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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldschrein bis goldschwer (Bd. 8, Sp. 844 bis 845)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldschrein, goldenschrein, m., 'goldener, goldverzierter schrein'; im bilde:

hätt' ich gewuszt, bevor ich küszt',
dasz liebe bringet den gewinn,
hätt' eingeschloss'n in goldenschrein
mein herz
Herder 25, 203 S.

schrein zur aufbewahrung von gold:

da sprach der bote trocken: 'wohlan, so sei bereit,
den goldschrein mir zu liefern, dein rosz und auch die maid'
Scheffel ges. w. (1907) 2, 181.


 
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goldschrift, f., mit goldtinte, goldfarbe geschriebene oder gedruckte schrift auf pergament, papier, stein und ähnlichem material: aurigraphia goltschrift, guldin geschrifft (15. jh.) Diefenbach gl. 62b;

ach aus dem grabe kehr' ich zurück, und mit goldschrift
schreib ich ans maal der erhabnen
Klopstock oden 2, 46 M.-P.;

gerne erhöhte man den glanz des goldes durch purpurnes pergament, doch nimmt sich die goldschrift auch auf weiszem grunde recht schön aus Wattenbach schriftwesen (1875) 211. übertragen:

der morgenwind ist heilig,
und heilig ist der morgentau
und goldschrift tausendzeilig
Felix Dahn ged. (1908) 194.


 
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goldschrötling, m., 'in den münzen, ein rundes scheibchen gold zu einer goldmünze' Campe 2, 422b, vgl. s. v. schrötling. —
 
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goldschuh, m.: goldschuhe, sive von güldenem leder, calceoli ex corio inaurato Stieler stammb. (1691) 1937;

und ihr mädchen band der goldschuh kunstgewirkte bänder fest
Immermann w. 15, 377 Hempel.


 
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goldschuppe, f., goldene, goldglänzende schuppe: jene sagen von dem leben tief unten im wellengrund, voll schiessender fische mit goldschuppen R. Schumann ges. schr. (1854) 1, 238. —
 
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goldschuppig, älter goldschuppicht, adj.: die steigende sonne strahlte auf ihre goldschuppichte panzer Wieland ges. schr. I 1, 193 akad.; ein ... muschelwagen, von zwei goldschuppigen delphinen gezogen E. T. A. Hoffmann s. w. 6, 239 Griseb.
 
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goldschürl, m., s. DWB goldschörl.
 
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goldschwamm, m. 1) 'durch fällen aus goldchlorid mit natriumbikarbonat und oxalsäure gewonnener schwammiger niederschlag von metallischem gold, der zum plombieren der zähne benutzt wird' Bott hdwb. d. kaufm. (1925) 2, 731a. 2) name für den gemeinen bovist, bovista nigrescens Pers., lycoperdon globosum Bolt. und verwandte arten, vgl. 'goldschwamm in Ungern über der Leita' Popowitsch

[Bd. 8, Sp. 845]


(1780) 559; Nemnich wb. d. naturgesch. 203. —
 
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goldschwanz, m., name für den fisch scomber chrysurus, vgl. Campe 2, 422b oder sparus chrysurus, vgl. Oken allg. naturgesch. 6, 259; für den schmetterling bombyx dispar, vgl. ebda 7, 1151; für den kolibri trochilus sparganurus, vgl. ebda 7, 190. —
 
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goldschwefel, m., deutscher name für antimonpentasulfid Sb2S5, 'ein geruch- und geschmackloses ... orangefarbenes pulver' Meyer gr. convers.-lex. (1907) 1, 581b, dass. wie goldschwefel des spieszglanzes, vgl. Jacobsson techn. wb. (1793) 5, 718a; als arzneimittel: Plummers pulver that etwas: mehr aber der goldschwefel des spieszglases (vgl. s. v. spieszglanz) allg. dt. bibl. (1765) 4, 233; goldschwefel sammt zubehör wurde in massen geschluckt Holtei erz. schr. (1861) 38, 108; vgl. auch goldpulver 2 und Muspratt chemie (1888) 1, 1132; auch das rauschgelb (s. d.) As2S3 wurde goldschwefel genannt, vgl. Zappe miner. hd.-lex. (1817) 2, 299; Jacobsson (1781) 2, 134a; 'goldschwefel, ein mit gemeinem schwefel versetzter und vermischter arsenik' Adelung vers. 2 (1775) 747.
 
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goldschwer, goldesschwer, goldenschwer, adj., 'schwer von gold, goldschmuck':

vor wind und wetter deckt'
ein mantel ihn goldesschwer
Herder 25, 379 S.

freier soviel wie 'reich an gold': ein groszes sterben war jüngst auf der goldschweren reichsstadt (Augsburg) gelegen qu. v. j. 1926. übertragen: alles, was taumel ist, geht vorüber, die schlacken gehn zunicht, und nichts als gold, goldschwerer werth kann bleiben Herder 9, 503 S.;

in des saatfelds goldenschwerem glanze
Kinkel ged. (51857) 333;

denn das volk, welches jetzt zuerst den krieg ohne goldschwere ursache über seine grenzen hinauswälzt, wird den fluch und das unglück zu seinem erbe haben (1. 5. 1848) G. Keller br. u. tageb. 2 (1916) 167 Erm.

 

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