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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldschwere bis goldsonnig (Bd. 8, Sp. 845 bis 846)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldschwere, goldesschwere, f.: cimentire es (das kupfer) wider davon, dasz es (das gold) seine erste goldtschweren bekompt Ercker beschr. aller mineral. ertzt (1580) 85a;

herr! ihr habt zu viel erlanget
vor so einen kleinen knecht:
der sich selbst itzt überpranget:
der wohl gar erstutzen möcht
ob der grösse solcher ehre
über dieser goldes-schwere (bezieht sich auf eine verliehene goldene kette)
S. v. Birken ostl. lorbeerhayn (1657) 360.


 
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goldschwinge, f., goldglänzende schwinge: die silberflügel und goldschwingen ihrer tauben Herder 12, 66 S. (vgl. ps. 68, 14);

es war ein colibri, mit gold- und purpurschwingen,
man konnte schöners nichts, als sein gefieder sehn
Wieland in:
Eschenburg beispielsamml. (1788) 6, 87.

im bilde: auch mir fehlen die blauen smaragdenen goldschwingen, sie (anrede) von stern zu stern zu tragen, ihnen zu zeigen, wie auch unsre sonne um eine gröszere sonne eilet Herder 15, 278 S.
 
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goldseele, f., für einen menschen von treuem, biederem charakter, vgl. DWB gold II C 2, sp. 705: o mein lieber zimmerherr, sie mahlerische goldseele (der angeredete ist ein maler), sie kommen wie gerufen Bäuerle kom. theater (1820) 2 (Staberls wiedergenesung), 29; vgl. analoges goldherz.
 
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goldseife, f., neben (älterem) goldseifen, goldseufen, m., vgl. seife sp. 190. 1) zu seife 2: 'goldsandablagerung goldführender gewässer oder anhäufung von waschgold führendem gebirgsschutt' Scheuchenstuel id. d. österr. berg- u. hüttenspr. (1856) 106, Karmarsch-Heeren 34, 148, Bott hdwb. d. kaufm. (1925) 2, 731a; da (Moses) vor Adams fall oder vbertrettung des reichen goldseiffens im flusz Pison erwenet Mathesius Sarepta (1571) 5b; ein mechtiger goltseuffen ... der sich vmb die gebirge gewunden vnd geschlungen wie ein drach oder schlange P. Albinus meisznische berg chronica (1590) 117; das meiste gold wird aus sogen. goldseifen gewonnen Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 4, 724. 2) auch für das ausbeutende

[Bd. 8, Sp. 846]


werk, vgl.: 'goldseife eine anstalt, wo das gold aus dem fluszsande oder auch aus der dammerde geseifet, d. h. gewaschen wird' Adelung vers. 2 (1775) 747; sie (die Argonauten) haben die goltseiffen oder das goltweschwerck, da man die goltertzt oder güldige sandt vnd flitzsch oder flammet golt über rauhe fell vnnd löcherichte breter gewaschen, eingenommen Mathesius diluvium (1587) 82a. 3) mischung aus goldchlorid und seife, vgl. Muspratt chemie (1888) 3, 1847; Jacobsson technolog. wb. (1793) 5, 718a. —
 
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-seifenwerk, n., was goldseife 2, doch auch einschränkend nur für das die schuttseifen ausbeutende werk, vgl. s. v. goldwäscherei 2. —
 
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goldsilber, n., legierung aus gold und silber, vgl. Muspratt chemie (1888) 7, 1667; sieh auch s. v. silbergold. —
 
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goldsinter, m., zu den formvarianten des grundworts vgl. s. v. sinter. 1) rückstand, schlacke, die beim schmelzen des goldes entsteht, dass. wie DWB goldschaum (s. d. 1); vgl. sinter 3 a: aurigo goltsin (15. jh.), goltsinder, varr. goltschnider vel goltrost (15. jh.) Diefenbach gl. 62b, vgl. ebda 62c s. v. aurugo. spätere belege fehlen. 2) eine goldhaltige kalkverkrustung, vgl. DWB sinter 3 e: goldsinter c'est ainsi qu'on appelle une concr étion calcaire mêlée d'or Schwan nouv. dict. (1783) 1, 777a.
 
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goldsohn, m., kosewort, vgl. DWB golden D 1 c und oben goldjunge: der kleine goldsohn wird jetzt charmant Schiller br. 4, 65 Jonas. mit scherzhaft-spöttischem nebenton: für die geschichte verdienst du ein stück kuchen, goldsohn, du erzählst ja wie ein jubelgreis Scheffel ges. w. (1907) 2, 97. sarkastisch:

ein unvernünfftig vieh (der entlarvende hund) that mir die augen auff,
wie sie (die geliebte) wol manchmal mag mit diesem goldsohn (dem nebenbuhler) leben
Lohenstein Arminius (1689) 2, 1486b;

soviel wie goldkerl (s. d.): Scharentin, alter goldsohn! wenn du das thust, da komme ich auch mit denkw. u. erinn. eines arbeiters (1903) 172 Göhre.
 
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goldsöhnchen, n., diminutivum zum vorigen: vor welcher (wiege) seine mutter sitzt, die das goldsöhnchen mit dem vergnügtesten gesicht schlafen sieht Reichard Matthäus u. Veit Konrad Schwarz (1786) 19; und dasz manch goldsöhnchen zwar des vaters rothen barth und krumme beine, doch aber der mutter sinniche (vgl. s. v. sinnchen) habe Riemer polit. maulaffe (1679) widmung.
 
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goldsolidus, m., eine ursprünglich römische goldmünze, die später maszgebend für die goldprägung in den germanischen reichen der Goten, Burgunder und Franken wurde, vgl. Luschin v. Ebengreuth münzkunde (1904) 32: (Cethegus zu einem sklaven:) lasz den boten in meinen thermen baden, gieb ihm speise und wein, einen goldsolidus und diesen brief F. Dahn kampf um Rom (1901) 1, 258. —
 
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goldsonnig, adj., vgl. DWB golden B 1, sp. 740:

o frühlingsweben,
was lockst du mich?
goldsonnige fernen lachen
W. Hertz ges. dichtungen (1904) 96.

in entlegener verbindung:

in unsrer brust liegt glückverschneit
goldsonniges verstummen
Rilke ges. w. (1927) 1, 147.

 

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