedachtsam, lege sie auf die goldwage und bedenks wohl Luther tischr. 4, 536 W.; vgl. ders. w. 23, 119; man musz ... sein eigenes vermögen und alle kräfte auf die goldwage legen Chr. Weise d. drei klügsten leute (1675)

[Bd. 8, Sp. 864]


292; die meinung aller, von denen ich weisz, dasz sie ein gewisses freundliches interesse an mir haben, wäge ich mit der goldwage und lasse kein körnlein fallen (1810) Achim v. Arnim bei R. Steig Achim v. Arnim 3 (1904) 75. nicht selten mit dem nebensinn kleinlicher genauigkeit: denn du kenst die ursachen warum man ... lieber hinsieht (nachsicht übt), als es immer alles auf der goldwage wägt Klopstock gramm. gespr. (1794) 12; und da er eines jeden tugend nach der goldwage bestimmte, die seinem kopfe so wenig zu erfinden kostete, so kannst du leicht denken, wie die menschen bey ihm wegkamen Klinger s. philos. rom. (o. j.) 11, 114; die leute hier, mit denen wir eigentlich umgang haben müszten, sind so difficil und legen alles auf die goldwage Fontane ges. w. (1905) I 10, 37. daher gern mit negation: sollen leute in einigkeit beieinander sein oder bleiben ..., so müssen sie nicht alle gebrechen gegen einander auff der goldwage abrechnen J. L. Müller u. Th. Kolde d. symbol. bücher d. evang.-luth. kirche (1912) 129;

das glück deiner tage
wäge nicht mit der goldwage
Göthe I 2, 234 W.

redensartlich vor allem von worten, aussprüchen u. ä.; schon im lat. in bildlicher verwendung bei Varro u. Cicero, vgl. Büchmann geflüg. worte (1900) 56: die unnützen wesscher plaudern, das nichts zur sachen dienet, die weisen aber bewegen jre wort mit der goldwage Jes. Sirach 21, 27, vgl. 28, 29; verborum pensitatores subtilissimi die alle wort genau ansehen vnd auff die goldwagen legen B. Faber thes. (1587) 603b; der aber bücher schreibet ... der mag alle reden durchsieben ... gleichsam auf die goldwaage legen Harsdörffer teutscher secretar. (1656) 2, ):( ):( 1b; wenn's aber an sie trat, dasz sie etwas sagen muszte, durfte man's getrost auf die goldwage legen Dehmel ges. w. (1906) 7, 13. vgl. auch: darum er stets eine goldwage im munde führen, und kein wort herausz lassen musz E. Francisci lust. schaubühne (1698) 2, 939; wo das wort ... den werth ... eines goldstückes hat, ist auch die goldwage am platz Jhering geist d. röm. rechts (1852) 2, 2, 682. mit dem nebensinn kleinlicher genauigkeit: diese böse welt ... alle wort, so eynem vndertweilen ... entpfallen, ... auff die goldtwagen leget vnd weget Agricola sprichw. (1534) aa 1b; (und man sah,) dasz der gute gümpel alle worte etlichemahl auf die goldwage gelegt, weil hin und wieder etliche zeilen mehr als dreymahl auszgestrichen waren Chr. Weise erznarren 57 ndr.; wer wird denn nun alle worte auf die goldwage legen! theater d. Deutschen (1768) 8, 238. negativ gewendet: es sey nichts vergnüglichers, als wann gute freunde sich ... verbrüderten, da man denn ... nicht alle worte auf die goldwage legen dörffte (brauchte) Ettner v. Eiteritz mediz. maulaffe (1719) 327; aber ich möchte doch nicht genöthigt sein, jedes wort gegen sie auf die goldwage zu legen (1844) A. v. Droste-Hülshoff br. (1893) 274; Winfried trat im hof auf sie (die freunde) zu und meinte, sie dürften nicht alles auf die goldwaage legen, was sein vater sagte qu. v. j. 1938. —
 
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goldwährung, f., 'die edelmetallwährung, bei der nur goldmünzen kurantgeld, das heiszt unbeschränkte gesetzmäszige zahlmittel sind, in denen der gläubiger die zahlung der schuld fordern darf, während alles andere geld, auch das silberne, scheidemünze ist' Schrötter wb. d. münzkde 231b. bildlich: wir haben in der ehre eine gold- und eine scheinwährung Rosegger schr. (1895) III 7, 179. —

 

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