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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldschilling bis goldschlägertombak (Bd. 8, Sp. 832 bis 834)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldschilling, m., goldene münze, vgl. s. v. schilling: die grundlage des münzwesens (im mittelalter) war der goldsolidus, goldschilling hdwb. d. staatswiss. 25, 921;

[Bd. 8, Sp. 833]


eine männliche hand abzuhauen war in früheren zeiten nicht viel gefährlicher als eine weibliche zu drücken, auf welchen druck das salische gesetz 15 goldschillinge strafe legt Jean Paul w. 55/58, 165 Hempel.
 
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goldschimmer, m. 1) schimmer des goldes: neben mir den schwachen goldschimmer der (vergoldeten) bildsäule, ... fing ich die unterhaltung an Stifter s. w. 2 (1908) 142. 2) schimmer wie von gold, goldähnlicher glanz auf nichtmetallischen gegenständen, vor allem durch sonne hervorgerufen: das gefieder (des königsadlers) ... hat in der sonne einen schwachen goldschimmer Naumann vögel (1822) 1, 203; schaut man von ferne darüber hin, so funkelt es (das goldmoos) im prächtigsten goldschimmer W. H. Riehl naturgesch. d. volkes (1851) 1, 205; der mond ... haucht seinen matten goldschimmer auf die schaumgelockten häupter der wogen Gaudy s. w. (1844) 8, 133. —
 
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goldschimmernd, part. adj. 1) von gold, goldbeschlag, goldverzierung schimmernd: die goldschimmernden waffen Neumark poet.-histor. lustgarten (1666) 17; ein prächtiger wagen mit acht pferden bespannt, mit federn geputzt und goldschimmernd br. Grimm kinder- u. hausmärchen (1812) 1, 5; die goldschimmernden gewölbe der Marcuskirche Gaudy s. w. (1844) 13, 7. 2) wie gold schimmernd: goldschimmernde sonnenjungfern ... schwebten und schwankten geisterartig zu meinen füszen Göthe I 25, 44 W.; Iris (ist) die einzige gottheit Homers, der man ... einen flug auf goldschimmernden flügeln zutrauen darf J. H. Voss krit. blätter (1828) 1, 152; in begleitung eines wunderschönen jünglings erschien er (Lionardo) jetzt in Florenz ..., nach dessen krausen locken er das goldschimmernde haar mancher engelsgestalten gemalt hat Herm. Grimm Michelangelo (1890) 1, 209.
 
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goldschlacke, f., älter auch goldschlacken, m. 1) der beim schmelzen des goldes entstehende rückstand, vgl. in derselben bedeutung goldschaum 1: recrementum auri goldschlacken voc. rei num. (Wittenberg 1558) o 2b; goldschlacken schiuma dell'oro Hulsius (1618) 140a; almarcat id est scoria auri, goldschlacken Ruland lex. alch. (1612) 31; goldschlacken écume d'or, scoria auri Widerhold (1669) 149a; goldschaum, goldschlacke schiuma, scoria d'oro M. Kramer t.-ital. 1 (1700) 546a; vgl. Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1247. 2) ungereinigtes golderz:

die schweren gold- und silberschlacken,
die aus der erde zieht der geiz
Rückert ges. poet. schr. (1867) 2, 131.


 
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goldschlag, m., zu schlag v, 4, sp. 333, singulär belegt: am Carpatischen gebirg, auch in Siebenbürgen, in Tyrol, Ungern, Beham vnd hinder Reute, am gebirg der Thauren genandt, do man nicht allein schönen kisz, sondern auch einen guten goldschlag findet Thurneysser magna alchymia (1583) 1, 118. —
 
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goldschlagen, vb., das gold zu dünnen blättchen verarbeiten, vgl. DWB goldschlagen aurum diducere in bracteas Reyher thes. (1686) g 5b; Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1248; Hoyer-Kreuter techn. wb. (1902) 1, 307: wer aber nachgehends solches goldschlagen habe aufgebracht, kann man eigentlich nicht wissen Abr. a s. Clara etwas f. alle (1699) 1, 262; vgl. Fischart Garg. 295 ndr.
 
