Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldsuche bis goldtapete (Bd. 8, Sp. 857 bis 858)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldsuche, f., was goldsuchen, subst.: Rondon würde mit sicherheit seine goldsuche nicht bis in die regenzeit hinein fortgesetzt haben v. d. Steinen naturvölker Zentralbrasiliens (1894) 138. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldsuchen, subst. vb. 1) der alchimistische versuch, gold herzustellen: sie dürfen nur einen laboranten dingen, dem durch das miszlungene goldsuchen, nebst verschwendetem vermögen, der verstand verrückt worden Lichtenberg verm. schr. (1844) 5, 81; als Böttiger beim goldsuchen die Meiszener porzellanerde fand Justi Winckelmann (1866) 1, 271. 2) das suchen nach natürlichen goldvorkommen: es war von seiten Tupys ein sehr geschickter zug ... gewesen, dass er uns beschuldigt hatte, goldsuchende abenteurer zu sein v. d. Steinen naturvölker Zentralbrasiliens (1894) 10; im bild: seine (des menschen) gedanken seglen kriegsbrütend und goldsuchend wie mächtige schiffe in die ferne Cl. Brentano Godwi (1801) 2, 96.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldsucher, m.
1) goldmacher, alchimist: das ein gemeiner goldsucher zu einem bettler werde, das hat in der natur ... gnugsame prob und erfahrung Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 37; Johann Clajus, der 1606, also im zeitalter der alchimistischen goldsucher, seine 'alchymistica oder die wahre kunst aus kühmist gold zu machen' herausgab Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 201. 2) einer, der nach vergrabenen oder sonstwie verborgenen goldschätzen sucht, ähnlich schatzsucher (s. d.):

sind denn die sterne nur gemacht,
schelmen und dieben zu leuchten bei nacht?
goldsuchern und trunkenbolden
Soltau bei
Campe 2, 423;

vgl. DWB goldsucher (titel einer erzählung) Herm. Schmidt ges. schr. (1867) 3, 100; die berufsmäszigen goldsucher sind als eine art zauberer dem volke unheimlich hdwb. d. dt. aberglaubens 3, 925. 3) einer, der nach natürlichen goldvorkommen sucht, häufig mit dem nebensinn des abenteuerlichen, verwegenen; in dieser bedeutung besonders seit dem 19. jh. (vgl. s. v. goldfieber): dieses land, in welches nur sclavenjäger und goldsucher sich bis jetzt hineinwagten Ritter erdkde (1822) 1, 166; er trieb sich in Südamerika herum und war einer der ersten goldsucher, die in dem goldland Alaska einen grauenvollen winter verbrachten qu. v. j. 1927.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldsucht, f., sucht, krankhafte gier nach gold, reichtum: in yhr ist gar wenig, die solch goltsucht in yhn selbs mercken unnd erkennen, dan der geytz hat alhie gar einenn hubschen, feynen schandt deckel Luther 6, 271 W.; die wilden leuthe in der newen welt (haben) ... der ankommenden frembden spanische gäste, goldsucht und geitz gesehen Dannhawer catech.-milch (1657) 4, 45;

den stets die goldsucht reitzet,
der alles gut und geld zusammen scharrt und geitzet
Neumark poet.-hist. lustgarten (1666) 70;

aber mein vetter, der schon die wassersucht hat, und sein ganzes leben lang die goldsucht hatte Kotzebue s. dram. w. (1827) 40, 163; schüchtern und weiblich in ihrem wesen, lieszen sie (die Indianer) sich der goldsucht der Europäer zum opfer bringen Gutzkow ges. w. (1872) 8, 166. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldsüchtig, selten goldsichtig, adj. zum vorigen: wie die Parther dem geitzigen vnd goldsichtigen

[Bd. 8, Sp. 858]


hauptman Crasso thaten Mathesius Sarepta (1571) 50a; goldsüchtige vnd geltgierige clerisey ebda 45b; die schmeichelnde ... goldsüchtige ... gifftsüsze ... ehrvergeszne hure Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 879; der christ ist im inneren des welttheils (Afrika) verachtet oder gefürchtet, weil man zum theil die lasterhaftigkeit der goldsüchtigen Europäer als wirkung ihrer religion ansieht Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 5, 207. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldsud, m. 1) vergoldung auf nassem wege, zu 1sud 1, vgl. Prechtl techn. encycl. (1830) 19, 541 u. auch s. v. silbersud. 2) die hierbei benützte flüssigkeit selbst, vgl. 1sud 2: goldsud besteht aus 600 g phosphorsaurem kali, 25 g goldchlorid, 20 g cyankalium, 10 l destillirtem wasser Lueger lex d. ges. techn. (1894) 7, 585. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldsumme, f., eine summe goldgeld, analog zu geldsumme (s. d.): Alarich ..., der ... bei der capitulation Roms, sich nebst ungeheuren goldsummen und andern kostbarkeiten, auch mit ... pfeffer contribution abfinden liesz Ritter erdkde (1822) 5, 2, 872.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldtafel, f., in älterer sprache was goldblatt (s. d.), 'bractea' (obd. 16. jh.) Diefenbach gl. 80b, vgl. (1524) bei Fischer schwäb. 6, 2055. gewöhnlich diminutiv goldtäfelchen, goldtäf(e)lein, n.: darnach nim xxv geschlagene goldtäfelin, auch wol verschaumpten honig ... vnnd schlags wol durch einander, dasz man die goldtäfelin nicht mehr sihet in dem honig, vnnd gar zergangen sind Gäbelkover artzneyb. (1595) 2, 385. heute für eine etwas stärkere platte aus gold: dazu kommen in erz gegossene und gegrabene oder auf blei- oder goldtäfelchen eingeritzte inschriften Adolf Deissmann licht v. osten (1923) 9.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldtaler, m., aus gold geprägter taler: (es) war die drei wochen ... in der herberge verzehret 130 goldthaler (1578) Schweinichen denkw. 207 Ö. als währungseinheit besonders in Bremen (bis 1872), vgl. Halke münzkde (1903) 116a u. Meyer gr. konvers.-lex. (1907) 8, 110a. übertragen: es war ein sommermorgen, der tau hing an den rosen in den vorgärten, das licht fiel in lauter goldtalern durch das dichte gezweig auf das pflaster daheim (5. 7. 1934) 6a. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldtalk, m., mineral. fachausdruck: 'ein goldfarbener talk, so aber nichts weniger als gold enthält zum unterschiede von den auf andere art gefärbten talkarten' Adelung versuch 2 (1775) 747. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldtapete, f., goldfarbene wandbekleidunq, vgl. s. v. tapete:

reichdurchwürckte goldtapeten prangen
an der hohen säulenwand
Uhland ged. 2, 218 Schmidt-H.;

(verödete säle) mit schadhaften mosaikböden, wo die goldtapeten zerrissen von den wänden hingen Th. Mann d. erwählte (1951) 244. —

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: