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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldtresse bis goldtüte (Bd. 8, Sp. 861 bis 862)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldtresse, f., aus goldfäden gewirkte tresse: es war ein schlotternd weiter scharlachrock, überladen mit goldtressen, die im sonnenglanze strahlten H. Heine s. w. 3, 300 Elster; die achselstücke (der generale) bestehen aus einer breiten goldtresse Alten hdb. (1909) 1, 70. —
 
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goldtreu, adj., 'treu wie gold', als starke steigerung empfunden, vgl. DWB gold II B 2, sp. 705: Rudolf Boie war ein mann von weitumfassender gelehrsamkeit ... ein unterhaltender gesellschafter, ein goldtreuer freund Voss in: Sophronizon, heft 3 (1819) 32; goldene, goldtreue frau! F. Dahn kampf um Rom (1901) 3, 323. —
 
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goldtroddel, f., aus goldfäden gewirkte troddel:

und seine gold- und purpurtroddeln regend,
zerstampft ihr zelter unter ihr den grund
H. v. Kleist w. 2, 23 E. Schmidt.


 
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goldtropfe(n), m.
1) 'ein tropfen flüssiges gold' Campe 2, 423a. im bild: o könnte ich diesen goldtropfen so glänzend zu dir hinrollen, als er jetzt aus der glühpfanne des herzens geflossen ist Thümmel reise (1791) 7, 8.
2) häufiger uneigentlich für ein festes stück gold in tropfenform (vgl. DWB tropfen A 2, sp. 871 unten): die perle, schon in den träumen vorbedeutsam mit der thräne verglichen, entsprang nach dem mythus aus der Venus thräne, wie sich Freyjas thränen in goldtropfen wandelten Jac. Grimm dt. mythol. (1876) 2, 1019; kleinen auf einer seite abgeflachten goldtropfen ähneln die ostindischen pagoden (eine münzenart) Luschin v. Ebengreuth münzkde u. geldgesch. (1904) 38. im vergleich: da kam der goldregen (cytisus laburuum), dessen lippenblüten in der tat wie goldtropfen an den zweigen hängen Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 310. hierher wohl auch:

einen stap truoger claren
gedræt von helfenbæine.
dar inne lac gestæine
in roten golttrophen (in form und farbe gleich tropfen roten goldes) Servatius 603 Wilhelm.

übertragen auf kleine goldfarbene flecke in tropfenform (vgl. tropfen A 2 b, sp. 872 unten):

da (am edelstein crisophirus) staent ane tophen (tupfen)
sam die golt trophen dt. ged. d. 11. u. 12. jhs. 370, 14 Diemer.

als diminutiv: kleine subtile fäserlein mit gelben pünctlein als goldtröpfflein gezieret Hohberg georg. cur. (1682) 1, 668.
3) im plural häufig für eine bestimmte flüssige medizin von goldgelber farbe (vgl. DWB tropfen A 5, sp. 875): 'Lamottes goldtropfen, spiritus aetheris ferratus' Karmarsch-Heeren techn. wb. (31876) 5, 241; vgl. Meyer gr. konvers.-lex. (1907) 2, 764 unter 'Besthushewsche nerventinktur' u. ebda 8, 110a unter goldtinktur; anders Campe 2, 423a; dass zu den goldtropfen des generals de la Motte kein gold kommt ... hätte der verfasser wissen können allg. dt. bibl. (1765) 56, 171; dagegen: solution aurifère, auriferous solution Beil technol. wb. (1853) 258. heute wird unter dem namen goldtropfen in den apotheken eine herzmedizin geführt, die reines gold in homöopathischer dosis enthält.
 
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goldtruhe, f., truhe zur aufbewahrung von gold: auch sei sie ihnen noch ihre regimentskasse schuldig, sie sollte ihnen zur goldtruhe vorleuchten, oder sie würden ihr das schlosz überm kopfe anzünden Eichendorff s. w. (1864) 3, 428. wohl auch 'goldene, goldbeschlagene truhe'. —
 
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goldtrunken, goldestrunken, adj., poet. für 'goldgierig':

goldestrunken erlag Crassus; wie Hannibal,
selbst vom siege besiegt, unter der beut' erlag
Herder 27, 109 S.

auch 'in goldglanz getaucht': und die goldtrunkenen schneeflächen des Watzmanns und des Dachsteins vertieften sich in der abendbesonnung zu reinem feuer qu. v. j. 1923. —
 
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goldtuch, n., golddurchwirktes tuch: er ... bedeckte ihn sorgfältig mit einem mantel von schwarzem fries,

[Bd. 8, Sp. 862]


welcher äuszerst reich verbrämt war mit silber- und goldtuch H. Laube ges. schr. (1875) 2, 38. —
 
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goldtuchen, adj., 'aus goldtuch':

er küszt ihre wangen, den arm er schlang
um ihr goldtuchnes gewand (1842)
L. Schücking br. 82 Muschler.


 
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goldtugend, f., in der alchimistensprache für die spezifische hochwertige eigenschaft des goldes: (ein metall) das vor nicht goldt war, das bleibt eben das vorig metall oder wesen vnd nimbt nichts dann die betrieglich farb oder tinctur an sich ..., die substantz aber ist falsch, die goldttugend ist im wenigsten nicht verhanden Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 119; das ist, im sulphure embryonato soll man nicht suchen goldt tugendt, silber tugendt Paracelsus opera 1, 1044b Huser.
 
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goldturm, m., goldener, golddach tragender turm: in einer gegend ist ein goldthurm erbaut, und umher 20 steinthürme Ritter erdkde (1822) 4, 982. in seltener übertragung für reichtum: (die alte muhme) kann doch nicht ewig in ihrem goldturme schätze graben L. v. François ges. w. 1, 22 inselverl. auch 'turm, in dem gold aufbewahrt wird', vgl.Spandauer goldturm für den Juliusturm der Spandauer zitadelle, der den reichskriegsschatz barg.
 
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goldtüte, f., name des vogels charadrius pluvialis, vgl. Brehm tierl. 6, 65 P.-L.

 

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