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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldstücker bis goldtaler (Bd. 8, Sp. 856 bis 858)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldstücker, m., s. goldsticker. — goldstückerei, f., s. DWB goldstickerei.
 
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goldstufe, f. , goldstuff, m.
1) mineral. 'ein stück reiches golderz', zu 2stufe 2, sp. 307: balluca goldtstueff, vngeleutert goldt Frischlin nomencl. (1586) 147b; von dem arabischen bergwerck der Nomadum schreibt man, das sie der goldstuffen so grosz als die bonen und eicheln ein uberflusz gehabt haben Albinus meisznische bergkchron. (1590) 56;

da schimmert in der wurzeln
verworrenem geflecht
die schwere goldesstufe,
gediegen, rein und ächt
Gaudy s. w. (1844) 11, 100.

übertragen und in bildlichem zusammenhang: sobald ich hinaustrete ..., so stehen alle berge von der zerschmolzenen goldstufe, der sonne, überflossen da Jean Paul w. 1, 21 Hempel. besonders als inbegriff des wertvollen:

[Bd. 8, Sp. 857]


wie nun die schrifft bergleut vnd der bergwerck offt erwehnet, so gedenckt sie auch der goldstuffen, so Christo vnnd seiner kirchen mitgetheylt sein Mathesius ausgew. w. 3, 436 L.; mit dem grosen Engländer Flud, dessen schriften wie ein bergwerk voll goldstufen unbenuzt da liegen, hatte er gar viel ähnliches Schubart leb. u. gesinn. 1 (1791) 167; und wenn das feste gestein, das sie zerstuften ..., auch ... noch kein ... erz enthielt, so haben sie (die scholastiker) doch ... den felsenboden gesprengt, ... um ... später ... gediegene goldstufen zu erheben Brinckmann filosof. ansichten (1806) 109.
2) für den golderzgang, zu 2stufe 1, sp. 307; vgl. Kramer t.-ital. 1 (1700) 546c s. v. goldstolle und Adelung versuch 2 (1775) 747. —
 
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goldsuche, f., was goldsuchen, subst.: Rondon würde mit sicherheit seine goldsuche nicht bis in die regenzeit hinein fortgesetzt haben v. d. Steinen naturvölker Zentralbrasiliens (1894) 138. —
 
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goldsuchen, subst. vb. 1) der alchimistische versuch, gold herzustellen: sie dürfen nur einen laboranten dingen, dem durch das miszlungene goldsuchen, nebst verschwendetem vermögen, der verstand verrückt worden Lichtenberg verm. schr. (1844) 5, 81; als Böttiger beim goldsuchen die Meiszener porzellanerde fand Justi Winckelmann (1866) 1, 271. 2) das suchen nach natürlichen goldvorkommen: es war von seiten Tupys ein sehr geschickter zug ... gewesen, dass er uns beschuldigt hatte, goldsuchende abenteurer zu sein v. d. Steinen naturvölker Zentralbrasiliens (1894) 10; im bild: seine (des menschen) gedanken seglen kriegsbrütend und goldsuchend wie mächtige schiffe in die ferne Cl. Brentano Godwi (1801) 2, 96.
 
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goldsucher, m.
1) goldmacher, alchimist: das ein gemeiner goldsucher zu einem bettler werde, das hat in der natur ... gnugsame prob und erfahrung Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 37; Johann Clajus, der 1606, also im zeitalter der alchimistischen goldsucher, seine 'alchymistica oder die wahre kunst aus kühmist gold zu machen' herausgab Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 201. 2) einer, der nach vergrabenen oder sonstwie verborgenen goldschätzen sucht, ähnlich schatzsucher (s. d.):

sind denn die sterne nur gemacht,
schelmen und dieben zu leuchten bei nacht?
goldsuchern und trunkenbolden
Soltau bei
Campe 2, 423;

vgl. DWB goldsucher (titel einer erzählung) Herm. Schmidt ges. schr. (1867) 3, 100; die berufsmäszigen goldsucher sind als eine art zauberer dem volke unheimlich hdwb. d. dt. aberglaubens 3, 925. 3) einer, der nach natürlichen goldvorkommen sucht, häufig mit dem nebensinn des abenteuerlichen, verwegenen; in dieser bedeutung besonders seit dem 19. jh. (vgl. s. v. goldfieber): dieses land, in welches nur sclavenjäger und goldsucher sich bis jetzt hineinwagten Ritter erdkde (1822) 1, 166; er trieb sich in Südamerika herum und war einer der ersten goldsucher, die in dem goldland Alaska einen grauenvollen winter verbrachten qu. v. j. 1927.
 
