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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldschnittband bis goldschrift (Bd. 8, Sp. 843 bis 844)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -band, m., buch mit goldschnittrand; dimin.
 
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-bändchen, n.: sie sasz mit aufgestütztem arm vor ihrem toilettentischchen und blätterte in einem winzigen goldschnittbändchen, das ihr vor kurzem der bräutigam gebracht hatte Storm ges. schr. 8 (1877) 97. —
 
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goldschnitte, f., ein gebäck, vgl. s. v. güldenschnitte und golden E 4, sp. 764 sowie Fischer schwäb. 3, 743. —
 
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goldschnittlyrik, f., literaturkritischer terminus für die epigonendichtung des 19. jhs.; offenbar im kreis des sog. 'jungen Deutschland' entstanden (Gutzkow?): kann eine dame, die in einer pensionsanstalt mit lauter gefühl, bibelsprüchen, musik, goldschnittlyrik, sonntagsmoral und sogenannter edler weiblichkeit aufgezogen ist, prüder denken als diese kleine emanzipirte Gutzkow ritter v. geiste (1850) 8, 460, vgl. ders. ges. w. (1872) 5, VII; das nachmittagsschläfchen, der 'journalzirkel'

[Bd. 8, Sp. 844]


und ähnliche herrlichkeiten, deutsche goldschnittlyrik Liliencron s. w. (1896) 9, 154. —
 
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goldschnur, f., aus goldfäden gedrehte oder damit übersponnene schnur:

begurt mit einer goltsnur
uber sine zitzen (brust) beide
Heinrich v. Hesler apokalypse 1842 Helm;

unter seidenem baldachine sasz der bärtige könig in einem mit goldschnüren und perlen abenteuerlich gestickten mantel Jul. Mosen s. w. (1863) 8, 345. —
 
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goldschön, adj.: auf dem weg ... gerieten wir auf die betrachtung der goldschönen morgen- und ostzeit S. v. Birken ostländ. lorbeerhayn (1657) 5; nachher werden wir sie ja wohl auch zurück geleiten, zum goldschönen hochzeitshaus Rosegger schr. (1895) I 4, 132; vgl. DWB güldenschön sp. 1065 oben.
 
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goldschopf, m., name der pflanze chrysocoma linosyris L., aster linosyris Bernh., vgl. Marzell wb. d. dt. pfanzennamen 1, 500; Holl pflanzenn. 132a. —
 
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goldschörl, goldschürl, m., bergmännisch 'gemisch aus sand und goldkörnern', vgl. s. v. schörl, schürl: Jacobsson technol. wb. 5, 718a; Zappe mineral. hd.-lex. 1, 396. —
 
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goldschreiber, m., was guldenschreiber (s. d.): aurigraphus goltschriber (obd. 15. jh.) Diefenbach gl. 62b; der kaiser Artemius (713) gehörte zu den goldschreibern Wattenbach schriftwesen (1875) 210. —
 
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goldschrein, goldenschrein, m., 'goldener, goldverzierter schrein'; im bilde:

hätt' ich gewuszt, bevor ich küszt',
dasz liebe bringet den gewinn,
hätt' eingeschloss'n in goldenschrein
mein herz
Herder 25, 203 S.

schrein zur aufbewahrung von gold:

da sprach der bote trocken: 'wohlan, so sei bereit,
den goldschrein mir zu liefern, dein rosz und auch die maid'
Scheffel ges. w. (1907) 2, 181.


 
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goldschrift, f., mit goldtinte, goldfarbe geschriebene oder gedruckte schrift auf pergament, papier, stein und ähnlichem material: aurigraphia goltschrift, guldin geschrifft (15. jh.) Diefenbach gl. 62b;

ach aus dem grabe kehr' ich zurück, und mit goldschrift
schreib ich ans maal der erhabnen
Klopstock oden 2, 46 M.-P.;

gerne erhöhte man den glanz des goldes durch purpurnes pergament, doch nimmt sich die goldschrift auch auf weiszem grunde recht schön aus Wattenbach schriftwesen (1875) 211. übertragen:

der morgenwind ist heilig,
und heilig ist der morgentau
und goldschrift tausendzeilig
Felix Dahn ged. (1908) 194.

 

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