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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldseife bis goldspange (Bd. 8, Sp. 845 bis 846)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldseife, f., neben (älterem) goldseifen, goldseufen, m., vgl. seife sp. 190. 1) zu seife 2: 'goldsandablagerung goldführender gewässer oder anhäufung von waschgold führendem gebirgsschutt' Scheuchenstuel id. d. österr. berg- u. hüttenspr. (1856) 106, Karmarsch-Heeren 34, 148, Bott hdwb. d. kaufm. (1925) 2, 731a; da (Moses) vor Adams fall oder vbertrettung des reichen goldseiffens im flusz Pison erwenet Mathesius Sarepta (1571) 5b; ein mechtiger goltseuffen ... der sich vmb die gebirge gewunden vnd geschlungen wie ein drach oder schlange P. Albinus meisznische berg chronica (1590) 117; das meiste gold wird aus sogen. goldseifen gewonnen Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 4, 724. 2) auch für das ausbeutende

[Bd. 8, Sp. 846]


werk, vgl.: 'goldseife eine anstalt, wo das gold aus dem fluszsande oder auch aus der dammerde geseifet, d. h. gewaschen wird' Adelung vers. 2 (1775) 747; sie (die Argonauten) haben die goltseiffen oder das goltweschwerck, da man die goltertzt oder güldige sandt vnd flitzsch oder flammet golt über rauhe fell vnnd löcherichte breter gewaschen, eingenommen Mathesius diluvium (1587) 82a. 3) mischung aus goldchlorid und seife, vgl. Muspratt chemie (1888) 3, 1847; Jacobsson technolog. wb. (1793) 5, 718a. —
 
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-seifenwerk, n., was goldseife 2, doch auch einschränkend nur für das die schuttseifen ausbeutende werk, vgl. s. v. goldwäscherei 2. —
 
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goldsilber, n., legierung aus gold und silber, vgl. Muspratt chemie (1888) 7, 1667; sieh auch s. v. silbergold. —
 
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goldsinter, m., zu den formvarianten des grundworts vgl. s. v. sinter. 1) rückstand, schlacke, die beim schmelzen des goldes entsteht, dass. wie DWB goldschaum (s. d. 1); vgl. sinter 3 a: aurigo goltsin (15. jh.), goltsinder, varr. goltschnider vel goltrost (15. jh.) Diefenbach gl. 62b, vgl. ebda 62c s. v. aurugo. spätere belege fehlen. 2) eine goldhaltige kalkverkrustung, vgl. DWB sinter 3 e: goldsinter c'est ainsi qu'on appelle une concr étion calcaire mêlée d'or Schwan nouv. dict. (1783) 1, 777a.
 
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goldsohn, m., kosewort, vgl. DWB golden D 1 c und oben goldjunge: der kleine goldsohn wird jetzt charmant Schiller br. 4, 65 Jonas. mit scherzhaft-spöttischem nebenton: für die geschichte verdienst du ein stück kuchen, goldsohn, du erzählst ja wie ein jubelgreis Scheffel ges. w. (1907) 2, 97. sarkastisch:

ein unvernünfftig vieh (der entlarvende hund) that mir die augen auff,
wie sie (die geliebte) wol manchmal mag mit diesem goldsohn (dem nebenbuhler) leben
Lohenstein Arminius (1689) 2, 1486b;

soviel wie goldkerl (s. d.): Scharentin, alter goldsohn! wenn du das thust, da komme ich auch mit denkw. u. erinn. eines arbeiters (1903) 172 Göhre.
 
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goldsöhnchen, n., diminutivum zum vorigen: vor welcher (wiege) seine mutter sitzt, die das goldsöhnchen mit dem vergnügtesten gesicht schlafen sieht Reichard Matthäus u. Veit Konrad Schwarz (1786) 19; und dasz manch goldsöhnchen zwar des vaters rothen barth und krumme beine, doch aber der mutter sinniche (vgl. s. v. sinnchen) habe Riemer polit. maulaffe (1679) widmung.
 
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goldsolidus, m., eine ursprünglich römische goldmünze, die später maszgebend für die goldprägung in den germanischen reichen der Goten, Burgunder und Franken wurde, vgl. Luschin v. Ebengreuth münzkunde (1904) 32: (Cethegus zu einem sklaven:) lasz den boten in meinen thermen baden, gieb ihm speise und wein, einen goldsolidus und diesen brief F. Dahn kampf um Rom (1901) 1, 258. —
 
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goldsonnig, adj., vgl. DWB golden B 1, sp. 740:

o frühlingsweben,
was lockst du mich?
goldsonnige fernen lachen
W. Hertz ges. dichtungen (1904) 96.

in entlegener verbindung:

in unsrer brust liegt glückverschneit
goldsonniges verstummen
Rilke ges. w. (1927) 1, 147.


 
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goldsonntag, m., 'goldener sonntag das dreyeinigkeitsfest. goldsonntag jeder sonntag nach einer quatember' Westenrieder gloss. (1816) 211. —
 
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goldsorte, f., 'sorte, art von gold', gewöhnlich eingeschränkt auf goldgeld (vgl. DWB sorte 3 a), häufig geradezu soviel wie goldmünze: ich ergriff beyde wülste, und befande sie trefflich gewichtig, weil es lauter goldsorten warn Grimmelshausen Simplic. 361 Scholte; jeder (der beiden waagebalken) trägt ein wägegewicht, das je einer der beiden goldsorten entspricht Meyer gr. convers.-lex. (1907) 8, 110b. s. auch geldsorte, münzsorte.
 
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goldspange, f., zu spange 2 u. 3 (s. d.):

Hugdietriche und der junge Hiltebrant
die stritten so ritterliche mit ellenthafter hant
daz die goltspangen (vgl. DWB spange 2 b) stuben von in dan Wolfdietrich 2185 Holtzmann;

[Bd. 8, Sp. 847]


di (edelsteine) waren schon gevangen
in edle goldspangen
Heinrich v. Neustadt Apollonius 13284 Singer;

was (sind) besteinte goldes-spangen? ...
nichts als blosze eitelkeiten
Knittel poet. sinnenfrüchte (1677) 39;

doch ha, nun schwebet sie selber herein,
die lydische amazone,
goldspangen auf nacktem und rosigem arm mod. dichtercharaktere 37 Arent-C.-H.

 

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