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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldschmied(s)erdenglut bis goldschmiedladen (Bd. 8, Sp. 841 bis 842)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -glut, f., läuterungsmetapher im pietistischen kirchenlied:

und wenn, um sie (unsre fehler u. flecken) abzustreifen,
es das wasser nicht mehr thut,
dann werd uns zu wäscherseifen,
ja, ists not, zu goldschmiedsglut
Zinzendorf in:
Knapp liederschatz 4122a;

was wir bisher nicht recht gethan,
das überschweme, herr, mit deinem blut,
und, wo es nöthig, brauch die goldschmidsglut gesangb. d. Herrnhuter u. a. brüdergem. (1741) nr. 1121 str. 7;

vgl. ebda nr. 1044 str. 4. zum bildgebrauch vgl. s. v. gold I B 2 a, sp. 687. —
 
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-grille, f., 'goldschmiedsgrillen nennet man allerley blumen-, laub-, figur-werck, welches die goldschmiede auf ihre arbeit stechen oder treiben' Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1249, vgl. s. v. grille B 1 und grillenwerk. —
 
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-handwerk, n.: darum liesz mich mein vater in die schul gehen, und da ich schreiben und lesen gelernet, nahm er mich wieder aus der schul und lernet mich das goldschmiedhandwerk Dürer nachlasz (1893) 8 L.-F.; das goldschmiedehandwerk wird im übrigen (wenn auch seltener) — meist mit kunstgewerblichem einschlag — auch von frauen erlernt und auch selbständig ausgeübt hdb. d. berufe (1927) 1, 2, 591, vgl. s. v. goldschmiedekunst.
 
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goldschmiedin, f. 1) 'weiblicher goldschmied': in den groszen juweliergeschäften des mittelalters arbeiteten oft auch meisterinnen als goldschmiedinnen hdb. d. berufe (1927) 1, 2, 589; goldschmiedin, 23 jahre, sucht sofort stellung möglichst im kunsthandwerk dt. goldschmiedezeitg. (1950) nr. 10, 295a. in übertragener bedeutung schon mhd.:

zehant so kan beschaidenhait,
diu werde goltsmidinne,
mit der tugende spachen (reiserholz)
ein solch viur machen,
dar inne böse rede verswint
Johann v. Würzburg Wilhelm v. Österreich 113 Regel.

2) 'ehefrau eines goldschmieds': der junckherr erzalt dem knecht, wie es im mit der goldtschmidin und der guldin ketten gangen seye Frey gartenges. 91 Bolte.
 
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goldschmied(e)innung, f.: goldschmiedsinnung Campe 2, 422a; im bereich der goldschmiedeinnung Berlin findet die lehrlingseinstellung nur nach vorheriger prüfung ... statt hdb. d. berufe (1927) 1, 2, 593. —
 
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goldschmiedisch, adj.: dann so gott soll ein arbeit thun, so ist sie nit auff goldschmiedisch: sondern da ist ein werck vber alle natürliche kräfft Paracelsus opera 2, 345 Huser; technisch gesehen ist der holzschnitt ja nichts anderes als die erprobung und bestätigung der goldschmiedischen arbeitsweise dt. goldschmiedezeitg. (1950) nr. 6, 147a, vgl. ebda nr. 11, 312a. —
 
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goldschmiedjunge, m., 'lehrjunge eines goldschmieds'; vgl. s. v. goldschmied 1 f u. g. auch 'sohn eines goldschmieds'. doppelsinnig: Albrecht Dürer habe den Nürnberger goldschmidsjungen nie völlig aus sich bringen können Heinse s. w. 4, 40 Schüddekopf.
 
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-krätze, f., 'der abgang bey der bearbeitung der edlen metalle in der werkstätte der goldschmiede' Jacobsson techn. wb. (1781) 2, 133b; vgl. s. v. krätze sp. 2073. —
 
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-kreide, f., 'eine weisze erde, womit die gold- und silberarbeiter das silber putzen' Jacobsson techn. wb. (1781) 2, 134a. —
 
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-kunst, f., seit dem ausgang des 18. jhs. belegbar. 'künstlerische, kunstgewerbliche fertigkeit des goldschmiedens'. in allgemeinem sinne vom goldschmiedehandwerk:

[Bd. 8, Sp. 842]


ich rieth, man sollt ihn die uhrmacher- oder goldschmiedkunst ... lernen lassen J. M. Miller briefw. dreier akad. freunde (1778) 1, 114; das werk des Cellini über die goldschmiede- und bildhauerkunst habe ich von Göttingen erhalten und zu lesen angefangen Göthe IV 11, 22 W.; diese zuordnung der goldschmiedekunst zu den freischaffenden künsten bedeutet nun keineswegs eine minderung ihrer handwerklichen verpflichtungen, wohl aber fordert sie ein mehr an künstlerischen voraussetzungen gold u. silber (1950) heft 3, 7. als attributive bestimmung mehr im hinblick auf die kunstvolle ausführung einer goldschmiedearbeit: der kaiser erhielt ein prachtstück der goldschmiedekunst, einen becher oder eine schüssel, gefüllt mit goldstücken G. Freytag ges. w. 18 (1888) 134. vereinzelt in übertragenem gebrauch: philologie nämlich ist jene ehrwürdige kunst, welche von ihrem verehrer vor allem eins heischt, bei seite gehn, sich zeit lassen, still werden, langsam werden —, als eine goldschmiedekunst und -kennerschaft des wortes Nietzsche w. I 4, 10. —
 
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-laden, m., steht ursprünglich für lat. aurificina neben goldschmiede (s. d.) und goldschmiedgaden (s. d.) und ist daher wohl zunächst zu laden 7 (s. d.) 'werkstätte und verkaufsstätte' zu stellen: goldschmidlad (1521) Diefenbach gl. 62a; goldschmidsladen Stieler (1691) 1053. daneben wird mit der trennung der räumlichkeiten die bezeichnung auf die eigentliche verkaufsstätte eingeschränkt: goldschmidslade boutique d'orfevre, bottega d'orefice Hulsius-Ravellus teutsch-frz.-it. (1616) 143b; goldschmiedsladen taberna auraria Steinbach dt. wb. (1734) 1, 961;

es hangen orden aller sorten
in jedem goldschmidsladen aus
Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. (1890) 4, 76;

inzwischen war ich, durch viele straszen laufend, ohne es zu wollen, zu dem goldschmiedsladen zurückgekehrt, trat ein und kaufte R. Huch triumphgasse (1908) 149. heute wird die bezeichnung gewöhnlich durch die umfassendere 'juweliergeschäft' ersetzt, sieh auch s. v. goldschmied 1 d. —

 

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