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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
goldscheidung bis goldschlacke (Bd. 8, Sp. 832 bis 833)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) goldscheidung, f., was goldscheiden (s. d.): die münze liefert ... die ... güldische silberproduction an das kabinet in St. Petersburg, welches selbst erst die goldscheidung vom silber sich vorbehalten hat Ritter erdkde (1822) 2, 854.
 
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goldscheim, goldschein, m., s. DWB goldschaum.
 
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goldschein, m.
1) schein des goldes: jetzt fürchtete ich den düsteren goldschein (eines vergoldeten standbildes) nicht mehr Stifter s. w. 2 (1908) 141; vgl. goldschein 'glanz' bei Fischer schwäb. 3, 743. im vers auch goldesschein:

es steht ein saal mit hohen pforten,
gefüllt mit gold und goldesschein
E. M. Arndt w. 4, 146 R.-M.;

bildlich:

sonn, mon han ihm entstolen
von seiner (Jesu) stirnen rein
all ihren glantz und strolen,
den golt- und perlenschein
Spee trutznachtigall (1649) 50;

vgl. über die verwendung des wortes gold als symbol der göttlichen reinheit gold II B 1, sp. 704.
2) goldähnlicher schein auf nichtmetallischer materie: doch klerlich zuvorstehen ist, das er einen grünlichten hellen stein, der einen goldtschein darneben hat, meinet P. Albinus meiszn. bergkchronica (1590) 145; (der kaulbarsch) unten silberglänzend mit goldschein Oken allg. naturgesch. 6 (1836) 251;

hier ist ein goldschein in das gras gefärbt
und dort ein blaues leuchten eingewoben
Heinrich Seidel ges. schr. (1906) 1, VIII.

vom schimmer des sonnenlichtes: als der herannahende abend alles mit seinem milden goldscheine zu überfloren begann G. Keller ges. w. (1889) 6, 246;

entrückter goldschein machte bäum und häuser
zum sitz der seligen
Stefan George d. stern d. bundes (o. j.) 74.


3) der anschein von gold: sie bekommen das feinste und reinste silber oder gold, da doch theils an der feine und reinigkeit ... sehr vieles mangelt, theils aber wohl gar nur der goldschein und nicht das seyn dabey zu finden ist Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1227; (man) wertet alles ... wie ein kind nach dem goldschein R. M. Rilke tageb. 1899 -1902 (1931) 406. —
 
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goldscheinend, part. adj., frühnhd. in der form goldschynend und der bedeutung 'goldglänzend' übertragen gebraucht: (ich habe von) minem ... vtterlichen vnderwyser als erlúchtem goldschynenden flusz desselben brunnens göttlicher kunst ... billich zierwort ... geschpfft Fr. Riederer spiegel d. wahren rethoric (1493) n 3b; mit keinem andren cleid kunt sie viel gefüglicher sin komen für got, wenn mit disem wyten mantel und goldschynenden mantel der woren inbrünstigen liebe, in deren ir hertz gantz flackeret was Keisersberg christl. bilgerschafft (1512) 45c.
 
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goldschetter, m.: goldschetter knistergold, d. i. blattmessing Karmarsch-Heeren techn. wb. 34, 142; rauschgold, die dünnste gattung des messingbleches, ... goldschetter ebda 7, 297.
 
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goldschicht, f., schicht von gold: um das anlaufen versilberter gegenstände ... zu verhüten, breitet man ... vor dem einbrennen eine sehr dünne goldschicht auf dem silber aus Muspratt chemie (1888) 7, 1667. —
 
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goldschillernd, part. adj., wie gold schillernd: ein vogel mit goldschillerndem gefieder Gaudy s. w. (1844) 2, 31. —
 
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goldschilling, m., goldene münze, vgl. s. v. schilling: die grundlage des münzwesens (im mittelalter) war der goldsolidus, goldschilling hdwb. d. staatswiss. 25, 921;

[Bd. 8, Sp. 833]


eine männliche hand abzuhauen war in früheren zeiten nicht viel gefährlicher als eine weibliche zu drücken, auf welchen druck das salische gesetz 15 goldschillinge strafe legt Jean Paul w. 55/58, 165 Hempel.
 
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goldschimmer, m. 1) schimmer des goldes: neben mir den schwachen goldschimmer der (vergoldeten) bildsäule, ... fing ich die unterhaltung an Stifter s. w. 2 (1908) 142. 2) schimmer wie von gold, goldähnlicher glanz auf nichtmetallischen gegenständen, vor allem durch sonne hervorgerufen: das gefieder (des königsadlers) ... hat in der sonne einen schwachen goldschimmer Naumann vögel (1822) 1, 203; schaut man von ferne darüber hin, so funkelt es (das goldmoos) im prächtigsten goldschimmer W. H. Riehl naturgesch. d. volkes (1851) 1, 205; der mond ... haucht seinen matten goldschimmer auf die schaumgelockten häupter der wogen Gaudy s. w. (1844) 8, 133. —
 
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goldschimmernd, part. adj. 1) von gold, goldbeschlag, goldverzierung schimmernd: die goldschimmernden waffen Neumark poet.-histor. lustgarten (1666) 17; ein prächtiger wagen mit acht pferden bespannt, mit federn geputzt und goldschimmernd br. Grimm kinder- u. hausmärchen (1812) 1, 5; die goldschimmernden gewölbe der Marcuskirche Gaudy s. w. (1844) 13, 7. 2) wie gold schimmernd: goldschimmernde sonnenjungfern ... schwebten und schwankten geisterartig zu meinen füszen Göthe I 25, 44 W.; Iris (ist) die einzige gottheit Homers, der man ... einen flug auf goldschimmernden flügeln zutrauen darf J. H. Voss krit. blätter (1828) 1, 152; in begleitung eines wunderschönen jünglings erschien er (Lionardo) jetzt in Florenz ..., nach dessen krausen locken er das goldschimmernde haar mancher engelsgestalten gemalt hat Herm. Grimm Michelangelo (1890) 1, 209.
 
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goldschlacke, f., älter auch goldschlacken, m. 1) der beim schmelzen des goldes entstehende rückstand, vgl. in derselben bedeutung goldschaum 1: recrementum auri goldschlacken voc. rei num. (Wittenberg 1558) o 2b; goldschlacken schiuma dell'oro Hulsius (1618) 140a; almarcat id est scoria auri, goldschlacken Ruland lex. alch. (1612) 31; goldschlacken écume d'or, scoria auri Widerhold (1669) 149a; goldschaum, goldschlacke schiuma, scoria d'oro M. Kramer t.-ital. 1 (1700) 546a; vgl. Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 1247. 2) ungereinigtes golderz:

die schweren gold- und silberschlacken,
die aus der erde zieht der geiz
Rückert ges. poet. schr. (1867) 2, 131.

 

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