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goldsucht, f., sucht, krankhafte gier nach gold, reichtum: in yhr ist gar wenig, die solch goltsucht in yhn selbs mercken unnd erkennen, dan der geytz hat alhie gar einenn hubschen, feynen schandt deckel Luther 6, 271 W.; die wilden leuthe in der newen welt (haben) ... der ankommenden frembden spanische gäste, goldsucht und geitz gesehen Dannhawer catech.-milch (1657) 4, 45;

den stets die goldsucht reitzet,
der alles gut und geld zusammen scharrt und geitzet
Neumark poet.-hist. lustgarten (1666) 70;

aber mein vetter, der schon die wassersucht hat, und sein ganzes leben lang die goldsucht hatte Kotzebue s. dram. w. (1827) 40, 163; schüchtern und weiblich in ihrem wesen, lieszen sie (die Indianer) sich der goldsucht der Europäer zum opfer bringen Gutzkow ges. w. (1872) 8, 166. —
 
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goldsüchtig, selten goldsichtig, adj. zum vorigen: wie die Parther dem geitzigen vnd goldsichtigen

[Bd. 8, Sp. 858]


hauptman Crasso thaten Mathesius Sarepta (1571) 50a; goldsüchtige vnd geltgierige clerisey ebda 45b; die schmeichelnde ... goldsüchtige ... gifftsüsze ... ehrvergeszne hure Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 879; der christ ist im inneren des welttheils (Afrika) verachtet oder gefürchtet, weil man zum theil die lasterhaftigkeit der goldsüchtigen Europäer als wirkung ihrer religion ansieht Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 5, 207. —
 
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goldsud, m. 1) vergoldung auf nassem wege, zu 1sud 1, vgl. Prechtl techn. encycl. (1830) 19, 541 u. auch s. v. silbersud. 2) die hierbei benützte flüssigkeit selbst, vgl. 1sud 2: goldsud besteht aus 600 g phosphorsaurem kali, 25 g goldchlorid, 20 g cyankalium, 10 l destillirtem wasser Lueger lex d. ges. techn. (1894) 7, 585. —
 
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goldsumme, f., eine summe goldgeld, analog zu geldsumme (s. d.): Alarich ..., der ... bei der capitulation Roms, sich nebst ungeheuren goldsummen und andern kostbarkeiten, auch mit ... pfeffer contribution abfinden liesz Ritter erdkde (1822) 5, 2, 872.
 
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goldtafel, f., in älterer sprache was goldblatt (s. d.), 'bractea' (obd. 16. jh.) Diefenbach gl. 80b, vgl. (1524) bei Fischer schwäb. 6, 2055. gewöhnlich diminutiv goldtäfelchen, goldtäf(e)lein, n.: darnach nim xxv geschlagene goldtäfelin, auch wol verschaumpten honig ... vnnd schlags wol durch einander, dasz man die goldtäfelin nicht mehr sihet in dem honig, vnnd gar zergangen sind Gäbelkover artzneyb. (1595) 2, 385. heute für eine etwas stärkere platte aus gold: dazu kommen in erz gegossene und gegrabene oder auf blei- oder goldtäfelchen eingeritzte inschriften Adolf Deissmann licht v. osten (1923) 9.
 
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goldtaler, m., aus gold geprägter taler: (es) war die drei wochen ... in der herberge verzehret 130 goldthaler (1578) Schweinichen denkw. 207 Ö. als währungseinheit besonders in Bremen (bis 1872), vgl. Halke münzkde (1903) 116a u. Meyer gr. konvers.-lex. (1907) 8, 110a. übertragen: es war ein sommermorgen, der tau hing an den rosen in den vorgärten, das licht fiel in lauter goldtalern durch das dichte gezweig auf das pflaster daheim (5. 7. 1934) 6a. —

 

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