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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldschmiedjunge bis goldschmiedtochter (Bd. 8, Sp. 841 bis 842)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldschmiedjunge, m., 'lehrjunge eines goldschmieds'; vgl. s. v. goldschmied 1 f u. g. auch 'sohn eines goldschmieds'. doppelsinnig: Albrecht Dürer habe den Nürnberger goldschmidsjungen nie völlig aus sich bringen können Heinse s. w. 4, 40 Schüddekopf.
 
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-krätze, f., 'der abgang bey der bearbeitung der edlen metalle in der werkstätte der goldschmiede' Jacobsson techn. wb. (1781) 2, 133b; vgl. s. v. krätze sp. 2073. —
 
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-kreide, f., 'eine weisze erde, womit die gold- und silberarbeiter das silber putzen' Jacobsson techn. wb. (1781) 2, 134a. —
 
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-kunst, f., seit dem ausgang des 18. jhs. belegbar. 'künstlerische, kunstgewerbliche fertigkeit des goldschmiedens'. in allgemeinem sinne vom goldschmiedehandwerk:

[Bd. 8, Sp. 842]


ich rieth, man sollt ihn die uhrmacher- oder goldschmiedkunst ... lernen lassen J. M. Miller briefw. dreier akad. freunde (1778) 1, 114; das werk des Cellini über die goldschmiede- und bildhauerkunst habe ich von Göttingen erhalten und zu lesen angefangen Göthe IV 11, 22 W.; diese zuordnung der goldschmiedekunst zu den freischaffenden künsten bedeutet nun keineswegs eine minderung ihrer handwerklichen verpflichtungen, wohl aber fordert sie ein mehr an künstlerischen voraussetzungen gold u. silber (1950) heft 3, 7. als attributive bestimmung mehr im hinblick auf die kunstvolle ausführung einer goldschmiedearbeit: der kaiser erhielt ein prachtstück der goldschmiedekunst, einen becher oder eine schüssel, gefüllt mit goldstücken G. Freytag ges. w. 18 (1888) 134. vereinzelt in übertragenem gebrauch: philologie nämlich ist jene ehrwürdige kunst, welche von ihrem verehrer vor allem eins heischt, bei seite gehn, sich zeit lassen, still werden, langsam werden —, als eine goldschmiedekunst und -kennerschaft des wortes Nietzsche w. I 4, 10. —
 
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-laden, m., steht ursprünglich für lat. aurificina neben goldschmiede (s. d.) und goldschmiedgaden (s. d.) und ist daher wohl zunächst zu laden 7 (s. d.) 'werkstätte und verkaufsstätte' zu stellen: goldschmidlad (1521) Diefenbach gl. 62a; goldschmidsladen Stieler (1691) 1053. daneben wird mit der trennung der räumlichkeiten die bezeichnung auf die eigentliche verkaufsstätte eingeschränkt: goldschmidslade boutique d'orfevre, bottega d'orefice Hulsius-Ravellus teutsch-frz.-it. (1616) 143b; goldschmiedsladen taberna auraria Steinbach dt. wb. (1734) 1, 961;

es hangen orden aller sorten
in jedem goldschmidsladen aus
Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. (1890) 4, 76;

inzwischen war ich, durch viele straszen laufend, ohne es zu wollen, zu dem goldschmiedsladen zurückgekehrt, trat ein und kaufte R. Huch triumphgasse (1908) 149. heute wird die bezeichnung gewöhnlich durch die umfassendere 'juweliergeschäft' ersetzt, sieh auch s. v. goldschmied 1 d. —
 
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-lehrling, m.: Ghiberti begann als goldschmiedslehrling Herm. Grimm Michelangelo (1890) 1, 27; goldschmiedelehrling dt. goldschmiedezeitg. (1950) nr. 4, 91a. —
 
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-meister, m.: es sol ouch denhein goltsmitmeister dem andern sinen kneht abedingen (Straszburg 1363) in: zs. für die geschichte des Oberrheins 3, 159 Mone; item es sal nymand silber bornen addir prufen machen addir probiren, er sey danne eyn goltsmedemeister addir thu das mit willen syns herren addir meisters Freiberger stadtr. 291 Ermisch; wenn der goldschmiedemeister selbst den verkauf leitet, sollte er darauf achten, dasz sein arbeitskittel nicht schmutzig ist dt. goldschmiedezeitg. (1950) nr. 5, 117b. —
 
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-sohn, m., vgl. s. v. goldschmied 1 f. —
 
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-taxe, f., abschätzung des goldwerts durch einen goldschmied: welches (das schmuckkästchen) nach erfolgter goldschmidstaxe 1013 thaler am werthe war d. Leipz. avanturieur (1756) 1, 275. anders schmiedetaxe (s. d.). —
 
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-tiegel, m.: nim saltz so vil du wilt: setze es in einem grossen goldschmidstigel in ein guts fewr wie es die goldschmid haben Gäbelkover artzneyb. (1595) 1, 400. —
 
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-tochter, f.: junger goldschmied ... wünscht briefwechsel mit goldschmiedin oder goldschmiedstochter dt. goldschmiedezeitg. (1950) nr. 11, 323d. daneben die attributive genitivverbindung '(des) goldschmieds tochter' und vor allem das dimin. '(des) goldschmieds töchterlein', s. unter goldschmied 1 f. —

 

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