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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldschmied(e)brücke bis goldschmiedin (Bd. 8, Sp. 840 bis 841)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -brücke, f., 'auslage eines goldschmieds'; singulär belegt: als jhn der frantzösische könig zu Parisz der goldarbeiter grosse schätz an gold vnd silberwerck vnd geschmeid auff den vnderschiedlichen goldschmitbrucken daselbst zeigte Zinkgref apophth. (1628) 99. —
 
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-bub(e), m. 1) 'lehrling eines goldschmieds', vgl. s. v. goldschmied 1 g. 2) 'eine in Österreich übliche benennung des finkengesangs' Blumauer s. w. (1806) 3, 34 als anmerkung zu:

hier singt sein goldschmidbub' als fink
ein junger Engelländer(von Circe verwandelt);

vgl. Naumann naturgesch. d. vögel (1822) 5, 27, wo, anscheinend fehlerhaft, goldschmidbus steht. 3) mundartlich wohl auch 'sohn eines goldschmieds'. —
 
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-bude, f., selten für goldschmiedladen (s. d.): (ein silbernes ringlein) das zwischen ketten und löffeln in einer goldschmiedsbude auslag Storm s. w. (1898) 6, 13.
 
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goldschmiede, f. , aurificina. zur form des zweiten gliedes vgl. s. v. schmiede 9, sp. 1058. analoge bildung zu eisenschmiede u. ä., für die jedoch in den auszerdeutschen germ. sprachen und im ndd. belege fehlen bis auf vereinzeltes nl. 'goudsmidse aurificina, aurificis officina' Duffläus (1605) 157b. fraglich bleibt ahd. aurificium officinas koldsmid (10. jh.) ahd. gl. 2, 745, 14 St.-S.
1) werkstätte des goldschmieds:

der milte künic Oswalt
huop sich mit der küniginne balt,
ze der goltsmitten was in gâch Münchner Oswalt 2603 Baesecke, vgl. ebda 2576 u. 2622;

stain und raiff guldin
daz bilde so bevritten (einfaszten),
uz maniger goltsmitten
was diu kunst getriben (um 1310)
Johann v. Würzburg Wilhelm v. Österr. 13998 Regel.

in den obd. u. md. glossaren des 14., 15. und frühen 16. jhs. gebräuchliche verdeutschung von lat. aurificina: aurificina goltsmitta (14. jh.), goltschmitte (15. jh.), goltsmitt vel esse (15. jh. md.) u. ö. Diefenbach gl. 62a; aurificina est locus ubi aurum fabricatur: ein goldschmitte gemma gemm. (1508) c 3b. im verlauf des 16. jhs. verschwinden die belege für goldschmiede, wofür nun gewöhnlich goldschmiedladen oder -gaden (s. d.) erscheint. Campe läszt die zusammensetzung mit schmiede nur für werkstätten gröberer hantierung als sprachläufig gelten: 'so sagt man zwar ankerschmiede, aber nicht kupferschmiede, goldschmiede etc., sondern werkstätte des kupferschmiedes, goldschmiedes etc.' (1810) 4, 216; vgl. Adelung vers. 4 (1780) 185. doch bleibt bis in die jüngste zeit die möglichkeit der bildung bestehen: wir entdecken eine goldschmiede, in ihr liegen grosze und kleine gold- und silberklumpen in den wandvertiefungen qu. a. d. j. 1934; der juwelier und goldschmied Emil Hellmuthhäuser eröffnete Schillerstrasze 2-4 seine goldschmiede 'zum raben' dt. goldschmiedezeitg. (1950) nr. 10, 293b.
2) selten in übertragener anwendung statt des gebräuchlicheren goldgrube (s. d. 2): briuwen (das bierbrauen) is e~ rechte goltschmitt'n Schmeller-Fr. bair. 2, 559.
 
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goldschmied(s)erde, f., 'eine zarte lehmige erde, welche der goldschmied zum formen braucht' Mothes ill. baulex. (1881) 2, 483; Noel Chomel öcon. lex. (1750)

[Bd. 8, Sp. 841]


4, 1249. —
 
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-gaden, m., ein heute ausgestorbenes compositum, vgl. s. v. gaden. in den wbb. des 16. jhs. für das in älteren glossaren belegte goldschmiede (s. d.): aurificina eyn goldschmid gaden Dasypodius dict. (1537) d 2a; aurificina der goldschmieden werckstatt, ein goldschmidgaden Frisius dict. (1556) 83b. —
 
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-geselle, m.: Leonhard Pregniczer, goltschmidgesell, die zeit wonhaft zu Braunnegk (hs. um 1500) österr. weist. 5, 495; anno Christi 1340. hat der donner einen goldschmiedsgesellen ... getroffen Sperling Nicodemus quaerens 2 (1719) 199; junger goldschmiedegeselle, künstlerisch befähigt, sucht passende stelle in einem goldschmiedebetrieb dt. goldschmiedeztg. (1950) nr. 11, 323b. —
 
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-glut, f., läuterungsmetapher im pietistischen kirchenlied:

und wenn, um sie (unsre fehler u. flecken) abzustreifen,
es das wasser nicht mehr thut,
dann werd uns zu wäscherseifen,
ja, ists not, zu goldschmiedsglut
Zinzendorf in:
Knapp liederschatz 4122a;

was wir bisher nicht recht gethan,
das überschweme, herr, mit deinem blut,
und, wo es nöthig, brauch die goldschmidsglut gesangb. d. Herrnhuter u. a. brüdergem. (1741) nr. 1121 str. 7;

vgl. ebda nr. 1044 str. 4. zum bildgebrauch vgl. s. v. gold I B 2 a, sp. 687. —
 
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-grille, f., 'goldschmiedsgrillen nennet man allerley blumen-, laub-, figur-werck, welches die goldschmiede auf ihre arbeit stechen oder treiben' Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1249, vgl. s. v. grille B 1 und grillenwerk. —
 
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-handwerk, n.: darum liesz mich mein vater in die schul gehen, und da ich schreiben und lesen gelernet, nahm er mich wieder aus der schul und lernet mich das goldschmiedhandwerk Dürer nachlasz (1893) 8 L.-F.; das goldschmiedehandwerk wird im übrigen (wenn auch seltener) — meist mit kunstgewerblichem einschlag — auch von frauen erlernt und auch selbständig ausgeübt hdb. d. berufe (1927) 1, 2, 591, vgl. s. v. goldschmiedekunst.
 
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goldschmiedin, f. 1) 'weiblicher goldschmied': in den groszen juweliergeschäften des mittelalters arbeiteten oft auch meisterinnen als goldschmiedinnen hdb. d. berufe (1927) 1, 2, 589; goldschmiedin, 23 jahre, sucht sofort stellung möglichst im kunsthandwerk dt. goldschmiedezeitg. (1950) nr. 10, 295a. in übertragener bedeutung schon mhd.:

zehant so kan beschaidenhait,
diu werde goltsmidinne,
mit der tugende spachen (reiserholz)
ein solch viur machen,
dar inne böse rede verswint
Johann v. Würzburg Wilhelm v. Österreich 113 Regel.

2) 'ehefrau eines goldschmieds': der junckherr erzalt dem knecht, wie es im mit der goldtschmidin und der guldin ketten gangen seye Frey gartenges. 91 Bolte.

 

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