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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldton bis goldtroddel (Bd. 8, Sp. 860 bis 861)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldton, m. 1) goldener farbton, vgl. 2ton, sp. 749: welch ein rosigblühendes mädchen (Rembrands tochter)! das süsze gesicht rundet sich aus dem tiefdunklen hintergrunde im glühendsten goldtone heraus Jul. Mosen s. w. (1863) 8, 95; gegen osten hin im tiefen himmel lag ein reicher goldton Rosegger schr. (1895) II 14, 406. übertragen: wo mir ... ein menschenkind ans herz wuchs, das kleidete ich in die lieblingsfarben meiner phantasie, das tauchte ich in den rosen- und goldton meiner jugendlichen lebensbegeisterung B. Goltz ein jugendleben (1852) 2, 329. 2) seltener vom sonoren, dunklen klang einer stimme oder eines instruments, vgl. 1ton, sp. 681ff.: nun hatte sich dieser goldton da erhoben, war dieser grosze dunkle flügel einer breit und sicher tragenden altstimme schimmernd aufgerauscht Grabenhorst unbegreifl. herz (1937) 146. vgl. silberton, wo ein umgekehrtes häufigkeitsverhältnis beider entsprechenden bedeutungen vorliegt.
 
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goldtonne, f., tinna auri Stieler stammb. (1691) 349; 'eine mit gold oder goldstücken angefüllte tonne' Campe 2, 423a; vgl. s. v. tonne 2 m, sp. 791. namentlich in der barockliteratur und gewöhnl. in der erweiterten bedeutung 'reichtum', 'reiche menge gold':

die wehrte keuschheit, die sie hat,
steht mir an goldestonnen statt
Neumark fortgepfl. lustwald (1657) 1, 405;

Stieler geharnschte Venus 97 ndr.; als wär ich eine alte müllgrube gewesen, schütteten von allen seiten verwandte, die die güte hatten zu sterben und keine andern erben hinterlieszen, ihre goldtonnen in mich aus Liliencron s. w. (1896) 5, 22. —
 
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goldtopas, m., safrangelber topas, vgl. Meyer gr. konvers.-lex. (1907) 19, 616b. im vergleich: nur die drei breiten brechungskeile, mit denen sie (die sonne) wasser zog, ... standen stromhell wie aus goldtopas geschliffen unter der purpurnen kugel Dehmel ges. w. (1906) 7, 110. —
 
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goldtopf, m., mit gold, goldstücken gefüllter topf:

auch geister, wie die sage geht,
und schätze solls hier geben,
und wer die schwarze kunst versteht,
der kan den goldtopf heben
Bürde poet. schr. (1803) 1, 28.

übertragen: Franz Duncker hat von der volkszeitung jährlich 20.000 thlr. netto. er wollte also meine wühlerei in diesem goldtopfe nicht haben A. Ruge briefw. u. tageb. 2, 264 Nerrlich. wohl auch 'goldener, vergoldeter topf'.
 
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goldträchtig, adj., was goldhaltig (s. d.), doch stärker, vgl. 1trächtig I A u. I B a: in seinem Zlatna, wo er (Opitz) diese gegend von dem gold-trächtigen erdreich rühmen will Breitinger crit. dichtkunst (1740) 1, 394;

fels an gestein, gebirg' an minen reich,
das, aufgethürmt am lüftigen äquator,
goldträchtige ströme niederrieseln läszt
Harries Thomsons jahresz. (1796) 104;

(der schlamm,) den die quellen aus goldträchtiger finsternis gefördert qu. v. j. 1916; übertragen schon mhd. (vgl. DWB golden D 1 d, sp. 753):

der rede biz (sei) andechtic;
wen sie sint golt trechtig
und vorbesseren gimmen und golt
Heinrich v. Hesler apokalypse 5904 H.


 
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goldtrager, m., was goldfinger (s. d.). nach dem 16. jh. nicht mehr belegbar: anularis goltrago (11. jh.) ahd. gl. 4, 34, 25 St.-S.; vgl. Diefenbach nov. gl. 25a; 173b; gl. 234a; auff der hendt zwischen dem klainen finger vnnd dem golttrager Hier. Braunschweig chirurgia (1539) 97a. —
 
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goldträgerisch, adj., was goldträchtig (s. d.): dasz auch die böhmischen flüsse goldträgerisch sind, solches ist seit langen zeiten bekannt Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1242. —
 
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goldtrank, m., singulär für trinkgold, goldtinktur: ein fräundlicher anblik ihres geträuen (hatte) mehr kraft ... als bezoar, gold-trank, und alle köstlichste

[Bd. 8, Sp. 861]


stärkmittel aus der arznei-kammer Ph. v. Zesen adriat. Rosemund 214 ndr.
 
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goldtresse, f., aus goldfäden gewirkte tresse: es war ein schlotternd weiter scharlachrock, überladen mit goldtressen, die im sonnenglanze strahlten H. Heine s. w. 3, 300 Elster; die achselstücke (der generale) bestehen aus einer breiten goldtresse Alten hdb. (1909) 1, 70. —
 
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goldtreu, adj., 'treu wie gold', als starke steigerung empfunden, vgl. DWB gold II B 2, sp. 705: Rudolf Boie war ein mann von weitumfassender gelehrsamkeit ... ein unterhaltender gesellschafter, ein goldtreuer freund Voss in: Sophronizon, heft 3 (1819) 32; goldene, goldtreue frau! F. Dahn kampf um Rom (1901) 3, 323. —
 
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goldtroddel, f., aus goldfäden gewirkte troddel:

und seine gold- und purpurtroddeln regend,
zerstampft ihr zelter unter ihr den grund
H. v. Kleist w. 2, 23 E. Schmidt.

 

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