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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldstoffen bis goldstriemer (Bd. 8, Sp. 852 bis 853)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldstoffen, adj., wofür heute gewöhnlich die präpositionelle fügung von, aus goldstoff (vgl.goldstoff): alle überstrahlte ... ihr letzter abkömmling in einem goldstoffenen gewand Thümmel reise (1791) 3, 484; nach der flamberge tragenden leibwache des kaisers kam eine schar edelknaben in kurzen goldstoffenen wämsern G. Keller ges. w. (1889) 2, 184. im vergleich: dabei fiel ihr langes gelbes haar um uns beide und deckte die umfangenen ... wie eine goldstoffene decke O. Ludwig ges. schr. 2, 448 Schm.-St.
 
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goldstolle(n), m., als femininum bei Stieler stammb. (1691) 2175, Kramer t.-ital. 1 (1700) 546c; vgl. auch s. v. stolle, stollen; als neutrum bei Schottel haubtspr. 1005 (doch vgl. ebda 1423 s. v. stoll, stollen, m.). bergm. 'goldführender stollen', zu stollen 3, sp. 203:

schau schönster stäte schaar, die gartenlust, die felder,
das gold- und silberstoll, gehege, die lustwälder
Schottel haubtspr. (1663) 1005.


 
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goldstrahl, m., ein golden glänzender lichtstrahl; in poetisch gehobener sprache gern für die strahlen der aufgehenden oder (seltener) der sinkenden sonne: der liebliche morgen, der das blaulichte gewölke nach osten zu mit lieblichen goldstrahlen bemahlet Ph. Zesen rosenmând (1651) 1;

wo ihn (den weisen) der sinkenden
sonne sanfterer goldstrahl
mit empfindung der gottheit tränkt!
Lavater poesieen (1781) 1, 2;

goldstrahlen schieszen übers dach,
die hähne krähn den morgen wach
Storm s. w. (1898) 8, 225;

sah dich (mistralwind) wie zum pfeil verkürzt
senkrecht in die tiefe stossen —
wie ein goldstrahl durch die rosen
erster morgenröthen stürzt
Nietzsche w. I 5, 361.

übertragen vom trügerischen glanz des reichtums, vgl. DWB golden D 2 d: wer das mittel zu halten weiss im gebrauch des reichthums, und sich die goldstralen nicht zu viel noch zu wenig verblenden lässet, der ist in diesem leben für glückselig zu achten Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 4, 390. —
 
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goldstrahlend, part. adj. 1) von gold, im goldschmuck strahlend (intensiver als goldglänzend, s. d.): Georg aber trat jetzt in die gold- und marmorstrahlende kirche hinein Jul. Mosen s. w. (1863) 8, 469; ich ... besah mir die goldstrahlenden altäre und säulen, die gewaltigen deckengemälde aus der Jesuitenzeit A. Sperl d. fahrt n. d. alten urkunde 9176. 2) wie gold strahlend: gleich wie der schwartze schatten mit dem goldstrahlendem sonnenscheine gebohren wird Neumark lustwäldchen (1652) 5b;

die goldenstrahlende sonne
sank gen westen hinab
Pyrker Tunisias (1820) 3, 204;

den goldstrahlenden krokos A. v. Humboldt kosmos (1845) 2, 12;

dasz aufgehe aus dem feurigen samen
der gottesliebe
goldstrahlend, sonnenumgluthet
der baum ewiger freude mod. dichtercharaktere 65 Arent-C.-H.


 
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goldstrand, m., wofür jetzt goldküste (s. d.): ein horn (aus elfenbein), dergleichen die schwartzen am goldstrande,

[Bd. 8, Sp. 853]


bei ihren feldzügen führen E. Francisci lust. schaubühne (1697) 3, 196. —
 
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goldstreichstein, m., was probierstein, goldstein 4 (s. d.): 'ein pechschwartzer, harter und nicht durchsichtiger stein, welchen man aber, wenn er geschliffen wird, zum goldstreichen und probieren gebrauchen kan' Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1249.
 
