Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldschuppe bis goldseife (Bd. 8, Sp. 844 bis 845)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldschuppe, f., goldene, goldglänzende schuppe: jene sagen von dem leben tief unten im wellengrund, voll schiessender fische mit goldschuppen R. Schumann ges. schr. (1854) 1, 238. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldschuppig, älter goldschuppicht, adj.: die steigende sonne strahlte auf ihre goldschuppichte panzer Wieland ges. schr. I 1, 193 akad.; ein ... muschelwagen, von zwei goldschuppigen delphinen gezogen E. T. A. Hoffmann s. w. 6, 239 Griseb.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldschürl, m., s. DWB goldschörl.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldschwamm, m. 1) 'durch fällen aus goldchlorid mit natriumbikarbonat und oxalsäure gewonnener schwammiger niederschlag von metallischem gold, der zum plombieren der zähne benutzt wird' Bott hdwb. d. kaufm. (1925) 2, 731a. 2) name für den gemeinen bovist, bovista nigrescens Pers., lycoperdon globosum Bolt. und verwandte arten, vgl. 'goldschwamm in Ungern über der Leita' Popowitsch

[Bd. 8, Sp. 845]


(1780) 559; Nemnich wb. d. naturgesch. 203. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldschwanz, m., name für den fisch scomber chrysurus, vgl. Campe 2, 422b oder sparus chrysurus, vgl. Oken allg. naturgesch. 6, 259; für den schmetterling bombyx dispar, vgl. ebda 7, 1151; für den kolibri trochilus sparganurus, vgl. ebda 7, 190. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldschwefel, m., deutscher name für antimonpentasulfid Sb2S5, 'ein geruch- und geschmackloses ... orangefarbenes pulver' Meyer gr. convers.-lex. (1907) 1, 581b, dass. wie goldschwefel des spieszglanzes, vgl. Jacobsson techn. wb. (1793) 5, 718a; als arzneimittel: Plummers pulver that etwas: mehr aber der goldschwefel des spieszglases (vgl. s. v. spieszglanz) allg. dt. bibl. (1765) 4, 233; goldschwefel sammt zubehör wurde in massen geschluckt Holtei erz. schr. (1861) 38, 108; vgl. auch goldpulver 2 und Muspratt chemie (1888) 1, 1132; auch das rauschgelb (s. d.) As2S3 wurde goldschwefel genannt, vgl. Zappe miner. hd.-lex. (1817) 2, 299; Jacobsson (1781) 2, 134a; 'goldschwefel, ein mit gemeinem schwefel versetzter und vermischter arsenik' Adelung vers. 2 (1775) 747.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldschwer, goldesschwer, goldenschwer, adj., 'schwer von gold, goldschmuck':

vor wind und wetter deckt'
ein mantel ihn goldesschwer
Herder 25, 379 S.

freier soviel wie 'reich an gold': ein groszes sterben war jüngst auf der goldschweren reichsstadt (Augsburg) gelegen qu. v. j. 1926. übertragen: alles, was taumel ist, geht vorüber, die schlacken gehn zunicht, und nichts als gold, goldschwerer werth kann bleiben Herder 9, 503 S.;

in des saatfelds goldenschwerem glanze
Kinkel ged. (51857) 333;

denn das volk, welches jetzt zuerst den krieg ohne goldschwere ursache über seine grenzen hinauswälzt, wird den fluch und das unglück zu seinem erbe haben (1. 5. 1848) G. Keller br. u. tageb. 2 (1916) 167 Erm.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldschwere, goldesschwere, f.: cimentire es (das kupfer) wider davon, dasz es (das gold) seine erste goldtschweren bekompt Ercker beschr. aller mineral. ertzt (1580) 85a;

herr! ihr habt zu viel erlanget
vor so einen kleinen knecht:
der sich selbst itzt überpranget:
der wohl gar erstutzen möcht
ob der grösse solcher ehre
über dieser goldes-schwere (bezieht sich auf eine verliehene goldene kette)
S. v. Birken ostl. lorbeerhayn (1657) 360.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldschwinge, f., goldglänzende schwinge: die silberflügel und goldschwingen ihrer tauben Herder 12, 66 S. (vgl. ps. 68, 14);

es war ein colibri, mit gold- und purpurschwingen,
man konnte schöners nichts, als sein gefieder sehn
Wieland in:
Eschenburg beispielsamml. (1788) 6, 87.

im bilde: auch mir fehlen die blauen smaragdenen goldschwingen, sie (anrede) von stern zu stern zu tragen, ihnen zu zeigen, wie auch unsre sonne um eine gröszere sonne eilet Herder 15, 278 S.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldseele, f., für einen menschen von treuem, biederem charakter, vgl. DWB gold II C 2, sp. 705: o mein lieber zimmerherr, sie mahlerische goldseele (der angeredete ist ein maler), sie kommen wie gerufen Bäuerle kom. theater (1820) 2 (Staberls wiedergenesung), 29; vgl. analoges goldherz.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
goldseife, f., neben (älterem) goldseifen, goldseufen, m., vgl. seife sp. 190. 1) zu seife 2: 'goldsandablagerung goldführender gewässer oder anhäufung von waschgold führendem gebirgsschutt' Scheuchenstuel id. d. österr. berg- u. hüttenspr. (1856) 106, Karmarsch-Heeren 34, 148, Bott hdwb. d. kaufm. (1925) 2, 731a; da (Moses) vor Adams fall oder vbertrettung des reichen goldseiffens im flusz Pison erwenet Mathesius Sarepta (1571) 5b; ein mechtiger goltseuffen ... der sich vmb die gebirge gewunden vnd geschlungen wie ein drach oder schlange P. Albinus meisznische berg chronica (1590) 117; das meiste gold wird aus sogen. goldseifen gewonnen Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 4, 724. 2) auch für das ausbeutende

[Bd. 8, Sp. 846]


werk, vgl.: 'goldseife eine anstalt, wo das gold aus dem fluszsande oder auch aus der dammerde geseifet, d. h. gewaschen wird' Adelung vers. 2 (1775) 747; sie (die Argonauten) haben die goltseiffen oder das goltweschwerck, da man die goltertzt oder güldige sandt vnd flitzsch oder flammet golt über rauhe fell vnnd löcherichte breter gewaschen, eingenommen Mathesius diluvium (1587) 82a. 3) mischung aus goldchlorid und seife, vgl. Muspratt chemie (1888) 3, 1847; Jacobsson technolog. wb. (1793) 5, 718a. —

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: