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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldsternblume bis goldstrahlend (Bd. 8, Sp. 851 bis 852)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -sternblume, f., name der pflanze ranunculus ficaria, feigwarzenkraut, klein schölkraut etc., vgl. Schkuhr botan. hdb. (1791) 2, 111. dim.
 
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-sternblümlein, n., bei: Ehrhart pflanzenhistorie (1753) 1, 269; Gmelin enumeratio (1772) 169. —
 
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goldsticken, adj., s. DWB goldstücken.
 
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goldsticker, m., daneben in älterer zeit gerundet goldstücker, vgl. s. v. sticker: inclusor eyn goltsticker Diefenbach nov. gl. 213a; pictor babylonicus, phrygio Steinbach dt. wb. (1734) 2, 698; 'eine person, welche allerley figuren mit gold- oder silberfäden auf andere dinge sticket' Adelung versuch 2 (1775) 747; den mantel den ich dir geben hab, den wil ich tragen zu dem goldsticker, der musz darauf sticken nach meinem willen A. v. Eyb spiegel d. sitten (1511) Y 2a; Scaramouche tritt herein und meldet zwey berühmte goldstücker bey dem marquis Lessing 6, 388 L.-M.
 
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goldstickerei, f., vgl. sticken 2 b a, sp. 2738. 1) die kunst, technik des goldstickens: das vollkommenste ... ist die von den Phrygiern erfundene seyden- und vom Attalus erdachte goldstückerey Lohenstein Arminius (1689) 2, 189a; goldstickerei ist im alterthum von den prachtliebenden völkern Vorderasiens betrieben und von dort nach Europa verpflanzt worden Bucher kunstgewerbe (1884) 165b. zur sache vgl. noch Bott hdwb. d. kaufmanns (1925) 2, 731a. 2) metonymisch für das erzeugnis: dr. Eckermann, eine goldstickerey vorzeigend Göthe III 10, 108 W.; einen seidenen rock will ich oder den rothen sammtüberwurf mit der goldstickerei Holtei erz. schr. (1861) 19, 257; blechkragen heisst in Deutschland scherzhaft der mit gold- oder silberstickerei versehene kragen Alten hdb. f. heer u. fl. (1909) 2, 324. übertragen: ich bin kein freund des literarischen reliquientrödels unserer tage ... stöszt man doch nur zu oft, wenn man die fromme gold- und perlenstickerei der einleitung hinter sich hat, auf das traurige analogon des zweifelhaften morschen knochens Hebbel w. 12, 87 Werner.
 
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goldstickerin, f., zu goldsticker (s. d.):

da hat vnser vatter wol sich
in weibskleidern gantz tugentlich
gekleidet vnd als dann darneben
sich für ein goldstückerin dargeben
Ayrer dramen 1014 Keller;

es fügte sich, dasz eine meiner ersten schutzbefohlenen (in ärztlicher behandlung) ein sehr schönes mädchen war, eine junge goldstickerin Carossa führung u. geleit (1933) 22.
 
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goldstoff, m., 'im gegensatz zu brokatstoff ein gewebe, dessen grund ganz aus gold- und silbergespinst besteht' nach Bott hdwb. d. kaufmanns (1925) 2, 731a; nach Adelung versuch 2 (1775) 751 'ein zeug, in welchen blumen von seide auf einem goldenen grunde gewebet sind'; vgl. auch unten goldstück:

kaum ist sein ach entflogen,
so wird in einem blitz, ein vorhang weggezogen.
zu beiden seiten rauscht der reiche goldstoff auf
Wieland s. w. 5, 172 Hempel;

in der mitte steht ein tiefer sessel, auf welchem eine in goldstoff gekleidete person zurückgelehnt liegt Göthe I 17, 193 W. von goldstoff, seltener aus goldstoff, attributiv oder prädikativ für veraltetes goldstoffen (s. d.): der vorhang von goldstoff Göthe I 32, 285 W.;

von reichgesticktem
goldstoff ist das bandelier
H. Heine s. w. 2, 131 Elster;

er erstritt sich (im turnier) den preis einer binde aus goldstoff mit edlen steinen Stifter s. w. 10 (1930) 269. im plural für verschiedene stücke oder arten von goldstoff: zu