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goldstreif(en), m., ein streifen goldblech: man ... schmolz einen goldstreifen von 1/2 zoll breite und 12 zoll länge allg. dt. bibl. (1765) 85, 502; da in beiden fällen (der falschmünzerei) der entzogene goldkern (der münze) durch ein annähernd gleichschweres metall ersetzt wird, so bedarf es ... eines dünnen goldstreifens ... zur verdeckung des beschädigten randes Luschin v. Ebengreuth münzk. u. geldgesch. (1904) 126. häufiger zweidimensional, für streifenförmige goldverzierungen: ein ... mit goldstreifen geziertes kreuz war die hauptsache Holtei vierzig jahre (1843) 1, 100. besonders für die aus goldfäden gewirkten oder goldfarbenen streifen an kleidungsstücken: er hat kein silber in der tasche, geschweige einen goldstreifen um die mütze, wie sein adliger nachbar Fontane ges. w. (1920) II 3, 339; (der fackelträger) trug nur weisze kleider: einen kriegsmantel ... und eine römische tunica ..., beide mit einem goldstreif durchwirkt F. Dahn kampf um Rom (1901) 1, 5. gern übertragen auf lichtwirkungen: der goldstreif der vorgesunknen abendsonne Jean Paul w. 7/10, 577 Hempel; über dem langen, breiten goldstreif, der auf seinem (des Arno) spiegel zitterte, glitt die ... fähre Gaudy s. w. (1844) 19, 85; goldstreifen zitterten zwischen bläulichen schatten über die schneefläche der gletscher Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 15, 16. vom schimmernden meer: wo an hellen abenden wie ein goldstreifen das meer aus dem fahlen dunst aufglüht Runkel Böcklin-memoiren (1900) 61. —
 
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goldstreifig, adj., mit goldstreifen versehen: ein goldstreifiger purpurrock Wieland Lucian (1788) 1, 316; der goldstreifige abendhimmel L. Richter lebenserinn. (1909) 189; der goldstreifige moderkäfer (staphylinus caecareus) Brehm tierl. 9, 60 P.-L.
 
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goldstrich, m.
1) goldener, goldfarbener strich: das geschirr, der kutscher und sein küssen, darauf er sasz, gläntzete von lauter goldstrichen E. Francisci lust. schaubühne (1702) 1, 374. übertragen: freundschaft ist itzt, leider! nur ein angemahlter gold-striech, wehret nur, so lange der wohlstand Butschky Pathmos (1677) 803.
2) vor allem für den strich oder das streichen am gold(streich)stein, probierstein, 'spectatio, probatio auri' Stieler stammb. (1691) 2198: ein jeder probirer wölle gut achtung darauff haben, dasz er seine goldtstrich recht füre Ercker beschr. aller mineral. ertzt (1580) 52b; es kan absonderlich das kupffer, wenn es mit zinck vermischet ist, so hoch gebracht werden, dasz es den gold-strich hält und nichts als das völlige gewicht daran fehlet Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1215.
3) name des fisches sparus salpa Nemnich wb. d. naturgesch. 203 bzw. chrysophrys aurata L. Max v. d. Borne hdb. d. fischzucht u. fischerei (1886) 74.
4) auch soviel wie goldstollen, goldgang (s. d.), vgl. Kramer t.-ital. 1 (1700) 546c.
 
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goldstriemen, m., zu den formvarianten des grundwortes s. s. v. striemen. 1) goldener, goldfarbener streifen: vndermischt vnd eingelatzt goldarbeit von goldstrimen, purpurrimen Fischart Garg. 175 ndr.; vestis segmentata ein kleid das mit purpurn oder gold streimen durch und vberzogen ist Junius nomencl. (1567) 182b. übertragen vom goldblonden haar:

o goldflusz blaich und reich, goldstriemen wahr und klar
Weckherlin ged. 1, 472 Fischer.

2) name des fisches sparus salpa Oken allg. naturgesch. 6 (1836) 228; vmm Epuseum her erhebt man die goldstreimen, die doch sonst jhres aass halber wüst vnnd nicht gekocht mögen werden Heyden Plinius (1565) 348; vgl. das folgende.
 
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goldstriemer, auch goldstreimer, m., name des fisches salpa, vgl. Diefenbach gl. 508c

[Bd. 8, Sp. 854]


(16. jh.); der salpa oder goldstreimer ist ein meerbersich (sieh s. v. bersich) mit ettlichen gelben strichen Heyden Plinius (1565) 349; vgl. goldstriemen 2. —

 

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