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goldschläger, m., älter auch goldschlager, -schlaher, -slaher, -sleger, berufsbezeichnung für den arbeiter, der das gold zu dünnen blättchen verarbeitet, vgl. Krünitz encycl. 19 (1780) 555; Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1248; Helfft wb. d. landbaukunst (1836) 157; Hoyer-Kreuter techn. wb. (1902) 1, 308. seit spätmhd. zeit belegt, vgl. K. Bücher Frankf. berufswb. 52b, wo belege schon für das 14. jh. angegeben sind; goldslaher batiloro de Lapi voc. (1479) c 6a; goldsleger unter bractearius und ductuarius (Lpz. 1515) Diefenbach gl. 80b und 192a; goldschlaher Frisius dict. (1556) 164b; faber bractearius goldschlager Golius onom. lat.-germ. (1585) 201: wie ... ein goldschlager silber und gold so dünne macht als ein mahenbletlein, also ... schlegt (gott) seine dünne bletlein silber zwischen den engen und festen

[Bd. 8, Sp. 834]


klüfftlein Mathesius ausgew. w. 4, 185 Loesche; last uns eine untzen dieses vollkommenen metalls nehmen, und den goldschlager geben, der wird sie in tausend goldblätter ... zertheilen Er. Francisci lust. schaubühne 1 (1702) 642; das gereinigte gold strecket sich unter dem hammer weit besser als einig andres metall, die goldschläger schlagen es zu überaus dünnen blättern allg. haush.-lex. (1749) 1, 609a; ein körnchen wahrheit, breitgeschlagen wie unter der hand des goldschlägers, der aus einem körnchen metall endlosen goldschaum fertigt Gutzkow ritter v. geiste (1850) 4, 69. übertragen: ihr literarischen goldschläger, die ihr aus eurem empfangenen schönen pfund ein buch geschlagenen goldes nach dem andern hämmert, anstatt brustbilder der kunst zu prägen Jean Paul w. 52/53, 177 Hempel.
 
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goldschlägerei, f. 1) die verarbeitung des goldes zu dünnen blättchen, vgl.: 'goldschlägerei die erzeugung ... dünner blättchen aus gold, silber, platin' Karmarsch-Heeren techn. wb. 34, 142; die kunst der goldschlägerei scheint seit langer zeit bekannt gewesen zu sein Muspratt chemie (1888) 3, 1626. 2) die arbeitsstätte zur verarbeitung des goldes zu dünnen blättchen: es sind da kattun- und leinwanddruckreyen ... und eine goldschlägerei Nicolai reise d. Deutschl. (1783) 1, 174; die gedrückten preise der goldschlägereien Lueger lex. a. ges. techn. 4, 730. übertragen: eine goldschlägerei, durch die meine liebe wie reines gold gröszer wurde Jean Paul w. 48, 359 Hempel.
 
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goldschlägerhaut, f., feine haut aus rinder- oder schafdarm, in die die goldschläger das gold zum schlagen einlegen, vgl. Karmarsch-Heeren techn. wb. 34, 145; Muspratt chemie (1888) 3, 1828; v. Alten hdb. f. heer u. fl. (1909) 4, 307: die bewegung wird der maschine durch keine kurbel mitgetheilt, ... sondern durch ein paar kleine windmühlenflügel aus der feinsten goldschlägerhaut Lichtenberg verm. schr. (1800) 5, 369; sie war ebenso aufgeblasen und gleiszend wie ein wildschwein von goldschlägerhaut, welches ich einmal als ballon ... steigen sah Gaudy s. w. (1844) 2, 100. —
 
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goldschlägerhäutchen, n., wie das vorige: (bienenwaben) sind dünner als die goldschlägerhäutchen Oken allg. naturgesch. 5 (1835) 983; ihre (der luftballons) hülle wird ... aus geweben zusammengenäht oder aus goldschlägerhäutchen zusammengeklebt Lueger lex. d. ges. techn. 2, 2. —
 
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goldschlägertombak, m.: 'das material zu dem unechten blattgold (wird) als goldschlägertombak bezeichnet' Lueger lex. d. ges. techn. 2, 436. —

 

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