[Bd. 8, Sp. 852]


prachtkleidern ... wählte man gern schwere gold- und silberstoffe K. Fr. Becker weltgesch. (1801) 5, 279;

ein lager ward bereitet
im hohen rittersaal,
goldstoffe drauf gebreitet
und rosen ohne zahl
Uhland ged. (1898) 1, 320;

und es gehörte nicht zu den geringsten vorfreuden der männer, ... darüber zu wachen, dasz die sammet- und goldstoffe, die schweren brokate und die duftigen flore für die schlanken gestalten richtig zugeschnitten ... wurden G. Keller ges. w. (1889) 2, 164. im bild: heiszt das den dichter ehren, wenn man ihn und sein werk unter einem gewebe von kränzen, perlen und goldstoff erstickt? Fouqué gefühle, bilder (1819) 2, 53. —
 
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goldstoffen, adj., wofür heute gewöhnlich die präpositionelle fügung von, aus goldstoff (vgl.goldstoff): alle überstrahlte ... ihr letzter abkömmling in einem goldstoffenen gewand Thümmel reise (1791) 3, 484; nach der flamberge tragenden leibwache des kaisers kam eine schar edelknaben in kurzen goldstoffenen wämsern G. Keller ges. w. (1889) 2, 184. im vergleich: dabei fiel ihr langes gelbes haar um uns beide und deckte die umfangenen ... wie eine goldstoffene decke O. Ludwig ges. schr. 2, 448 Schm.-St.
 
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goldstolle(n), m., als femininum bei Stieler stammb. (1691) 2175, Kramer t.-ital. 1 (1700) 546c; vgl. auch s. v. stolle, stollen; als neutrum bei Schottel haubtspr. 1005 (doch vgl. ebda 1423 s. v. stoll, stollen, m.). bergm. 'goldführender stollen', zu stollen 3, sp. 203:

schau schönster stäte schaar, die gartenlust, die felder,
das gold- und silberstoll, gehege, die lustwälder
Schottel haubtspr. (1663) 1005.


 
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goldstrahl, m., ein golden glänzender lichtstrahl; in poetisch gehobener sprache gern für die strahlen der aufgehenden oder (seltener) der sinkenden sonne: der liebliche morgen, der das blaulichte gewölke nach osten zu mit lieblichen goldstrahlen bemahlet Ph. Zesen rosenmând (1651) 1;

wo ihn (den weisen) der sinkenden
sonne sanfterer goldstrahl
mit empfindung der gottheit tränkt!
Lavater poesieen (1781) 1, 2;

goldstrahlen schieszen übers dach,
die hähne krähn den morgen wach
Storm s. w. (1898) 8, 225;

sah dich (mistralwind) wie zum pfeil verkürzt
senkrecht in die tiefe stossen —
wie ein goldstrahl durch die rosen
erster morgenröthen stürzt
Nietzsche w. I 5, 361.

übertragen vom trügerischen glanz des reichtums, vgl. DWB golden D 2 d: wer das mittel zu halten weiss im gebrauch des reichthums, und sich die goldstralen nicht zu viel noch zu wenig verblenden lässet, der ist in diesem leben für glückselig zu achten Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 4, 390. —
 
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goldstrahlend, part. adj. 1) von gold, im goldschmuck strahlend (intensiver als goldglänzend, s. d.): Georg aber trat jetzt in die gold- und marmorstrahlende kirche hinein Jul. Mosen s. w. (1863) 8, 469; ich ... besah mir die goldstrahlenden altäre und säulen, die gewaltigen deckengemälde aus der Jesuitenzeit A. Sperl d. fahrt n. d. alten urkunde 9176. 2) wie gold strahlend: gleich wie der schwartze schatten mit dem goldstrahlendem sonnenscheine gebohren wird Neumark lustwäldchen (1652) 5b;

die goldenstrahlende sonne
sank gen westen hinab
Pyrker Tunisias (1820) 3, 204;

den goldstrahlenden krokos A. v. Humboldt kosmos (1845) 2, 12;

dasz aufgehe aus dem feurigen samen
der gottesliebe
goldstrahlend, sonnenumgluthet
der baum ewiger freude mod. dichtercharaktere 65 Arent-C.-H.

 

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