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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldtaler bis goldtier (Bd. 8, Sp. 858 bis 859)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldtaler, m., aus gold geprägter taler: (es) war die drei wochen ... in der herberge verzehret 130 goldthaler (1578) Schweinichen denkw. 207 Ö. als währungseinheit besonders in Bremen (bis 1872), vgl. Halke münzkde (1903) 116a u. Meyer gr. konvers.-lex. (1907) 8, 110a. übertragen: es war ein sommermorgen, der tau hing an den rosen in den vorgärten, das licht fiel in lauter goldtalern durch das dichte gezweig auf das pflaster daheim (5. 7. 1934) 6a. —
 
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goldtalk, m., mineral. fachausdruck: 'ein goldfarbener talk, so aber nichts weniger als gold enthält zum unterschiede von den auf andere art gefärbten talkarten' Adelung versuch 2 (1775) 747. —
 
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goldtapete, f., goldfarbene wandbekleidunq, vgl. s. v. tapete:

reichdurchwürckte goldtapeten prangen
an der hohen säulenwand
Uhland ged. 2, 218 Schmidt-H.;

(verödete säle) mit schadhaften mosaikböden, wo die goldtapeten zerrissen von den wänden hingen Th. Mann d. erwählte (1951) 244. —
 
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gold(es)tau, m. 1) im anschlusz an den Danaemythus barock für goldregen 2, 2goldreif (s. d.):

(Jupiter) wird, zu jhr (Rosabella) sich zu gesellen,
noch zum goldes-taw! Königsb. dichterkreis 56 ndr.

2) der vom sonnenlicht goldbeglänzte tau:

wo du gehst, werden düfte wehn,
vor dir sich blumen im goldthau blähn
maler Müller w. (1825) 1, 203.

im vergleich:

(ich danke dir) für jede wohlthat, die von deinen händen
wie goldthau von Aurorens fingern trof
Schubart sämmtl. ged. (1825) 2, 215.


 
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goldtaucher, m., name der pinguinart aptenodytes chrysocome Brehm tierl. 6, 171 P.-L.
 
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goldteig, m., 'gold in gestalt eines teiges gebracht, um es leichter zu behandeln und allerlei dinge daraus zu formen' Campe 2, 423a. —
 
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goldteil, m., n., gewöhnl. pl. 'goldene, goldfarbene teile' im gegensatz zu solchen von anderem material oder aussehen: der trödler zweifelte an der echtheit der goldtheile (eines schmuckes) Rosegger schr. (1895) II 14, 119. häufiger für physikalisch kleine oder kleinste einheiten gold: durch diese stille (chemische) wirkung werden die fremdartigen theile, worin die gold- und silbertheile eingehüllt waren, mehr aufgelöst als durch die feinste mechanische zertheilung allg. dt. bibl. (1765) 73, 31. gewöhnl. als diminutivum:

[Bd. 8, Sp. 859]


goldteilchen, n.: pflegt man doch auch keinen körper schlechterdinges gold zu nennen, ob sich gleich auf dem probierstein einige goldtheilchen zeigen? M. Mendelssohn ges. schr. (1843) 4, 2, 161; durch den wasserstrom werden die steintheilchen hinweggeführt, die goldtheilchen fallen zu boden Liebig chem. br. (1844) 295. —
 
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goldteppich, m., golddurchwirkter, goldfarbener teppich:

an pfeiler und wand
goldteppiche ziehen sich hin,
schwarze teppiche nun mit eigener hand
hängt drüber die königin
Fontane ged.7 92; vgl.
Campe 2, 423a.

uneigentlich: so ist ein steinerner goldteppich von vielen tausenden von quadratfuszen entstanden (gemeint sind die mosaiken der St. Markuskirche in Venedig) Görres ges. br. (1858) 1, 435. —
 
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goldthron, m., 'goldener, goldverzierter thron', gern vom thron (eines) gottes:

des vorhangs
wallender saum lag am zederboden
und deckt vom hohen tempelgewölbe her
Jehovas goldthron!
Lavater verm. schr. (1774) 1, 128;

und ihre ... heiligen-frauen, die ... voll anbetender liebe den goldthron der gottheit umstehen Gaudy s. w. (1844) 19, 82. —
 
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goldthronend, part. adj.: ihm (Jupiter) zur seite die goldthronende Juno Kütner Homers w. (1781) 1, 27;

golden-thronende Aphrodite,
listenersinnende tochter des Zeus
Grillparzer s. w. 4, 154 Sauer.


 
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goldtier, n., singulär für gelttier (s. d.): (ein hirschgerechter jäger) musz wissen, was ein hirsch ... sey, item ... ein gold-thier, das einmahl gesetzet und sich nicht weiter belegen (befruchten) lsset Chr. Lehmann histor. schauplatz (1699) 531.

 

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