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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldsüchtig bis goldteil (Bd. 8, Sp. 857 bis 858)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldsüchtig, selten goldsichtig, adj. zum vorigen: wie die Parther dem geitzigen vnd goldsichtigen

[Bd. 8, Sp. 858]


hauptman Crasso thaten Mathesius Sarepta (1571) 50a; goldsüchtige vnd geltgierige clerisey ebda 45b; die schmeichelnde ... goldsüchtige ... gifftsüsze ... ehrvergeszne hure Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 879; der christ ist im inneren des welttheils (Afrika) verachtet oder gefürchtet, weil man zum theil die lasterhaftigkeit der goldsüchtigen Europäer als wirkung ihrer religion ansieht Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 5, 207. —
 
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goldsud, m. 1) vergoldung auf nassem wege, zu 1sud 1, vgl. Prechtl techn. encycl. (1830) 19, 541 u. auch s. v. silbersud. 2) die hierbei benützte flüssigkeit selbst, vgl. 1sud 2: goldsud besteht aus 600 g phosphorsaurem kali, 25 g goldchlorid, 20 g cyankalium, 10 l destillirtem wasser Lueger lex d. ges. techn. (1894) 7, 585. —
 
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goldsumme, f., eine summe goldgeld, analog zu geldsumme (s. d.): Alarich ..., der ... bei der capitulation Roms, sich nebst ungeheuren goldsummen und andern kostbarkeiten, auch mit ... pfeffer contribution abfinden liesz Ritter erdkde (1822) 5, 2, 872.
 
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goldtafel, f., in älterer sprache was goldblatt (s. d.), 'bractea' (obd. 16. jh.) Diefenbach gl. 80b, vgl. (1524) bei Fischer schwäb. 6, 2055. gewöhnlich diminutiv goldtäfelchen, goldtäf(e)lein, n.: darnach nim xxv geschlagene goldtäfelin, auch wol verschaumpten honig ... vnnd schlags wol durch einander, dasz man die goldtäfelin nicht mehr sihet in dem honig, vnnd gar zergangen sind Gäbelkover artzneyb. (1595) 2, 385. heute für eine etwas stärkere platte aus gold: dazu kommen in erz gegossene und gegrabene oder auf blei- oder goldtäfelchen eingeritzte inschriften Adolf Deissmann licht v. osten (1923) 9.
 
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goldtaler, m., aus gold geprägter taler: (es) war die drei wochen ... in der herberge verzehret 130 goldthaler (1578) Schweinichen denkw. 207 Ö. als währungseinheit besonders in Bremen (bis 1872), vgl. Halke münzkde (1903) 116a u. Meyer gr. konvers.-lex. (1907) 8, 110a. übertragen: es war ein sommermorgen, der tau hing an den rosen in den vorgärten, das licht fiel in lauter goldtalern durch das dichte gezweig auf das pflaster daheim (5. 7. 1934) 6a. —
 
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goldtalk, m., mineral. fachausdruck: 'ein goldfarbener talk, so aber nichts weniger als gold enthält zum unterschiede von den auf andere art gefärbten talkarten' Adelung versuch 2 (1775) 747. —
 
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goldtapete, f., goldfarbene wandbekleidunq, vgl. s. v. tapete:

reichdurchwürckte goldtapeten prangen
an der hohen säulenwand
Uhland ged. 2, 218 Schmidt-H.;

(verödete säle) mit schadhaften mosaikböden, wo die goldtapeten zerrissen von den wänden hingen Th. Mann d. erwählte (1951) 244. —
 
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gold(es)tau, m. 1) im anschlusz an den Danaemythus barock für goldregen 2, 2goldreif (s. d.):

(Jupiter) wird, zu jhr (Rosabella) sich zu gesellen,
noch zum goldes-taw! Königsb. dichterkreis 56 ndr.

2) der vom sonnenlicht goldbeglänzte tau:

wo du gehst, werden düfte wehn,
vor dir sich blumen im goldthau blähn
maler Müller w. (1825) 1, 203.

im vergleich:

(ich danke dir) für jede wohlthat, die von deinen händen
wie goldthau von Aurorens fingern trof
Schubart sämmtl. ged. (1825) 2, 215.


 
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goldtaucher, m., name der pinguinart aptenodytes chrysocome Brehm tierl. 6, 171 P.-L.
 
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goldteig, m., 'gold in gestalt eines teiges gebracht, um es leichter zu behandeln und allerlei dinge daraus zu formen' Campe 2, 423a. —
 
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goldteil, m., n., gewöhnl. pl. 'goldene, goldfarbene teile' im gegensatz zu solchen von anderem material oder aussehen: der trödler zweifelte an der echtheit der goldtheile (eines schmuckes) Rosegger schr. (1895) II 14, 119. häufiger für physikalisch kleine oder kleinste einheiten gold: durch diese stille (chemische) wirkung werden die fremdartigen theile, worin die gold- und silbertheile eingehüllt waren, mehr aufgelöst als durch die feinste mechanische zertheilung allg. dt. bibl. (1765) 73, 31. gewöhnl. als diminutivum:

[Bd. 8, Sp. 859]


goldteilchen, n.: pflegt man doch auch keinen körper schlechterdinges gold zu nennen, ob sich gleich auf dem probierstein einige goldtheilchen zeigen? M. Mendelssohn ges. schr. (1843) 4, 2, 161; durch den wasserstrom werden die steintheilchen hinweggeführt, die goldtheilchen fallen zu boden Liebig chem. br. (1844) 295. —

 

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