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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldtalk bis goldtinktur (Bd. 8, Sp. 858 bis 859)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldtalk, m., mineral. fachausdruck: 'ein goldfarbener talk, so aber nichts weniger als gold enthält zum unterschiede von den auf andere art gefärbten talkarten' Adelung versuch 2 (1775) 747. —
 
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goldtapete, f., goldfarbene wandbekleidunq, vgl. s. v. tapete:

reichdurchwürckte goldtapeten prangen
an der hohen säulenwand
Uhland ged. 2, 218 Schmidt-H.;

(verödete säle) mit schadhaften mosaikböden, wo die goldtapeten zerrissen von den wänden hingen Th. Mann d. erwählte (1951) 244. —
 
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gold(es)tau, m. 1) im anschlusz an den Danaemythus barock für goldregen 2, 2goldreif (s. d.):

(Jupiter) wird, zu jhr (Rosabella) sich zu gesellen,
noch zum goldes-taw! Königsb. dichterkreis 56 ndr.

2) der vom sonnenlicht goldbeglänzte tau:

wo du gehst, werden düfte wehn,
vor dir sich blumen im goldthau blähn
maler Müller w. (1825) 1, 203.

im vergleich:

(ich danke dir) für jede wohlthat, die von deinen händen
wie goldthau von Aurorens fingern trof
Schubart sämmtl. ged. (1825) 2, 215.


 
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goldtaucher, m., name der pinguinart aptenodytes chrysocome Brehm tierl. 6, 171 P.-L.
 
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goldteig, m., 'gold in gestalt eines teiges gebracht, um es leichter zu behandeln und allerlei dinge daraus zu formen' Campe 2, 423a. —
 
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goldteil, m., n., gewöhnl. pl. 'goldene, goldfarbene teile' im gegensatz zu solchen von anderem material oder aussehen: der trödler zweifelte an der echtheit der goldtheile (eines schmuckes) Rosegger schr. (1895) II 14, 119. häufiger für physikalisch kleine oder kleinste einheiten gold: durch diese stille (chemische) wirkung werden die fremdartigen theile, worin die gold- und silbertheile eingehüllt waren, mehr aufgelöst als durch die feinste mechanische zertheilung allg. dt. bibl. (1765) 73, 31. gewöhnl. als diminutivum:

[Bd. 8, Sp. 859]


goldteilchen, n.: pflegt man doch auch keinen körper schlechterdinges gold zu nennen, ob sich gleich auf dem probierstein einige goldtheilchen zeigen? M. Mendelssohn ges. schr. (1843) 4, 2, 161; durch den wasserstrom werden die steintheilchen hinweggeführt, die goldtheilchen fallen zu boden Liebig chem. br. (1844) 295. —
 
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goldteppich, m., golddurchwirkter, goldfarbener teppich:

an pfeiler und wand
goldteppiche ziehen sich hin,
schwarze teppiche nun mit eigener hand
hängt drüber die königin
Fontane ged.7 92; vgl.
Campe 2, 423a.

uneigentlich: so ist ein steinerner goldteppich von vielen tausenden von quadratfuszen entstanden (gemeint sind die mosaiken der St. Markuskirche in Venedig) Görres ges. br. (1858) 1, 435. —
 
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goldthron, m., 'goldener, goldverzierter thron', gern vom thron (eines) gottes:

des vorhangs
wallender saum lag am zederboden
und deckt vom hohen tempelgewölbe her
Jehovas goldthron!
Lavater verm. schr. (1774) 1, 128;

und ihre ... heiligen-frauen, die ... voll anbetender liebe den goldthron der gottheit umstehen Gaudy s. w. (1844) 19, 82. —
 
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goldthronend, part. adj.: ihm (Jupiter) zur seite die goldthronende Juno Kütner Homers w. (1781) 1, 27;

golden-thronende Aphrodite,
listenersinnende tochter des Zeus
Grillparzer s. w. 4, 154 Sauer.


 
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goldtier, n., singulär für gelttier (s. d.): (ein hirschgerechter jäger) musz wissen, was ein hirsch ... sey, item ... ein gold-thier, das einmahl gesetzet und sich nicht weiter belegen (befruchten) lsset Chr. Lehmann histor. schauplatz (1699) 531.
 
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goldtinktur, f., früher für tinkturen verschiedenartiger zusammensetzung, die angeblich gelöstes gold enthielten. ihre zubereitung lag häufig in den händen von alchimisten oder scharlatanen, die sie als universalheilmittel verordneten. aurum potabile, tinctura auri, tinctura solis; dasselbe wie trinkgold (s. d.), goldelixier (s. d.): 'gold-tinctur, wird auch trinck-gold genennet, weil es ein in ein geträncke verwandeltes gold ist. es werden vielerley solcher tincturen aus golde gemacht, die aber alle nur blosse auflösungen oder farben der menstruorum (= alchemistischer lösungssubstanzen) seyn' allg. haush.-lex. (1749) 1, 610; vgl. auch Adelung versuch 2 (1775) 747; Meyer gr. konvers.-lex. (1907) 8, 110; ich hoffe, man wirdt mir bey der golttinctur eine schriefft schicken, wozu es gutt ist undt wie mans brauchen soll Elis. Charlotte v. Orleans br. (1707-15) 628 Holland;

der starke wassergusz ...
weis besser abzuführen ...
als alle wunderkraft gepriesner goldtincturen
Gottsched neueste ged. (1750) 43;

charlatans genug sind erschienen und erscheinen noch täglich, die durch astralische salze, goldtinkturen ... den lauf der natur zu hemmen versprechen Hufeland kunst d. menschl. leb. zu verlängern (1797) 33. übertragen vom wein: vater Rhein aber reicht uns die ächte goldtinctur, die nicht trüget, wie die der adepten K. J. Weber Deutschland (1820) 4, 576. heute wird unter goldtinktur eine ätherische lösung von goldchlorid verstanden, die zum vergolden von glas oder bei der herstellung von goldlack verwendung findet, vgl. Mothes ill. baulex. (1881) 2, 483 u. Bott hdwb. d. kaufmanns (1925) 2, 738a. sich auch s. v. silbertinctur. —

 

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